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Programm akt. Woche

  Kino Eintrittspreis:      
  Mo - So 6,50 Euro    
  Jeden Tag 3,00 Euro für Freundeskreis-Mitglieder  more
Ab 130 Minuten Filmlänge plus Euro -,50
  Ab 150 Minuten Filmlänge plus Euro 1,-
  Kinderfilm 4,- Euro Gruppen ab 10 Kinder 2,50 Euro  
  Bei Sonderveranstaltungen gesonderte Preise (laut Aushang)
 
 
 

1.1.- 19.1.10   UNKNOWN PLEASURES #2

 

Ein amerikanisches Kino  FILME  PROGRAMM

Aus Mangel einer einheitlichen Definition erschließt sich die Bedeutung des Begriffs Independent allzu oft aus einer Negation heraus. Der Independent-Film bekommt die Rolle eines Anti-Hollywoods zugewiesen, das Träume nicht reproduziert, sondern hinterfragt und sogar zertrümmert. David gegen Goliath. Dieser Gegenüberstellung, auch wenn sie in gewissen Punkten ihre Berechtigung besitzt, liegt eine unnötige Reduktion zu Grunde. Weder ist der unabhängig produzierte Filme ausschließlich eine Enklave aufmüpfiger Filmemacher, noch steht Hollywood für das gesammelte Übel der Filmwelt. Stattdessen handelt es sich um zwei unterschiedliche Arten, Filme zu machen und auch zu sehen.

Durch den beispiellosen Erfolg einzelner Indie-Filme in den neunziger Jahren bildete sich neben Hollywood eine weitere, kleinere Industrie mit ihrem eigenem Mainstream heraus. Die Studios gründeten ihrerseits Filialen, die sich auf die Produktion von kleiner budgetierten Filmen konzentrierten und schufen damit ihre eigene Definition eines Independent-Films. Die meisten dieser „Ministudios“ existieren heute nicht mehr, genauso wenig wie ein funktionierendes Distributionsnetzwerk der unabhängigen Filmszene. Die Ordnung der Independent-Szene, so wie sie sich im Zug der Neunziger entwickelt hat, ist Geschichte. Doch trotz oder gerade wegen dieser schwierigen Bedingungen enstanden in den vergangenen Jahren so interessante Filme wie seit langem nicht mehr. Führt die ernüchternde Lage, einen Film erfolgreich im Kino zu zeigen, bei den Filmemachern zu einer größeren Freiheit und weniger Selbstzensur?

Unknown Pleasures #2 soll keinen Überblick über das gesamte Independent-Filmschaffen liefern, sondern vielmehr einen Blick auf ein bestimmtes amerikanisches Kino werfen. Im Programm finden sich Filme, die neugierig sind, sich simplen Kategorisierungen entziehen zu wissen und die begeistern.
22 Produktionen umfasst UP #2; ein Musical findet sich ebenso darunter wie ein mit Stars besetztes Melodrama und ein dokumentarischer Spielfilm. Das Aufeinandertreffen solch formal unterschiedlicher Filme ist beabsichtigt und ist ein zentrales Anliegen des Festivals.
Hannes Brühwiler

 
  mit freundlicher Unterstützung von
            
 
 

PROGRAMM

 

Fr, 1.1.10

  19:30 Two Lovers
21:30 Harmony and Me
 
 

Sa, 2.1.10

  18:30 The Juche Idea
20:00 Guy and Madeline on a Park Bench
22:00 Afterschool
 
 

So 3.1.10

  17:00 Everything Strange and New
19:00 The Exploding Girl
 
 

Mo 4.1.10

  19:00 Nobody Needs To Know
21:00 Largo
 
 

Di 5.1.10

  19:00 October Country
21:00 Adventureland
 
 

Mi 6.1.10

  19:00 Everything Strange and New
21:00 The GoodTimesKid
 
 

Do 7.1.10

  19:30 The Juche Idea
21:00 The Anchorage
 
 

Fr 8.1.10

  18:30 Trust us, this is all made up
20:00 Paradise
22:00 The GoodTimesKid
 
 

Sa 9.1.10

  18:00 Rocaterrania
20:00 Ein Sommer in New York - The Visitor
22:00 Adventureland
 
 

So 10.1.10

  17:30 Largo
20:00 Go Get Some Rosemary
 
 

