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Programm akt. Woche

  Kino Eintrittspreis:      
  Mo - So 6,50 Euro    
  Jeden Tag 3,00 Euro für Freundeskreis-Mitglieder  more
  Ab 130 Minuten Filmlänge plus Euro -,50
  Ab 150 Minuten Filmlänge plus Euro 1,-
  Kinderfilm 4,- Euro Gruppen ab 10 Kinder 2,50 Euro  
  Bei Sonderveranstaltungen gesonderte Preise (laut Aushang)
 
   
 

Unknown Pleasures #3 - American Independent Film Fest

 

1.-16.1.2011

  Die Suche und das Streben nach einer Form der Unabhängigkeit stehen im Zentrum von UNKNOWN PLEASURES #3. Eine Sehnsucht nach Freiheit, die eine der treibenden Kräfte des amerikanischen Kinos war und bis heute geblieben ist. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts floh eine Gruppe unabhängiger Verleiher vor den überaus strikten Auflagen der mächtigen New Yorker Filmwirtschaft zur Westküste. Dort ließen sie sich in Los Angeles nieder und legten das Fundament für das zukünftige «Hollywood», dem heutigen Gegenpol zum Independent-Film.
Francis Ford Coppolas gesamte Karriere ist ein Versuch eine Unabhängigkeit zu erlangen, von Geldgebern wie von künstlerischen Vorgaben. Mit seinem neusten Film TETRO, dem diesjährigen Eröffnungsfilm von UP#3, findet er nach Jahren gescheiterter Projekte eine unerwartete Radikalität und eine geradezu jugendliche Frische wieder. Dieser unbedingte Wille eine Geschichte nach eigenen Vorstellungen zu erzählen, durch und durch persönlich, ist der entscheidende Ausgangspunkt der hier gezeigten Filme: Sei es in Form eines im Abfall «gefundenen» Spielfilms, einer geradezu unglaublichen Kunstperformance eines (Ex?)Schauspielers oder in diversen Kurzfilmen, in denen Eindrücke, Ideen und Beobachtungen verarbeitet werden.

Spricht man von Unabhängigkeit, so spricht man auch über Machtverhältnisse.
Denn eine Unabhängigkeit ist nur durch Abgrenzung und Ausschluss möglich.
In den Filmen von Thom Andersen und John Gianvito, die zu den spannendsten gehören, was man im amerikanischen Kino sehen kann, ist die Frage nach Machtverhältnissen und Geschichtsschreibung stets präsent. Wie wird Geschichte dargestellt? Wie lässt sie sich überhaupt darstellen und wer entscheidet,was in die Geschichte aufgenommen wird und was nicht? Anlässlich der neusten Filme von Thom Andersen und John Gianvito, GET OUT OF THE CAR respektive VAPOR TRAIL (CLARK), widmet UP#3 ihnen zwei Spezialprogramme.
Zwei besondere Höhepunkte des Festivals.
Hannes Brühwiler        unknownpleasures.de

   
  PROGRAMM    FILME
   
  Sa, 1.1.
19:30 Tetro
22:00 Trash Humpers
   
  So, 2.1.
18:15 Hamilton
19:30 The Mad Songs of Fernanda Hussein
   
  Mo, 3.1.
19:30 I‘m Still Here
20:00 Open Five
21:30 Red Hollywood
   
  Di, 4.1.
19:30 And Everything is Going Fine
21:15 Trash Humpers
21:45 Kaboom
   
  Mi, 5.1.
19:30 Putty Hill
21:15 Tetro
21:45 Hamilton
   
  Do, 6.1.
20:00 Jean-Michel Basquiat: The Radiant Child (anschließend Party im Grünen Salon)
20:15 Open Five
21:45 The New Year
22:00 And Everything is Going Fine
   
  Fr, 7.1.
19:15 Profit Motive and the Whispering Wind
20:30 Trash Humpers
22:00 Foreign Parts
   
  Sa, 8.1.
18:30 Get Out of the Car / Eadweard Muybridge: Zoopraxographer
20:15 And Everything is Going Fine
22:00 Canary
   
  So, 9.1.
18:00 Vapor Trail (Clark)
   
  Mo, 10.1.
19:30 Tetro
20:00 Red Hollywood
21:45 I‘m Still Here
   
  Di, 11.1.
19:30  Foreign Parts
21:00 The Mad Songs of Fernanda Hussein
   
  Mi, 12.1.
19:30  Red Bucket Shorts Block
21:15 I‘m Still Here
21:30 Kaboom
   
  Do, 13.1.
19:30 The New Year
21:30 Get Out of the Car / Eadweard Muybridge: Zoopraxographer
   
