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Programm akt. Woche

  Kino Eintrittspreis:      
  Mo - So 8,00 Euro Kino 1                
    9,00 Euro Kino 1 Film + Gespräch  
  Mo - So 7,00 Euro Kino 2/3  
  Jeden Tag 4,00 Euro für Freundeskreis-Mitglieder  more
  Ab 130 Minuten Filmlänge plus Euro -,50
  Ab 150 Minuten Filmlänge plus Euro 1,-
  Bei Sonderveranstaltungen gesonderte Preise (laut Aushang)
  Kino Karten/Kasse/Informationen: Fon: +49 - (0)30 - 24 25 969 (ab 17.00 Uhr)
 
 
   
 

27. April - 1. Mai 2017

 

VISIONÄR FILMFESTIVAL

  PROGRAMM           Filme     
  Visionär Film Festival Berlin will offer a selection of new talents from around the world who prove to be daring, original and visionary in their debut to full-length film.
Visionär directs its attention to those directors who, by facing the full-length feature format for the first time, are not afraid of breaking the schemes and demonstrate narrative and aesthetic originality.
   
 

Visionär enthüllt: "Unser atemberaubendes Programm"

  Visionär ist stolz darauf, den Goldenen Leoparden von Locarno 2016, Godless von der talentierten bulgarischen Regisseurin Ralitza Petrova zu präsentieren. Ihr Debütfilm über eine eisige und rücksichtslose weibliche Hauptfigur ist auf auf Filmfestivals in der ganzen Welt unterwegs und wurde mit mehreren prestigeträchtigen Preisen ausgezeichnet. Die talentierte georgische Regisseurin Rusudan Glurjidze ist mit ihrem ersten Spielfilm House of Others, vertreten, der als Bester Film des Ostens in Karlovy Vary ausgezeichnet wurde. Eine eindrucksvolle und halbautobiographische Geschichte des Krieges und seiner Narben, die uns an Tarkowskis Kino erinnern.

Sehr ans Herz gewachsen ist uns der Film Drum. Ein ästhetisch und erzählerisch sehr wagemutiges Debüt von dem iranisch-kurdischen Regisseur Keywan Karimi, der jetzt wegen seines früheren Dokumentarfilms Writing on the City im Gefängnis ist. Ein sehr eindringender Bildungsroman ist I Cormorani von dem Italiener Fabio Bobbio, der mit dem Critic Prize SNCCI ausgezeichnet wurde.

The Last Family des polnischen Regisseurs Jan P. Matuszyński ist ein originelles Biopic über eine besondere Künstlerfamilie und konnte beim Gdynia Film Festival viele Preise abräumen. Es wurde außerdem als Bester Film bei Molodist ausgezeichnet. Die Suche nach Freiheit und Revolte gegen die Rivalität zwischen Bourgeoisie und Proletariat in Argentinien ist das heiße Thema in Los Decentes, dem zweiten Spielfilm des österreichischen Lukas Valenta Rinner.

Liebe wird in Frage gestellt in Communication and Lies von Lee Seung-won, Out of Love von Paloma Aguilera Valdebenito und Underground Fragrance von Pengfei Song, jeweils aus Südkorea, den Niederlanden und China. Der südkoreanische Film erforscht die Einsamkeit von zwei Leidenden, die sich in einer komplizierten Beziehung treffen. Out of Love ist die Geschichte einer leidenschaftlichen und unbeugsamen Liebe, die sowohl Freude als auch Trauer bringt. Keinen Raum für das Glück gibt es in Underground Fragrance. Hier wandern die beiden jungen Hauptfiguren in die Hauptstadt aus und erleben eine entmenschlichende Behandlung: Der „unterirdische Duft (Underground Fragrance)“ des Titels ist nichts als der bittere Geruch, den ihre Haut annimmt durch das Leben, das sie gezwungen sind im Keller eines Wohnblocks zu verbringen.

Reich und vielfältig erwartet Dich das Programm der ersten Auflage von Visionär. Unterstütze neue Stimmen, unterstütze Visionär!