Mo 11.1.10

  19:30 Alexander the last
21:00 Afterschool
 
 

Di 12.1.10

  19:00 The Reinactors
21:00 Two Lovers
 
 

Mi 13.1.10

  19:30 Guy and Madeline on a Park Bench
21:30 Anvil! The Story of Anvil
 
 

Do 14.1.10

  19:30 The Anchorage
21:30 October Country
 
 

Fr 15.1.10

  20:00 The Exploding Girl
22:00 Go Get Some Rosemary
 
 

Sa 16.1.10

  18:00 Paradise
20:00 The Exploding Girl
22:00 Two Lovers
 
 

So 17.1.10

  18:00 Harmony and Me
19:30 Nobody Needs To Know
 
 

Mo 18.1.10

  19:30 Rocaterrania
21:00 Alexander the last
 
 

Di 19.1.10

  19:00  The Reinactors
21:00 Turst us, this is all made up
 
 

FILME

  Eröffnungsfilm
Two Lovers
USA 2008; R: James Gray; mit Joaquin Pheonix, Gwyneth Paltrow, Vanessa Shaw; 35mm, 108 min, OmU
Seit kurzem wohnt Leonard wieder bei seinen Eltern. Mehrere Suizidversuche und schwere Depressionen liegen hinter ihm. Um für seine Zukunft zu sorgen, planen seine Eltern ihn mit der Tochter eines Geschäftspartners zu verkuppeln. Doch obwohl er sich durchaus zu Sandra hingezogen fühlt, beginnt er eine Affäre mit seiner Nachbarin Michelle, eine psychisch labilen Frau, die wiederum eine Beziehung mit einem verhairateten Mann führt.
„Altmodische, urgemütlich wirkende Interieurs; Feste mit Freunden und der Familie, bei denen wahre Verbundenheit zelebriert wird; Geschäftsbeziehungen, die sich dabei festigen; Liebesbeziehungen, die an zu großer Affinität zu zerbrechen drohen – das ist der Stoff, aus dem James Grays (The Yards, We Own the Night) Geschichten gemacht sind. In ihrer Motivik und formalen Anmutung zeigen sie eine bemerkenswerte Kontinuität, so dass mit jedem neuen Film ein weiteres Kapitel eines übergeordneten, grossen Werkes entsteht.“ (Neue Zürcher Zeitung)
FR 1.1. 19:30; DI 12.1. 21:00; SA 16.1. 22:00


Azazel Jacobs: 2 Filme

Nobody Needs To Know
USA 2003; R, P, D: Azazel Jacobs; mit Tricia Vessey, Liz Strauber, Alvin Seme, Matt Boren; DVCam, 95 min, OV
Deutschland-Premiere
Jacobs eindrückliches und eigenwilliges Erstlingswerk Nobody Needs To Know verknüpft unterschiedliche New Yorker Geschichten: In einer Welt, in der Sicherheitskameras omnipräsent sind, entdeckt ein junger Mann, dass sich die wahre Macht hinter den Bildschirmen verbirgt. Er stößt auf ein lebendes und atmendes New York. Sein besonders Interesse gilt Iris. Die Nachwuchsschauspielerin wird bei einem Casting aufgefordert eine Todesszene nachzuspielen, doch sie weigert sich der Anweisung des völlig unerfahrenen Regisseurs Folge zu leisten. Während ihre Mitbewohnerin von Ruhm träumt, freut sich Iris über ihre Entscheidung und sucht fernab der Unterhaltungswelt eine neue Aufgabe.
MO 4.1. 19:00; SO 17.1. 19:30

The GoodTimesKid
USA 2005; R: Azazel Jacobs; mit Gerardo Naranjo, Diaz, Azazel Jacobs; 35mm, 77 min, OV
Deutschland-Premiere
Der aufbrausende Rodolfo Cano will seiner bedeutungslosen Beziehung mit Diaz entfliehen und meldet sich freiwillig bei der Armee. Doch sein Einberufungsbefehl landet auch bei einem anderen Rodolfo Cano, den diese unerwartete Wendung in seinem sonst sehr überschaubaren Leben aus heiterem Himmel trifft.
Mit seiner rebellischen do-it-yourself-Methode gelingt Azazel Jacobs mit The GoodTimesKid eine wunderbare absurde Komödie, die an die Arbeiten von Jacques Tati und Jim Jarmusch anknüpft.
Mi 6.1. 21:00; Fr 8.1. 22:00