  Fr, 14.1. 19:00 Profit Motive and the Whispering Wind
20:15 Jean-Michel Basquiat: The Radiant Child
22:00 Putty Hill
   
  Sa, 15.1.
18:00  Canary
20:00 Kaboom
21:45 Red Bucket Shorts Block
   
  So, 16.1.
18:30  Los Angeles Plays Itself
   
 

1.-16.1.2011

 

Unknown Pleasures #3

 

Eröffnungsfilm

  TETRO
USA 2009; R: Francis Ford Coppola; mit Vincent Gallo, Alden Ehrenreich, Maribel Verdú; 35mm, 127 Minuten, OF
Berlin-Premiere
Die Suche nach seinem Bruder Tetro verschlägt den jungen Matrosen Bennie nach Buenos Aires. Nachdem er jahrelang mit dem Vater, einem berühmter Dirigent, der weltweit Orchester leitete, herumgereist ist, vermisst er Tetro, den er seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gesehen hat. Als die beiden Brüder sich tatsächlich in Buenos Aires treffen, durchleben sie noch einmal die unheimliche Erfahrungen ihrer geteilten Vergangenheit und stossen auf ein schreckliches Geheimnis.

„Was wirklich erstaunt ist die intensive Freiheit der Narration, der Inszenierung und des Stils (teils albern, teils ernsthaft), die sich Francis Ford Coppola erlaubt. (...) Doch noch mehr als ein „freier“ Film hinterlässt TETRO das Gefühl eines kleinen Independent-Films, der sich, ohne dass man dies hätte kommen sehen, in einen großen Film verwandelt.“ (Cahiers du Cinéma)

A young man arrives in Buenos Aires to search for a brother who has been missing for over ten years. The family immigrated from Italy to Argentina, but with the great musical success of their father, an acclaimed symphonic conductor, moved from Argentina to New York. When the young brother finds his older brother, the melancholy poet Tetro, he is not at all what he expected. In the course of staying with Tetro and his girlfriend Miranda, the two brothers re-live the haunting experiences of their shared past and a terrible secret is revealed.

SA 1.1. 19:30
MI 5.1. 21:15
MO 10.1. 19:30
   
  AND EVERYTHING IS GOING FINE
USA 2010; R: Steven Soderbergh; Digibeta, 89 Minuten, OF
Berlin-Premiere
AND EVERYTHING IS GOING FINE ist ein intimes Porträt des für seine Bühnen-Monologe bekannten Spalding Gray (1941-2004) - erzählt von seinem kritischsten, respektlosesten und aufschlussreichsten Biografen: Spalding Gray. Regisseur Steven Soderbergh schuf aus 90 Stunden Archiv-Aufnahmen einen letzten Monolog und lässt Gray über seine Jugend, die Allgegenwärtigkeit des Todes und den schmalen Grat zwischen Kunstschaffen und Geisteskrankheiten sprechen.
  AND EVERYTHING IS GOING FINE is a tribute to Gray in the form of a final autobiographical monologue, mediated by the camera and constructed by a filmmaker attuned, as Gray was, to the presence of death in life. (...) Soderbergh collages excerpts from videotapes of Gray’s performances, TV interview clips, and bits of home movies, allowing Gray to tell his own story just as he did on stage for 25 years, his brilliantly timed gallows humor matched by equally brilliant editing. Gray’s is virtually the only voice in the movie; there is neither commentary nor title cards. Cinema is a ghostly art, and here it is as if Gray has come back from the grave to confirm that, as he feared and prophesized, the end of his life was written in its beginning. (Amy Taubin)

DI 4.1. 19:30
DO 6.1. 22:00
SA 8.1. 20:15
   
  CANARY
USA 2009
R: Alejandro Adams; mit Carla Pauli, Eli Kramer, Larissa Kasian; Digibeta, 93 Minuten, OF
Deutschland-Premiere
Alejandro Adams zweiter Spielfilm CANARY ist eine kompromisslose, offensive und schräge Produktion. Oberflächlich betrachtet könnte man den Film als eine dystopisch Science-Fiction-Geschichte über den Handel mit Organen umschreiben. Doch mit Genre-Begriffen kommt man hier nicht weit. Das mysteriöse Unternehmen Canary Industries leiht in Not geratenen Patienten Organe aus. Sollten die Kunden sich jedoch nicht an die strikten Regeln des Unternehmens halten, werden die Organe sofort wieder zurückgefordert. Der Einsatz von mehrschichtigen Dialogen und nur einem Hauch von konventioneller Narration macht CANARY zu einem der herausforderndsten Filme der amerikanischen digitalen Micro-Budget-Filmszene.