   
 

PROGRAMM

   
 

DO 27.04.2017

  19:30 Visionär Film Festival Berlin: Godless [Bezbog], Bulgarien – Dänemark – Frankreich 2016, R: Ralitza Petrova mit Irena Ivanova, Ivan Nalbantov, Ventzislav Konstantinov, Alexandr Triffonov, Dimitar Petkov, 95 Min, OmeU

21:45 Visionär Film Festival Berlin: Drum [Tabl], Frankreich - Iran 2016, R: Keywan Karimi mit Amirreza Naderi, Sara Gholizade, Akbar Zanjanian, Dariush Pirniakan. 95 Min, OmeU
   
 

FR 28.04.2017

  18:00 Visionär Film Festival Berlin: The Last Family [Ostatnia Rodzina], Polen 2016, R: Jan P. Matuszyński mit Andrzej Seweryn, Dawid Ogrodnik, Aleksandra Konieczna, Andrzej Chyra, 123 Min, OmeU

20:30 Visionär Film Festival Berlin: The Cormorants [I Cormorani], Italien 2016, R: Fabio Bobbio mit Samuele Bogni, Matteo Turri, Valentina Padovan, 88 Min, OmeU. Q&A mit dem Regisseur

22:15 Visionär Film Festival Berlin: Out of Love, Die Niederlande 2016, R: Paloma Aguilera Valdebenito mit Naomi Velissariou as Varya, Danil Vorobyev as Nikolai, 101 Min, OmeU. Q&A mit der Regisseurin

20:00 Visionär Film Festival Berlin: Drum [Tabl], Frankreich - Iran 2016, R: Keywan Karimi mit Amirreza Naderi, Sara Gholizade, Akbar Zanjanian, Dariush Pirniakan. 95 Min, OmeU

22:00 Visionär Film Festival Berlin: Godless [Bezbog], Bulgarien – Dänemark – Frankreich 2016, R: Ralitza Petrova mit Irena Ivanova, Ivan Nalbantov, Ventzislav Konstantinov, Alexandr Triffonov, Dimitar Petkov, 95 Min, OmeU. Skype mit der Regisseurin

   
 

SA 29.04.2017

  18:15 Visionär Film Festival Berlin: Out of Love, Die Niederlande 2016, R: Paloma Aguilera Valdebenito mit Naomi Velissariou as Varya, Danil Vorobyev as Nikolai, 101 Min, OmeU
20:30 Visionär Film Festival Berlin: The Cormorants [I Cormorani], Italien 2016, R: Fabio Bobbio mit Samuele Bogni, Matteo Turri, Valentina Padovan, 88 Min, OmeU. Q&A mit dem Regisseur

22:15 Visionär Film Festival Berlin: The Last Family [Ostatnia Rodzina], Polen 2016, R: Jan P. Matuszyński mit Andrzej Seweryn, Dawid Ogrodnik, Aleksandra Konieczna, Andrzej Chyra, 123 Min, OmeU.
   
 

SO 30.04.2017

  15:30 Visionär Film Festival Berlin: Underground Fragrance, Frankreich - China 2015, R: Pengfei mit Ying Ze, Luo Wenjie, Zhao Fuyu, Li Xiaohui, 76 Min, OmeU

17:00 Visionär Film Festival Berlin: Communication & Lies [So-tong-gwa Geo-jit-mal], Südkorea 2015, R: LEE Seung-won mit JANG Sun, KIM Kwon-hoo, KIMsun-young, 103 Min, OmeU

19:00 Visionär Film Festival Berlin: A Decent Woman [Los Decentes] , Österreich - Korea – Argentinien 2016, R: Lukas Valenta Rinner mit Iride Mockert, Martin Shanly, Andrea Strenitz, Mariano Sayavedra, 104 Min, OmdU Q&A mit dem Regisseur

21:15 Visionär Film Festival Berlin: House of Others [Skhvisi Sakhli], Georgia – Spain – Russia – Croatia 2016, R: Rusudan Glurjidze mit Olga Dikhovichnaia, Zurab Magalashvili, Salome Demuria, Ia Sukhitashvili, Ekaterina Japhardze, Alexander Khundadze, Elena Gamsakhurdia, Malxaz Gorbenadze, Branko Djurich, 103 Min, OmeU. Q&A with the producer Nikoloz Abramashvili

   
 

MO 01.05.2017

  19:30 Visionär Film Festival Berlin: Award Ceremony
20:00 Visionär Film Festival Berlin: Jury Award
22:00 Visionär Film Festival Berlin: Audience Award

16:30 Visionär Film Festival Berlin: Underground Fragrance, Frankreich - China 2015, R: Pengfei mit Ying Ze, Luo Wenjie, Zhao Fuyu, Li Xiaohui, 76 Min, OmeU