Adventureland
USA 2009; R: Greg Mottola; mit Jesse Eisenberg, Kristen Stewart, Ryan Renolds; 35mm, 107 min, OV
Sommer 1987. James Brennan (Jesse Eisenberg) hat soeben das College abgeschlossen und freut sich auf die kommenden Monate. Sein größter Wunsch ist es, durch Europa zu streifen. Doch plötzlich kommt alles anders: Die Eltern eröffnen ihm, dass sie den lang ersehnten Trip nicht zahlen können, und so bleibt James nichts anderes übrig, als einen Ferrienjob anzutreten – ausgerechnet im lokalen Vergnügungspark in der Nähe von Pittsburgh. Statt deutschem Bier und französischen Mädchen erwarten ihn nun übergewichtige amerikanische Familien und nervige Kinder. Doch was sich für James als schlimmster Sommer seit Jahren abzeichnet, erweist sich bald als ungewöhnlicher Glücksfall. Seit seinem Erfolg mit Superbad zählt Greg Mottola zum festen Ensemble der sogenannten «Apatow Factory», und in dieser Werkstatt konnte er auch sein Talent für eine genaue und vor allem liebevolle Figurenzeichnung entwickeln: Diesmal ist es Jesse Eisenberg in der Rolle des jugendlichen Träumers, der vom Leben und der Liebe eingeholt wird, der nicht nur dem Namen des Parks eine zweite Bedeutung zukommen lässt, sondern auch Mottolas Film zum Abenteuer macht. (Viennale)
Di 5.1. 21:00; Sa 9.1. 22:00

Afterschool
USA 2008; R: Antonio Campos; mit Erza Miller, Michael Stuhlbarg, Gary Wilmes; 35mm, 122 min, OV mit frz. UT
Robert wurde von seinen Eltern in ein teures Eliteinternat an der amerikanischen Ostküste gesteckt. Hier wachsen die Kinder von Eltern auf, die einflussreich und viel zu beschäftigt sind, um sich mit ihrem Nachwuchs abzugeben. Die Atmosphäre ist hart und keineswegs herzlich. Augen zu und durch, lautet die unausgesprochene Parole, und wenn das nicht reicht, helfen Drogen, die in der Schule leicht zu bekommen sind. Robert hält sich aus all dem heraus, er hat kaum Freunde, ist permanent online und sieht sich Pornos und Gewaltszenen an. Als er per Zufall zwei Mitschülerinnen filmt, wie sie an einer Überdosis sterben, ist Robert gezwungen, sich mit der Welt auseinanderzusetzen, in der ihn seine Eltern zurückgelassen haben.
Sa 2.1. 22:00; Mi 11.1. 21:00

Alexander the last
USA 2009; R: Joe Swanberg; mit Jess Weixler, Barlow Jacobs, Amy Seimetz; HD, 72 min, OV
Deutschland-Premiere
Alex und Elliot haben vor kurzem geheiratet. Sie arbeitet als Schauspielerin, während er als Musiker oft unterwegs ist. Bei den Proben zu einem neuen Theaterstück trifft Alex auf Jamie. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander, oft mit Alexs Schwester Helen im Schlepptau, und kommen sich dabei näher. Die Anwesenheit der Schwester hilft Alex ihrer Anziehung zu Jamie fürs erste zu widerstehen, doch sie ringt mit ihrem Gewissen und ihren Emotionen.
Mo 11.1. 19:30; Mo 18.1. 21:00