Uncompromising, confrontational, oblique -- just a few of the words used to describe director Alejandro Adams' second feature film, CANARY. On the surface, it's a dystopian science-fiction tale about organ harvesting, yet there's nothing even remotely "genre" about it. The mysterious Canary Industries is in the business of loaning human organs to patients in need. However, failure to follow their strict set of rules results in immediate repossession. With its use of multi-layered dialog and only a hint of conventional narrative, CANARY is easily one of the most challenging films to come out of the world of American micro-budget digital cinema.

SA 8.1. 22:00
SA 15.1. 18:00
   
  FOREIGN PARTS
USA 2010
R: Verena Paravel, J.P. Sniadecki; Digibeta, 80 Minuten, OF
Berlin-Premiere
In Queens, einem Viertel von New York, verbirgt sich im Schatten des neuen Mets-Baseballstadions die Enklave von Willets Point – eine Industriezone, die dem Untergang geweiht ist. Voller Schrottplätze und Autoersatzteillager, ohne Gehsteige und Kanalisation, scheint die Gegend reif für eine Generalüberholung. FOREIGN PARTS enthüllt eine seltsame Community, in der Wracks, Müll und Recycling ein blühendes Geschäft darstellen. Autos werden demontiert und nach Marke und Teil katalogisiert, um dann einer Kolonne von durchfahrenden Kunden wieder verkauft zu werden. Der Film dokumentiert den schwierigen Alltag in diesem verkannten Viertel, das bald den urbanen Zielsetzungen der großen Metropole zum Opfer fallen wird.

A hidden enclave in the shadow of baseball’s new Mets Stadium, the neighborhood of Willets Point, Queens, is an industrial zone fated for demolition. Filled with scrapyards and auto salvage shops, lacking sidewalks or sewage lines, the area seems ripe for tourist development. But FOREIGN PARTS discovers a strange community where wrecks, refuse and recycling form a thriving commerce. Cars are stripped, sorted and catalogued by brand and part, then resold to an endless parade of drive-thru customers. The film observes and captures the struggle of a contested “eminent domain” neighborhood before its disappearance under the capitalization of New York’s urban ecology

FR 7.1. 22:00
DI 11.1. 19:30
   
  Zwei Filme von Matthew Porterfield
HAMILTON
USA 2006
R: Matthew Porterfield; mit Stephanie Vizzi, Christopher H. Myers, Sarah Seipp-Williams; 16mm, 65 Minuten, OF
Berlin-Premiere
HAMILTON schildert zwei Sommertage im Leben einer jungen Familie: Lena und Joe sind seit kurzem unbeabsichtigt Eltern und leben in einer bunt zusammengewürfelten Nachbarschaft eines Vororts im Nordosten von Baltimore. Doch die beiden sehen einander kaum, denn während Lena bei Joes Eltern wohnt und das Kind versorgt, hat dieser eine eigene Wohnung und versucht, zwei Jobs unter einen Hut zu bringen.

Hamilton chronicles two summer days in the life of a young family: Lena, 17, and Joe, 20, two recent, accidental, unwed parents residing in a diverse suburban neighborhood in northeast Baltimore City. First-timer Matthew Porterfield avoids the narrative contrivances of many recent forays into Americana - by virtually avoiding narrative. Plotless in the best sense, HAMILTON is essentially a couple of uneventful days in the lives of young parents Joe and Lena and their extended family. Utilizing lots of long takes, minimal camera movement, and most importantly, Scott Martin's ambient sound design, HAMILTON immerses itself in the summertime rhythms of one particular blue-collar Baltimore suburb. (Joshua Land)
   
  SO 2.1. 18:15
MI 5.1. 21:45
   
  PUTTY HILL
USA 2010
R: Matthew Porterfield; mit Sky Ferreira, Zoe Vance, James Siebor, Jr.; Blu Ray, 87 Minuten, OF
Der 24-jährige Cory ist an einer Überdosis Heroin gestorben. Am Vortag seiner Beerdigung kommen seine Familie und Freunde zusammen. In semi-dokumentarischer Weise schildert PUTTY HILL das Milieu der Teenager, ihren verzweifelten Traum vom Ausbruch, einen Traum voller Müdigkeit und Wiederholungen, einen sanften Traum von einem Leben jenseits der Vorstädte. Langsam entsteht als Antwort auf das vorsichtig fragende Insistieren des Films das fragmentarische Bild einer New American Generation. Jenseits von Independent-Gehabe und selbstbezogenem Mumblecore ist PUTTY HILL das riskante und eigenartige Beispiel eines politischen Kinos in den USA, das sehr selten und kostbar geworden ist. (Viennale)