18:00 Visionär Film Festival Berlin: House of Others [Skhvisi Sakhli], Georgia – Spain – Russia – Croatia 2016, R: Rusudan Glurjidze mit Olga Dikhovichnaia, Zurab Magalashvili, Salome Demuria, Ia Sukhitashvili, Ekaterina Japhardze, Alexander Khundadze, Elena Gamsakhurdia, Malxaz Gorbenadze, Branko Djurich, 103 Min, OmeU.Q&A with the producer Nikoloz Abramashvili

20:15 Visionär Film Festival Berlin: A Decent Woman [Los Decentes] , Österreich - Korea – Argentinien 2016, R: Lukas Valenta Rinner mit Iride Mockert, Martin Shanly, Andrea Strenitz, Mariano Sayavedra, 104 Min, OmdU Q&A mit dem Regisseur

22:30 Visionär Film Festival Berlin: Communication & Lies [So-tong-gwa Geo-jit-mal], Südkorea 2015, R: LEE Seung-won mit JANG Sun, KIM Kwon-hoo, KIMsun-young, 103 Min, OmeU

   
 

FILME

  Communication & Lies / So-tong-gwa Geo-jit-mal
Südkorea 2015, R: LEE Seung-won mit JANG Sun, KIM Kwon-hoo, KIMsun-young. 103 Min, Sprache: Koreanisch, OmeU

Dieser Schwarz-Weiß-Film ist das Erstlingswerk von Lee Seung-won und eine bittere Reise in die Komplexität des menschlichen Verhaltens. Er erzählt die unbehagliche Geschichte eines Mannes und einer Frau, die von einer tiefgehenden Tragödie gezeichnet sind. Die zwei verletzten Seelen treffen und belügen sich ständig, unfähig, ernsthaft miteinander ins Gespräch zu kommen. Er ist unglücklich und sie entwickelt selbstzerstörerisches Verhalten. Wenn sie nach extremer Demütigung verlangt, antwortet er mit Introversion. Der innige und ruhige Stil der Regie ermöglicht ein unerwartetes Mitgefühl für das zerbrechliche und unsympathische Paar, dessen bevorstehendes Verhängnis durch schrittweise Enthüllungen der entsetzlichen Wunden der Vergangenheit angekündigt wird.
   
   
  The Cormorants / I Cormorani
Italien 2016, R: Fabio Bobbio mit Samuele Bogni, Matteo Turri, Valentina Padovan. 88 Min, Sprache: Italienisch, OmeU

Kindheit in Vollzeit: eine fremde Zeit, in der alles um uns herum von reiner Körperlichkeit und Wahrnehmung durchströmt wird. Ein Herz und eine Seele, die unsichtbaren Pfaden folgen; nur der Instinkt und die Sinne herrschen zusammen mit der Phantasie. Es ist eine verklärte Reise in die totale Realität, wohin I Cormorani uns bringt. Das überzeugende Debüt von Fabio Bobbio ist ein erfolgreiches Experiment im Meta-Kino. Ein direkter Antrieb, der das Wandern von Matthäus und Samuel verfolgt: Zwei zwölfjährige Jungen, die ihre langen, faulen Sommertage zwischen Natur und Zivilisation leben. Der Wald, der Fluss und das Einkaufszentrum werden für uns, die wir sie beobachten zu einer anderen Dimension. Ihre Intimität und Komplizenschaft verwandelt sie unbewusst in Objekte, Lichter, Geräusche und Gerüche des Lebens und von Mensch und verstärkt dadurch deren Objektifizierung in einer erhabenen Weise. Ihre und unsere Art, in der Welt zu sein, um Sinn zu finden.
   
   
  A Decent Woman / Los Decentes
Österreich- Korea – Argentinien 2016, R: Lukas Valenta Rinner mit Iride Mockert, Martin Shanly, Andrea Strenitz, Mariano Sayavedra. 104 Min, Sprache: Spanisch, OmeU

Belén, ein Hausmädchen, das in einer exklusiven geschlossenen Wohnanlage am Rande von Buenos Aires arbeitet, begibt sich auf eine Reise der sexuellen und geistigen Befreiung in einem Nudisten/ Swinger-Club direkt neben den hohen Mauern ihrer Arbeitgeber.
Lukas Valenta Rinner erforscht, wie seine Charaktere mit ihrem Körper, der Oberflächlichkeit der Beziehungen und der tiefen Kluft zwischen den sozialen Klassen umgehen und sie bewältigen. Der Film des österreichisch-argentinischen Regisseurs ist gefärbt von einem tief schwarzen Humor, über die nur allzu bekannte Rivalität zwischen Bourgeoisie und Proletariat. Diese beiden weit entfernten und unversöhnlichen Weltanschauungen können nur zu einer dunklen, gewalttätigen und extremen Auflösung führen.
   