The Anchorage
USA/S 2009; R: C.W. Winter, Anders Edström; mit Ulla Edström, Marcus Harrling; 35mm, 87 min, OV
Deutschland-Premiere
Ulla lebt abgeschieden auf einer Insel in der Nähe von Stockholm. Ihre Tage verbringt sie mit Lesen, Baden und Reparaturarbeiten an ihrem Haus inmitten der freien Natur. Nachdem ihre Tochter Elin und deren Freund Marcus nach einem mehrtägigen Besuch wieder abgereist sind, entdeckt sie, dass ein seltsamer Hirschjäger in ihr kleines Reich eingedrungen ist. Seine Anwesenheit stört ihre Routinen. The Anchorage ist ein ebenso schlichtes wie meditatives Werk über die Schönheit der Natur. Dialoge sind selten, einfach gehalten und dienen nur dazu, die alltäglichen Handlungen zu beschreiben. Einzig Ulla spricht - aus dem Off - hie und da von ihren Erwartungen, etwa, dass bald der Schnee kommt. In dieser Rousseau'schen Vision der Beziehung zwischen Mensch und Natur wird die Hauptfigur des Films einzig durch den Jäger und seine grellfarbige Kleidung in ihrer Ruhe gestört, die sich von den grün-bräunlichen Tönen der Insel abhebt. Dieser erste Spielfilm von Winter und Edström wurde mit einer kleinen Equipe gedreht und verknüpft unprätentiös die Stille und die natürlichen Geräusche mit den beschaulichen Aufnahmen - mitunter aufgelockert durch die Klänge eines Lieds aus der einheimischen Folklore. (Filmfestival Locarno)
Do 7.1. 21:00; Do 14.1. 19:30

Vorpremiere
Anvil! The Story of Anvil
USA 2008; R: Sacha Gervasi; 35mm, 90 min, OmU
Mit 14 schworen sich die Schulfreunde Steve "Lips" Kudlow und Robb Reiner aus Toronto für immer zusammen zu rocken. Mit ihrer Band Anvil wurden sie zu Halbgöttern des kanadischen Metal und veröffentlichten 1982 eines der härtesten Albums in der Metal-Geschichte: "Metal on Metal". Das Album beeinflusste eine ganze Generation von Musikern, darunter Metallica, Slayer und Anthrax. All diese Bands verkauften in der Folge Millionen von Platten, wohingegen Anvils Karriere in die Bedeutlungslosigkeit führte. Aber Lips und Robb gaben ihren Kindheitstraum nie auf und rockten weiter, immer im Glauben daran, dass Anvil eines Tages der langersehnte Erfolg beschert werden würde.
Mi 13.1. 21:30

Everything Strange and New
USA 2009; R: Frazer Bradshaw; mit Jerry McDaniel, Beth Lisick, Rigo Chacon Jr.; HD, 83 min, OV
Der rund 35-jährige Schreiner Wayne fühlt sich unwohl in der Rolle, die von einem Erwachsenen erwartet wird. Seine Ehe droht in Alltäglichkeiten zu ersticken, die Verschuldung nimmt von Monat zu Monat zu und die Nerven seiner Frau Renée liegen blank. Ausgleich findet er einzig bei seinem frisch geschiedenen Trinkkumpanen Leo. Wayne versucht zwischen diesen beiden Welten hin und her zu pendeln und fühlt sich dabei, wie ein Mensch, der das Leben eines anderen lebt.
„Ich hatte schon immer das Gefühl, dass der durchschnittliche Amerikaner kaum im Kino repräsentiert wird. Mein Ziel war es eine Geschichte zu schreiben, die die alltäglichen Erfahrungen und die Probleme eines Durchschnittsbürgers thematisiert und was nach dem Erreichen des American Dreams folgt.“ (Frazer Bradshaw)
So 3.1. 17:00; Mi 6.1. 19:00

The Exploding Girl
USA 2009; R: Bradley Rust Gray; mit Zoe Kazan, Mark Rendall; Digibeta, 79 min, OV
Die 20-jährige College-Studentin Ivy fährt für die Sommerferien nach Brooklyn, New York. Auf dem Weg holt sie Al ab, einen Freund, der ein College in einer anderen Stadt besucht. Zu Hause verbringt Ivy die Tage damit, Bücher zu lesen, ihre Mutter in deren Tanzstudio zu besuchen und den Kontakt zu ihrem Freund Greg aufrechtzuerhalten, den sie am College kennengelernt hat. Als Al plötzlich ohne Dach über dem Kopf dasteht, berredet Ivy ihre Mutter, ihn aufzunehmen.
Gemeinsam gehen die beiden Pizza essen, hören Musik im Park. Langsam kommen sie sich näher. Obwohl Ivy sich Sorgen über ihre Beziehung zu Greg macht, spricht sie darüber nicht mit Al. Sie leidet an jugendlicher myoklonischer Epilepsie und hat gelernt, ihre Gefühle im Zaum zu halten, um Stress zu vermeiden. Als Ivys Leben aber immer mehr außer Kontrolle gerät, fordert dieses kontinuierliche Unterdrücken der Gefühle seinen Tribut. (Internationales Forum des jungen Films)
So 3.1. 19:00; Fr 15.1. 20:00; Sa 161.1. 20:00