A young man dies of a heroin overdose in an abandoned house in Baltimore. On the eve of his funeral, family and friends gather to commemorate his life. Their shared memories paint a portrait of a community hanging in the balance, skewed by poverty, city living, and a generational divide, united in their pursuit of a new American Dream.
MI 5.1. 19:30
FR 14.1. 22:00
   
  I‘M STILL HERE
USA 2010
R: Casey Affleck; mit Joaquin Phoenix, Sean Combs; Digibeta, 108 Minuten, OF
Deutschland-Premiere
Handelt es sich um eine Dokumentation? Ist alles reine Fiktion und Projektion? I‘M STILL HERE ist ein Jahr im Leben von Joaquin Phoenix, der sich von seiner Karriere als Hollywoodstar lossagt und beschließt, sich dem Hip Hop zu widmen. Der Film, sein Protagonist, das Ganze sind teils absurd, teils berührend, dann wieder grotesk, immer aber riskant und haarscharf am Absturz in die eigene Widersprüchlichkeit entlang balancierend. Inzwischen gilt die Losung, die ganze Geschichte sein ein inszenierter Fake gewesen. Andere sagen, auch dies sei reine Schadensbegrenzung à la Hollywood. However – see for yourself, wie nahe in diesem grotesken Geschäft alles beieinander liegt. F for Phoenix. (Viennale)

The directorial debut of actor Casey Affleck, I’M STILL HERE is a striking portrayal of a tumultuous year in the life of internationally acclaimed actor Joaquin Phoenix. With remarkable access, I’M STILL HERE follows the Oscar-nominee as he announces his retirement from a successful film career in the fall of 2008 and sets off to reinvent himself as a hip hop musician. Sometimes funny, sometimes shocking, and always riveting, the film is a portrait of an artist at a crossroads. Defying expectations, it deftly explores notions of courage and creative reinvention, as well as the ramifications of a life spent in the public eye.

MO 3.1. 19:30
MO 10.1. 21:45
MI 12.1. 21:15
   
  JEAN-MICHEL BASQUIAT: THE RADIANT CHILD
USA 2010
R: Tamra Davis; Digibeta, 92 Minuten, OmU
Berlin-Premiere
In den 80er Jahren ist er mit seinen vom Bebop beeinflussten, neo-expressionistischen Werken kometenhaft in den Kunsthimmel aufgestiegen, dann folgte rasch der Absturz in Paranoia und Drogensucht. Mit 27 Jahren war das wahnwitzig produktive Leben des Jean-Michel Basquiat, einem der prägenden Künstler des 20. Jahrhunderts, bereits wieder vorbei. Davis verwendet in ihrem Film erstmals Aufnahmen aus einem Interview, das sie wenige Jahre vor Basquiats Tod mit ihm führte. Und wer sich schon immer gefragt hat, was es mit dessen so schwer zu beschreibender, aber unmittelbar packender Kunst eigentlich auf sich hat, erhält in dieser von tiefem Gefühl geprägten Dokumentation zahlreiche Hinweise aus kundigem Mund. (Viennale)

Centered on a rare interview that director and friend Tamra Davis shot with Basquiat over twenty years ago, this definitive documentary chronicles the meteoric rise and fall of the young artist. In the crime-ridden NYC of the 1970s, he covers the city with the graffiti tag SAMO. In 1981 he puts paint on canvas for the first time, and by 1983 he is an artist with “rock star status.” He achieves critical and commercial success, though he is constantly confronted by racism from his peers. In 1985 he and Andy Warhol become close friends and painting collaborators, but they part ways and Warhol dies suddenly in 1987. Basquiat’s heroin addiction worsens, and he dies of an overdose in 1988 at the age of 27.
DO 6.1. 20:00 (anschließend Party im Grünen Salon)
FR 14.1. 20:15
   