   
  Drum / Tabl
Frankreich - Iran 2016, R: Keywan Karimi mit Amirreza Naderi, Sara Gholizade, Akbar Zanjanian, Dariush Pirniakan. 95 Min, Sprache: Farsi, OmeU

Eines kalten und regnerischen Tages liefert ein hinkender Mann einem Anwalt mittleren Alters, der alleine in einer eintönigen Wohnung lebt ein kleines Paket. In den folgenden Tagen setzt dieses mysteriöse Objekt eine Reihe von Morden in Gang und enthüllt eine Welt von Außenseitern und Ausgestoßenen. Der iranische Regisseur Keywan Karimi (der zu einem Jahr Gefängnis und 223 Peitschenhieben wegen seines Dokumentarfilms „Writing on the City“ verurteilt wurde) benutzt einen düsteren Schwarz-Weiß Blick nach der Art von Bela Tarr, um eine Welt ohne Logik und Hoffnung darzustellen. In einer traumähnlichen Atmosphäre, in der Charaktere, Straßen und Orte keinen Namen haben, ist Tehran der einzige „Charakter“, dessen Name ständig beschworen wird.
   
   
  Godless / Bezbog
Bulgarien – Dänemark – Frankreich 2016, R: Ralitza Petrova mit Irena Ivanova, Ivan Nalbantov, Ventzislav Konstantinov, Alexandr Triffonov, Dimitar Petkov. 99 Min, Sprache: Bulgarian, OmeU

Ein nahezu totalitäres 4:3-Format offenbart schonungslos den Schwebezustand, in dem sich das heutige Bulgarien befindet: seine Unfähigkeit, einem wiedererwachenden Ostblock zu entkommen aber ebenso wenig in der Lage, sich demokratisch und frei neu zu erfinden. Die Antiheldin des Films, Gana - dargestellt von Ralitza Petrova – zeigt in ihrer Unbeteiligtheit eine erbarmungslose emotionale Kälte. Sie ist damit Symbol ihres sozialen Umfelds, das emotional abgestumpft und verwahrlost ist. Der Gewinner des Goldenen Leoparden 2016 in Locarno ist eine poetische, schonungslose Höllenvision, die mit minimalistischen Mitteln einen tiefgreifend im Eindruck hinterlässt. Gana ist nur Teil einer üblen Kette und dabei selbst deren Opfer: Ihre Arbeit als Pflegerin für die Alten und Schwachen ist so hart wie sie selbst, wenn sie deren Ausweise stiehlt und an Schwarzmarkthändler weiterverkauft. Und doch ist sie nicht gefeit vor menschlicher Schwäche und tatsächlichen Emotionen: Gana wird ihre Fehlschritte zu spüren bekommen durch einen unerwarteten Kontakt mit der Musik.
   
   
  House of Others / Skhvisi Sakhli
Georgia – Spain – Russia – Croatia 2016, R: Rusudan Glurjidze mit Olga Dikhovichnaia, Zurab Magalashvili, Salome Demuria, Ia Sukhitashvili, Ekaterina Japhardze, Alexander Khundadze, Elena Gamsakhurdia, Malxaz Gorbenadze, Branko Djurich. 103 Min.
Sprache: Georgian, Russian, OmeU

Die Geister, die die Zerstörung des Krieges hinterlässt und die Bemühungen um Wiederbelebung bilden die kryptische und verträumte Vision von House of Others der georgischen Debütantin Rusudan Glurjidze. Der Konflikt in den Neunzigern in Abchasien hinterlässt viele verlassene Häuser, die von den Besiegten bewohnt waren. Hier siedeln sich nun die Sieger an, zwischen Absprachen zwielichtiger Behörden, die noch in die Affären und die Kriminalität des gerade beendeten Krieges verwickelt sind.
In dieser ruhigen und von einem seltsamen Nebel durchzogenen Ecke der Natur kommt eine Familie an, um ihr neues Haus zu beziehen. Sie eignen sich Gegenstände, Möbel und Kleidung an, ein noch lebender Raum, der von früherem Leben atmet. Ihre Nachbarn sind drei besondere Frauen: zwei Schwestern und eine Teenager Tochter. Rusudan Glurjidze bewegt sich in den Befindlichkeiten der Charaktere und gibt niedergeschlagene und zerbrechliche Seelen wieder, die in einer Welt verloren sind, die sie nur durchqueren, ohne sie zu erleben.
   