Go Get Some Rosemary
USA 2009; R: Josh und Benny Safdie; Ronald Bronstein, Sage Renaldo, Frey Renaldo, Abel Ferrara; 35mm, 100 min, OV
Lenny lebt getrennt von seiner Frau und darf seine beiden Kinder nur einmal im Jahr sehen. Als es wieder soweit ist, holt er – wie immer verspätet – seine Söhne von der Schule ab und plant mit ihnen die kommenden zwei Wochen. Fast alles geht schief, während Lenny versucht zwischen der Rolle des besten Freundes und dem verantwortungsbewussten Vater hin und her zu pendeln. In die kurze Zeit werden ein Trip aufs Land, eine Mutter, eine Freundin, eine "magische" Decke und die totale Anarchie gequetscht. Der Film der Safdie-Brüder (The Pleasures of Being Robbed) handelt von Ausflüchten und Verantwortung, von Vaterschaft und Selbsterfahrung und von dem Zwiespalt zwischen Kind- und Erwachsensein.
So 10.1. 20:00; Fr 15.1. 22:00

Guy and Madeline on a Park Bench
USA 2009; R: Damien Chazelle; mit Jason Balmer, Desiree Garcia, Sandra Khin; Digibeta, 82 min, OV
Deutschland-Premiere
Guy und Madeline sind seit drei Monaten ein Paar. Guy ist ein aufstrebender Jazz-Trompeter, die introvertierte, ziellose Madeline auf der Suche nach Arbeit. Doch die Funken der ersten Liebe sind erloschen, und eines Tages sticht Guy eine extrovertierte Frau namens Elena ins Auge. Guy stürzt sich in eine neue Beziehung, während Madeline versucht, ihr Leben neu aufzubauen.
Guy and Madeline on a Park Bench ist eine Art modernes Musical in Schwarzweiß, in dem Song- und Tanz-Nummern einem Überschwang an Emotionen der liebeskranken Charaktere entspringen. Das erlaubt der schüchternen Madeline auszudrücken, was sie in einem normalen Gespräch nicht sagen kann, während Guy sein Instrument für sein Herz sprechen lässt.
(Damien Chazelle)
Sa 2.1. 20:00; Mi 13.1. 19:30

Harmony and Me
USA 2009; R: Bob Byington; mit Justin Rice, Kristen Tucker, Bob Byington; Digibeta, 75 min, OV
Deutschland-Premiere
Harmony ist alleine, seine Freundin Jessica hat ihn verlassen. Doch anstatt vorwärts zu blicken, verharrt er stur auf der Stelle und beschließt unglücklich zu bleiben. Seine Familie ist es Leid von ihr zu hören, seine Freunde können schlicht nicht verstehen warum er sie überhaupt liebt und zu allem Überfluss kommt es noch zu einem bedauerlichen One-Night-Stand mit einer Nachbarin. „Ein urkomisches Porträt eines jungen Mannes und seinen Freunden, die sich alle im Kreis drehen.“ (Museum of Mordern Art)
Fr 1.1. 21:30; So 17.1. 18:00

The Juche Idea
USA 2008; R: Jim Finn; mit Lee Jung Yoon, Daniela Kostova, Kim Sung; DVCam, 62 min, OV
Deutschland-Premiere
Zu Beginn der siebziger Jahre wurde Kim Jong-il zum offiziellen Nachfolger seines Vaters Kim Il-sung ernannt. Kim Jong-il erbte auch die Juche-Ideologie, welche der Führungsriege in ihrem Streben nach norkoreanischer Selbstständigkeit eine ideologische Basis liefern sollte. Eine zentrale Rolle spielt darin die Propaganda und besonders der Spielfilm, welcher sowohl von Kim Il-sung als auch seinem Sohn heiß geliebt wird.
Jim Finns The Juche Idea handelt von einer südkoreanischen Filmemacherin, die in ein nordkoreanisches Künstlerkollektiv eingeladen wird. Inspiriert durch die tatsächliche Entführung des südkoreanischen Filmemachers Shin Sang-ok in 1977, welcher in Nordkorea eine Filmindustrie aufbauen sollte, folgt der Film der Filmemacherin und zeigt Ausschnitte aus nordkoreanischen Klassikern sowie die Versuche der jungen Frau das Juche-Kino ins 21. Jahrhundert zu transportieren.
Sa 2.1. 18:30; Do 7.1. 19:30