  KABOOM
USA 2010
R: Gregg Araki; mit Thomas Dekker, Haley Bennett, Roxane Mesquida; Blu Ray, 86 Minuten, OF
Eine wüst zusammenfabulierte Mischung aus High-School-Coming-of-Age-Komödie und Science-Fiction-Paranoia-Thriller-Groteske, die neben homo- und heterosexuellen Begegnungen auch flotte Dreier und hilfreiche Hinweise zum Oralverkehr bereithält. Mit KABOOM persifliert der mittlerweile 50-jährige Araki sein eigenes Frühwerk. Er unterwirft die alten, von Teenage-Angst, Hormonstürmen und drogeninduzierten Wahrnehmungsstörungen geprägten Geschichten einer ironischen Brechung, übersetzt die entstandenen Fragmente in Genreformeln und lässt diese in einem Kaleidoskop rotieren. Schwindlig kann einem dabei schon werden. (Viennale)

Smith’s everyday life in the dorms - hanging out with his arty, sarcastic best friend Stella, hooking up with a beautiful free spirit named London, lusting for his gorgeous but dim surfer roommate Thor - all gets turned upside-down after one fateful, terrifying night. Tripping on some hallucinogenic cookies he ate at a party, Smith is convinced he's witnessed the gruesome murder of an enigmatic Red Haired Girl who has been haunting his dreams. What he discovers as he tries to find out the truth leads him deeper and deeper into a mystery that will forever change not only the course of his young life but the destiny of the entire world.

DI 4.1. 21:45
MI 12.1. 21:30
SA 15.1. 20:00
   
  THE NEW YEAR
USA 2010
R: Brett Haley; mit Trieste Kelly Dunn, Linda Lee McBride, Kevin Wheatley; Blu Ray, 96 Minuten, OF
Deutschland-Premiere
Sunny, die Abschlusssprecherin ihrer High School, steckt nach dem Schulende in einer kleinen Stadt in Florida fest. Nachts arbeitet sich in einem Bowling-Center, tagsüber kümmert sie sich um ihren todkranken Vater. Als sie auf einen ehemaligen High School Rivalen, der mittlerweile in New York lebt und ein paar Tage Urlaub in Florida macht, wieder trifft, muss sie sich plötzlich zwischen ihren früheren Träumen oder neuen, völlig unerwarteten entscheiden.

One-time high school valedictorian and “most likely to succeed,” beautiful bookworm Sunny finds herself stuck in Pensacola in her mid-twenties, working at a bowling alley and caring for her terminally ill father. Sunny is taken off guard when she runs into a handsome, high school rival who is home from New York for the holidays, and finds herself at a crossroads between chasing her old dreams, or creating new ones that she never believed she would have.

DO 6.1. 21:45
DO 13.1. 19:30
   
  OPEN FIVE
USA 2010
R: Kentucker Audley; mit Jake Rabinbach, Kentucker Audley, Shannon Esper, Amy Seimetz; Blu Ray, 72 Minuten, OF
Deutschland-Premiere
In einer Mischung aus Realität und Fiktion, folgt OPEN FIVE dem sich abmühenden Musiker Jake und Kentucker, dem Filmemacher „armer“ Spielfilme, und zeigt was geschieht, wenn zwei Frauen (Lucy und Rose) sich für ein langes Wochenende nach Memphis wagen.

A blend of reality and fiction, OPEN FIVE follows the story of Jake, a struggling musician and his sidekick, Kentucker, a maker of “poor” films and what happens when two girls (Lucy and Rose) venture down to Memphis for a long weekend.

OPEN FIVE: a road-movie that stays put, or: a moving picture about perspective and context, about stay-the-course v. come-and-go, about permanence v. dilettanting. It tests the tragic-romantic tension between the flash-in-the-pan things that seem serious for all of three months, and inescapable tradition mingled with blood-history — the accorded vibrations are what propel story and life. In other words a real record: a film 'cut' like a 45: so light, but so heavy. (Craig Keller)

MO 3.1. 20:00
DO 6.1. 20:15
   
  Red Bucket Shorts Block
USA 2004-2010; R: Alex Kalman, Sam Lisenco, Nick Poe, Benny Safdie, Josh Safdie; digital, 90 Minuten, OF
Internationale Premiere
Die Brüder Josh und Benny Safdie gehören zu den interessantesten jungen Regisseuren der unabhängigen Filmszene. Neben ihren Langfilmen verarbeiten sie Ideen, Eindrücke und Beobachtungen in zahlreichen Kurzfilmen. Nachdem bei UP#1 und UP#2 die ersten beiden Langfilme The Pleasure of Being Robbed sowie Go Get Some Rosemary gezeigt worden sind, präsentieren die Brüder dieses Jahr zum ersten Mal außerhalb New Yorks nicht nur eine Auswahl ihrer eigenen Kurzfilme, sondern auch die von weiteren Mitstreitern des von ihnen mitgegründeten Filmemacher-Kollektives Red Bucket Films.

