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D/ Österreich 2008, R: Michael Glawogger, mit Sabine Timoteo, Ulrich
Tukur, Christian Tramitz, Samuel Finzi, 35mm, 117 Min Erstaufführung |
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Aus heiterem Himmel ein Anruf, am anderen Ende eine Stimme aus lang
vergangenen Tagen: Mimi (Sabine Timoteo). Sie will, dass ihr
Studienfreund Ratz (Helmut Köpping) nach New York kommt, gleich am
nächsten Tag, weil sie seine Hilfe braucht. Für Mimi war Ratz immer
bereit, vieles zu tun, und in Wien macht ihm sowieso einiges zu
schaffen: Der übermächtige Vater (Christian Tramitz), die inzestuös
angehauchte Liebe zu seiner Schwester und sein autistisches Dasein vor
dem Computer. Das alles hinter sich zu lassen, wäre gar nicht so
schlecht, und in Amerika kann Ratz vielleicht auch das Computerspiel
gewinnbringend verkaufen, an dem er seit Jahren tüftelt. Doch auch in
New York muss er sich bald unangenehmen Fragen stellen: Wie soll er sich
zu der Nazivergangenheit des alten Mannes stellen, dessen Kellerversteck
er ausbauen soll? Wie echt sind Mimis Gefühle, und wie schuldig macht
man sich mit virtuellen Morden am eigenen Vater? Und dann gibt es noch
einen Mann (Ulrich Tukur), der in einem sachlichen Büro ein lange
zurückliegendes Verbrechen zu Protokoll gibt. Der 1999 erschienene Roman
von Josef Haslinger rührt an einer Fülle komplexer Fragen über die
Abgründe vertrackter Familienbeziehungen, über die Verarbeitung des
Nationalsozialismus, über Gewalt in Computerspielen. Mit seiner
besonderen Sensibilität für multiple Erzähllinien hat Michael Glawogger
das Buch 10 Jahre nach seiner Entstehung feinfühlig und vielstimmig
verfilmt. Ein Film, der bei allem Ernst einen spezifisch
österreichischen Humor bewahrt. |