Largo
USA 2008; R: Andrew van Baal, Mark Flanagan; Digibeta, 112 min, OV
Deutschland-Premiere
Während rund einer Dekade galt Largo als wichtigster Nachtklub Los Angeles, dessen exzentrischen und durchdachten Live-Auftritte weit über die Stadtgrenze hinaus bekannt waren. Im Mai 2008 musste Largo jedoch schließen. Aus mehr als 120 Stunden Videoaufnahmen schufen Andrew van Baal und Mark Flanagan ein mitreißendes Porträt. Gänzlich auf Interviews verzichtend, präsentieren sie stattdessen die Geschichte des Klubs indem sie ausschließlich Auftritte von Musikern und Komödianten präsentieren. Das Ziel der beiden Regisseure ist es, den Klub so zu zeigen, wie er war und die großartigen Live-Auftritte von Aimee Mann, Fiona Apple, Andrew Bird, Jon Brion oder Sarah Silverman für sich sprechen zu lassen.
Mo 4.1. 21:00; So 10.1. 17:30

October Country
USA 2009; R: Donal Mosher, Michael Palmieri; Digibeta, 80 min, OV
Während einem Jahr folgen die beiden Filmemacher Michael Palmieri und Donal Mosher den drei Generationen der Familie Mosher, die unter einem Dach in einer armen Vorstadt New Yorks leben. Der Vater, ein traumatisierter Kriegsveteran, sitzt immerzu vor dem Fernseher; seine Frau nimmt in ihren schon prekären Haushalt einen jungen Mann auf, den die Sozialhilfe schickt. Die Tochter, die stets an die falschen Männer gerät, hat zwei Töchter: die Ältere, eine Teenie-Mutter, kümmert sich kaum um ihr Baby – die Jüngere ist ein frühreifes Girl. Missbrauch, Misshandlungen, frühe Schwangerschaften – das sind die Phantome, die die Familie Mosher verfolgen.
October Country zeigt unverblümt eine andere Seite von Amerika. Der Film umgeht die Gefahr billigen TV-Voyeurismus zu betreiben, indem er die Protagonisten zu Wort kommen lässt. Ein Dokumentarfilm mit einer raffinierten Ästhetik und Kompositionen, die das Unsichtbare, die beinahe übernatürliche Aura um diese Familie herum aufscheinen lassen. (Filmfestival Locarno)
Di 5.1. 19:00; Do 14.1. 21:30

Paradise
USA 2009; R: Michael Almereyda; Digibeta, 82 min; OV
Deutschland-Premiere
„All home movies aspire to a vision of paradise.“ (Derek Jarman)
„Ich bin begeistert von Paradise“, schreibt der amerikanische Schriftsteller Jonathan Lethem, „einem Film, dessen dokumentarisches Auge stets umherschweift, während er zugleich von einer ungemeinen Zielstrebigkeit knapp unterhalb der Ebene des bewussten Vorstellungsvermögens geprägt ist.“ Die Kunstfertigkeit, die Lethem beschreibt - eine Kombination von stiller Beobachtung, erzählerischer Komplexität und Wertschätzung der sinnlichen, materiellen Welt -, zeichnet Michael Almereydas Arbeiten der letzten zwanzig Jahre aus, seien es Spiel- oder Dokumentarfilme.
Almereydas jüngster Film ist ein unglaublich schönes, überwältigendes Skizzenbuch, eine Sammlung von fragmentarischen Episoden, die im Zuge von Reisen über einen Zeitraum von zehn Jahren festgehalten wurden. Paradise ist eine Auslese von intimen Momenten, die mit Freunden und Fremden geteilt wurden, erzählt mit einem Sinn für das Mysteriöse, Verwunderung und verschlagenem Humor. (Museum of Modern Art)
Fr 8.1. 20:00; Sa 16.1. 18:00