These movies have been and will continue to be great prologues and inter-chapters to features. Self made Talk Shows, Buttons (small observations from around the world), small supernovas-of-expression (short films), stupid shit, surreal stuff, loud music by friends, characters you will never forget and a constant fight with realism as we push it up against a wall over and over again. (Josh und Benny Safdie)
MI 12.1. 19:30
SA 15.1. 21:45
   
  Trash Humpers
USA 2009
R: Harmony Korine; mit Rachel Korine, Brian Kotzur, Travis Nicholson; Digibeta, 78 Minuten, OF
Berlin-Premiere
«Unwürdige Greise» ist gar kein Ausdruck und «seltsames Treiben» stark untertrieben: Das, was die drei Figuren mit den Altersmasken in Harmony Korines neuester filmischer Ruhestörung TRASH HUMPERS den liebenlangen Rentnertag so unternehmen, irritiert stark. Sie zerschlagen Fernseher, verderben Kinder, verstören Erwachsene und, natürlich, rammeln Mülltonnen. Begleitet werden die transgressiv-obszönen Provokationen von einem aus dem Off ertönenden keckernden, kreischenden, höhnischen Gelächter, das gewaltig nervt. Zivilisationskritik? Ja, auch. Vor allem aber ein im besten Sinne hässlicher, entgleister Film. (Viennale)

A film unearthed from the buried landscape of the American nightmare. TRASH HUMPERS follows a small group of elderly „Peeping Toms“ through the shadows and margins of an unfamiliar world. Crudely documented by the participants themselvs, we follow the shocking actions of a group of true sociopaths the likes of which have never never been seen before. Inhabiting a world of broken dreams and beyond the limits of morality, they crash against a torn and frayed America. Bordering on an ode to vandalism, it is a new type of horror - palpable and raw. (Harmony Korine)

SA 1.1. 22:00
DI 4.1. 21:15
FR 7.1. 20:30
   
  Special Program: Thom Andersen
Eadweard Muybridge: Zoopraxographer
USA 1974
R: Thom Andersen; 16mm, 59 Minuten, OF
EADWEARD MUYBRIDGE: ZOOPRAXOGRAPHER ist ein brillanter und innovativer Film über die Wurzeln des Medium Films und über Eadweard Muybridge, dessen berühmtesten Wegbereiter. Im Verlauf von zehn Jahren animierte Filmemacher Thom Andersen Muybridges fotographische Studien von menschlichen und tierischen Gesten und Bewegungen. Biographische Fakten über das Leben von Muybridge und dessen berufliche Kämpfe werden diesen Sequenzen hinzugefügt. Dabei entstand ein Werk, das durch das Aufzeigen der prä-cinematographischen Technologien die Geschichte des Films ergründet und Parallelen zwischen Muybridges zurückgezogenem Lebensstil und seinem Genie sowie der explosiven und in aller Öffentlichkeit stattfindenden Geburt des Kinos aufzeigt. EADWEARD MUYBRIDGE ist gleichzeitig ein Film über Geschichte als auch ein genuines Kunstwerk.

EADWEARD MUYBRIDGE: ZOOPRAXOGRAPHER is a brilliant, innovative film about the origins of cinema and its most famed forefather, Muybridge. Filmmaker Thom Andersen, over the course of ten years, animated Muybridge’s photographic studies of human and animal gesture and movement. Interpolated with these incredible sequences are biographical sections detailing Muybridge’s personal and professional struggles, narrated by Dean Stockwell. The result is a film that investigates the history of cinema while it traces its development from pre-cinematic technologies. Drawing parallels between Muybridge’s reclusive lifestyle and genius and the explosive, very public birth of cinema, EADWEARD MUYBRIDGE manages to be both a film about history and a genuine work of art.