   
  The Last Family / Ostatnia Rodzina
Polen 2016, R: Jan P. Matuszyński mit Andrzej Seweryn, Dawid Ogrodnik, Aleksandra Konieczna, Andrzej Chyra. 123 Min, Sprache: Polnisch, OmeU
Post-apokalyptischer Realismus und heimische Routine, zwischen diesen beiden gegensätzlichen Polen bewegt sich das Biopic, das sich auf den berühmten polnischen Maler des beginnenden 20. Jahrhunderts, Zdzisław Beksinski, bezieht. The Last Family, das Debüt von Jan P. Matuszynski, ist originell in seiner Fähigkeit diese zwei Welten zu verbinden, die doch so weit voneinander entfernt scheinen. Die Geschichte und Kunst Beksinskis ist untrennbar mit seiner Familie verbunden, ein Universum, in das er bis zur Selbstaufgabe eintaucht. Von der kranken Mutter, zur geliebten katholischen Ehefrau Zonia, bis hin zu seinem Sohn Tomasz, dem schwächsten Glied und einem gepeinigten Charakter; bekannter Radio-Moderator und Übersetzer der Monthy-Python-Filme ins Polnische, neurotisch und mit selbstmörderischen Tendenzen. Der bittersüße Erzählrhythmus begleitet den Lebensfluss zwischen Aufgeben, Schmerz, den kleinen echten Freuden in jedem Detail, sowie der Kunst mit seiner alles verwandelnden Kraft.
   
   
 

Out of Love
Die Niederlande 2016, R: Paloma Aguilera Valdebenito mit Naomi Velissariou as Varya, Danil Vorobyev as Nikolai. 101 Min, Sprachen: Niederländisch, Englisch, OmeU

Wir sehen Liebe, wir können sie in Out of Love nahezu körperlich spüren. Nikolai und Varya treffen sich und fühlen sich stark zueinander hingezogen, aber das ist nicht genug. Wahre Liebe darf nicht vor Auseinandersetzung und Kampf zurück schrecken. Man muss sich selbst aufs Spiel setzten, seine Wesensart, seine Schwächen, Ängste und Bedürfnisse. Es ist nicht einfach komplett und absolut voneinander zu zehren. Das Debütwerk von Paloma Aguilera Valdebenito spiegelt mit reifer Reflexion das Glück und die Verzweiflung einer Beziehung in ständigem Ausbalancieren zwischen Intensität und Niederlage. Die Unfähigkeit sich zu binden und das Wissen, dass es nie wieder eine Person geben wird, wie diejenige, die wir gerade verlieren sind die herzzerreißenden Gewissheiten über Liebe, die uns dieser Film gibt.

   
   
 

Underground Fragrance
Frankreich / China 2015, R: Pengfei mit Ying Ze, Luo Wenjie, Zhao Fuyu, Li Xiaohui. 76 Min, Sprache: Mandarin, OmeU

Drei Akte von Intimität, die sich nur für einen kurzen Augenblick treffen, drei Wünsche im Kampf darum einen Traum zu erfüllen, ein großes Land zwischen Tradition und Aufbruch. Yong Le und Xiao Yun sind zwei junge Migranten, die in Peking ankommen und versuchen, ihren Weg zu finden. Lao Jin besitzt ein Haus, das an Wert verliert und versucht es an einen zögernden Investor zu verkaufen. Yong sammelt Möbel aus verlassenen Gebäuden und verkauft sie weiter. Xiao tanzt in schmuddeligen Clubs. Yongs Arbeitsunfall, der ihn für einige Tage seines Augenlichts beraubt ist Auslöser für das Treffen mit Lao und Xiao.
Im von Pengfei (Drehbuchautor von Stray Dogs von Tsai Ming-Iiang) dargestellten China gibt es keinen Platz für das Glück. Die Hauptstadt bietet den zwei jungen Migranten eine entmenschlichende Behandlung: Der “Underground Fragrance“ im Titel ist nur der bittere Geruch, den ihre Haut absorbiert, durch das Leben, das sie gezwungen sind im Keller eines Wohnblocks zu führen.