The Reinactors
USA 2008; R: Dave Markey; Digibeta, 90 min, OV
Deutschland-Premiere
Auf dem Hollywood Boulevard treffen dutzende Nachahmer von berühmten Schauspielern und Filmcharakteren aufeinander: Freddy Krueger arbeitet neben Superman, Marilyn Monroe, Shrek, Batman und Borat und alle kämpfen um den begrenzten Platz auf dem Walk of Fame. Doch hinter den Masken verbergen sich zahlreiche Schicksale. Den Traum vom großen Durchbruch verfolgen sie alle zwar noch immer, doch in der Realität posieren sie für einen Dollar für Touristen-Fotos. „The Reinactors ist wie ein klassisches Hollywood-Schauspiel zur Zeit der großen Depression. Nur das Jahrhundert hat sich geändert. Gleichzeitig zeigt der Film auch mit was für harten Bandagen hinter den Kulissen des Showbusiness gekämpft wird. Man könnte den Film auch als „American Idol on crack“ bezeichnen.“ (Dave Markey)
Di 12.1. 19:00; Di 19.1. 19:00

Rocaterrania
USA 2008; R: Brett Ingram; Digibeta, 74 min, OV
Deutschland-Premiere
Was für eine Entdeckung! Rocaterrania ist eine winzige Nation an der kanadisch-amerikanischen Grenze. Seit gut 60 Jahren leben dort überwiegend osteuropäische Immigranten, welche mit dem amerikanischen Verständnis von Demokratie unzufrieden geworden sind.
Geschaffen wurde Rocaterrania vom 76-jährigen Künstler Renaldo Kuhler, welcher diesen imaginären Staat erfand und ihn mit tausenden von Zeichnungen illustrierte. Im Verlauf der Jahrzehnte erlebte das Land unter anderem zwei Revolutionen und den Aufstieg und Fall von Zaren, Diktatoren und Präsidenten. Hinter jeder dieser Veränderung verbirgt sich jedoch eine tiefer liegende Bedeutung für Kuhler. Nicht nur verarbeitete er darin seine schreckliche Jugend und sein Leben als Außenseiter, sondern auch den Zustand eines tatsächlichen Landes.
Sa 9.1. 18:00; Mo 18.1. 19:30

Trust Us, This Is All Made Up
USA 2009; R: Alex Karpovsky; Digibeta, 83 min, OV
Deutschland-Premiere
Die beiden Schauspieler TJ Jagodowski und David Pasquesi gelten als Stars der amerikanischen Improvisationsszene. Seit über sechs Jahren begeistern sie mit ihren gänzlich improvisierten, sich stets an Charakter orientierenden und oft urkomischen Auftritten weltweit die Zuschauer. Alex Karpovsky, welcher auch als Schauspieler arbeitet (Harmony and Me, Beeswax), begleitete die beiden während eines Gastspiels in New York. Ganz im Zentrum von Trust Us, This Is All Made Up steht dabei eine mitreißende Performance von Jagodowski und Pasquesi, die Karpovsky komplett wiedergibt.
FR 8.1. 18:30; Di 19.1. 21:00

Vorpremiere
Ein Sommer in New York – The Visitor
USA 2008; Tom McCarthy; mit Richard Jenkins, Haaz Sleiman, Danai Gurira; 35mm, 95 min, OV
Walter Vale, einst brillanter Wirtschaftsprofessor und seit fünf Jahren Witwer, lässt sich ziellos durch sein inhaltsleeres Leben in einem Vorort in Connecticut treiben. Bis er zu einer Konferenz nach New York geschickt wird, wo er seit dem Tod seiner Frau nicht mehr war. In seinen vier Wänden in Manhattan angekommen, wartet eine große Überraschung auf ihn. Der eigentlich leerstehende Zweitwohnsitz wird von einem jungen Paar bewohnt, dem Araber Tarek und der Senegalesin Zainab. Nach einem ersten Schreck auf beiden Seiten stellt sich heraus, dass Walters Wohnung den beiden illegal vermietet wurde. Er entschließt sich, die beiden Fremden bei sich wohnen zu lassen. Gerade als er sich mit seinen Mitbewohnern nicht nur arrangiert, sondern auch angefreundet hat, wird Tarek in der U-Bahn verhaftet und als illegaler Ausländer in Abschiebehaft genommen.
Sa 9.1. 20:00