zusammen mit GET OUT OF THE CAR

SA 8.1. 18:30
DO 13.1. 21:30
   
  Red Hollywood
USA 1995
R: Thom Andersen, Noël Burch; BetaSP, 118 Minuten, OF
Thom Andersen und Noël Burchs provokativer Dokumentarfilm blickt mit frischem Blick auf das „rote“ Hollywood - also Filme von Drehbuchautoren und Regisseuren, die Kommunisten oder Ex-Kommunisten waren oder die in Ermittlungen des „House Committee on Un-American Activities“ verwickelt wurden. Durch ausführliche Recherchen enthüllt das Video, wie es dem linken Hollywood möglich war, in Spielfilme ihre politischen Überzeugungen einfließen zu lassen. Dabei gehen die beiden Filmemacher auf deutliche Distanz zu Billy Wilders oft zitiertem Spruch „Von den „Unfriendly Ten“ hatten nur zwei Talent, die anderen acht waren einfach nur unfreundlich.“ RED HOLLYWOOD enthüllt eine größtenteils vernachlässigte Hinterlassenschaft Hollywoods: Filme, die im Bezug auf Klasse, Geschlecht und Rassismus Fragen stellen. (Pacific Film Archive)

Thom Andersen and Noël Burch's provocative documentary looks with fresh eyes at "Red" Hollywood—films by screenwriters and directors who were communists, ex-communists, or sympathizers and who were in some way implicated by the Hollywood investigations of the House Committee on Un-American Activities. Drawing on their extensive research the video reveals the degree to which the Hollywood left was able to tint movies with its political convictions. Taking issue with Billy Wilder's oft-quoted put-down, "Of the Unfriendly Ten, only two had talent, the other eight were just unfriendly," RED HOLLYWOOD reveals a largely neglected Hollywood legacy: films committed to raising questions regarding class, gender, and racism. (Pacific Film Archive)

MO 3.1. 21:30
MO 10.1. 20:00
   
  Los Angeles Plays Itself
USA 2003
R: Thom Andersen; BetaSP, 169 Minuten, OF
Als eine «etwas andere Stadtsymphonie» beschreibt LOS ANGELES PLAYS ITSELF die Stadt Los Angeles anhand von Filmen, die ihre Geschichte und Geografie mittels bewegter Bilder rekonstruieren. Der Film möchte eine Seite der Stadt porträtieren, die wenig bekannt, ja unsichtbar ist – obwohl L.A. durch die Hollywood-Filme allen so vertraut erscheint. Mit von Ausschnitten aus Hunderten von Streifen, die in L.A. gedreht wurden – vom berühmtesten bis hin zum obskursten –, richtet LOS ANGELES PLAYS ITSELF unsere Aufmerksamkeit auf die dokumentarischen Enthüllungen, die sich in diesen Spielfilmen verbergen.

A “city symphony in reverse”, LOS ANGELES PLAYS ITSELF depicts Los Angeles through cinema, seeking to reconstruct its history and geography through moving images. The film attempts to portray a side of the city that is little known, almost invisible, despite the city’s familiarity through Hollywood movies. Using clips from hundreds of films shot in Los Angeles, from the most famous to the most obscure, it asks us to watch with our voluntary attention and look for the documentary revelations buried in fiction films.

SO 16.1. 18:30
   
  Get Out of the Car
USA 2010
R: Thom Andersen; 16mm, 34 Minuten, OF
Deutschland-Premiere
Aus Gebäudefassaden, oft ungenutzten Werbetafeln, religiösen Bildern und Resten kultureller Zeichen in peripheren, verlassenen Arealen und im Latin Quarter von Los Angeles komponiert Andersen eine Stadtsymphonie in 16mm – versetzt mit Dialogfragmenten, Verkehrs- und Industriegeräuschen, getragen von Populärmusik aus L.A. von 1941 bis 1999. «It’s kind of a film about absence», erklärt Andersen sogleich zu Beginn des Films. Um diese Abwesenheit zu bemerken, muss man allerdings aus dem Auto aussteigen.

GET OUT OF THE CAR is miniature city symphony exposing Los Angeles’ gentrification and neglect through a cheeky montage of static images set against the region’s musical history. The film takes its cue from Richard Berry’s song “Get Out of the Car”, prompting an exploratory walk about Los Angeles.

GET OUT OF THE CAR could be characterized as a nostalgic film. It is a celebration of artisanal culture and termite art. But I would claim it’s not a useless and reactionary feeling of nostalgia, but rather a militant nostalgia. Change the past, it needs it. Remember the words of Walter Benjamin I quote in the film: even the dead will not be safe. (Thom Andersen)

zusammen mit EADWEARD MUYBRIDGE: ZOOPRAXOGRAPHER

SA 8.1. 18:30
DO 13.1. 21:30
   
  Special Program: John Gianvito
The Mad Songs of Fernanda Hussein
USA 2001
R: John Gianvito; mit Thia Gonzales, Dustin Scott, Robert Perea; DVD, 168 Minuten, OF
John Gianvito ist jemand, der nicht kalkuliert, der auf alle Effekte verzichtet. Er nimmt uns bei der Hand, damit wir mit ihm etwas empfinden. Er sagt, komm, schau hin, hör zu. Und das tun wir. (...) Warum hat niemand sonst das Thema des Golfkriegs im Kino auf diese Weise aufgegriffen? Es gab doch so viele Filme über Vietnam. (...) Vielleicht deshalb, weil sich diesmal die ganze Welt im Recht glaubte. Die ganze Welt - außer John Gianvito, der durch und für das Kino lebt und denkt. (Chantal Akerman)

Made over six years on a minsicule budget with a cast of nonprofessionals, THE MAD SONGS OF FERNANDA HUSSEIN melds fiction and documentary to examine the lasting ramifications of the 1991 Persian Gulf War on three characters in New Mexico. The Fernanda Hussein of the title is a Mexican American mother separated from her Arab husband whose children are targeted due to anti-Iraqi sentiments. Interwoven are two other stories, one following a young teenage boy, adrift in his anger, struggling to find a way to affect change; the other, the story of a returning veteran (portrayed by a Gulf war veteran) indelibly marked by what he’s witnessed and participated in. “My goal was to try to create a time-capsule of what it felt like to be in America during that period, to preserve as best possible the memories I had of that time, with the hope of encouraging reflection.” (John Gianvito)

SO 2.1. 19:30
DI 11.1. 21:00
   
  Profit Motive and the Whispering Wind
USA 2007
R: John Gianvito; DVD, 60 Minuten, OF
Dass das Kontemplative und das Politische, die Meditation und die Agitation gut zusammen gehen zeigt John Gianvito in seinem experimentellen Dokumentarfilm PROFIT MOTIVE AND THE WHISPERING WIND mit einer stillen Sicherheit, die zugleich verblüfft und aufrüttelt. Über zwei Jahre hinweg und quer durch die Vereinigten Staaten besuchte Gianvito Friedhöfe, historische Gedenkstätten und Erinnerungstafeln und nahm Bilder der stummen Zeugen vergangener Kämpfe auf.
Gianvitos Film ist als bildhafte Ergänzung zu Howard Zinns Standardwerk «A People's History of the United States» zu sehen. Der Filmemacher folgt dessen beispielhafter Geschichtsschreibung auf den Spuren der Namenlosen und Marginalisierten. So bringt er die lange Tradition der amerikanischen Linken ans Licht und verteidigt sie zugleich gegen die anhaltenden Versuche der Herrschenden, Kritiker mundtot und deren Vermächtnis unsichtbar zu machen. (Alexandra Seitz)

It‘s focus is on traces of progressive U.S. history, much of it (sadly and tellingly) little known to many U.S. citizens. Given the continued maneuvers by power elites to exclude public involvement in the shaping of our future, it behooves us to know as much about our histories as we can, and to take a close look at what incidents and which people tend to be ommitted from these histories and why. In my own modest way, it is this which my film seeks to provoke reflection upon. (John Gianvito)

FR 7.1. 19:15
FR 14.1. 19:00
   
  Vapor Trail (Clark)
USA 2010
R: John Gianvito; Digibeta, 264 Minuten, OF
Deutschland-Premiere
Als der US-amerikanische Stützpunkt «Clark Air Base» aufgelöst wurde und die Truppen abzogen, blieben Munition, Giftmüll, Asbest einfach liegen. Gianvito verflicht Interviews mit Opfern und Aktivisten, schriftliche und fotografische Zeugnisse, Archivmaterial und Landschaftsaufnahmen und schildert so die Auswirkungen der jahrzehntelangen Verschmutzung auf das riesige Gelände im Norden der philippinischen Insel Luzon und auf die Menschen, die dort leben. VAPOR TRAIL (CLARK) ist ein aktivistischer Film, der einen Eindruck von der Tragweite politischer, ökologischer und historischer Sachverhalte vermittelt.

VAPOR TRAIL (CLARK) is a documentary essay exploring circumstances of toxic contamination around the former US military bases in the Philippines as the locus for a meditation on historical amnesia, colonial privilege, and the consequences of unchecked militarism. Interweaving both cinéma-vérité and interview footage of Filipino victims and their families, and community activists, along with early photographic material pertaining to the Philippine-American War, VAPOR TRAIL (CLARK) is an attempt to construct a work capable of rendering some measure of this human and environmental tragedy and the complexities of its remedy.

SO 9.1. 18:00