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Programm akt. Woche

  Kino Eintrittspreis:      
  Mo - So 6,50 Euro    
  Jeden Tag 3,00 Euro für Freundeskreis-Mitglieder  more
  Ab 130 Minuten Filmlänge plus Euro -,50
  Ab 150 Minuten Filmlänge plus Euro 1,-
  Kinderfilm 4,- Euro Gruppen ab 10 Kinder 2,50 Euro  
  Bei Sonderveranstaltungen gesonderte Preise (laut Aushang)
 
 

StummfilmKonzerte im Babylon - Die 10. Staffel

 

mit Livemusik von Stephan v. Bothmer

 


Programm
Texte zu allen Filmen
Musiker
Ort | Eintritt | Infos
  Sehr geehrte Damen und Herren,

die neue Staffel im babylon steht an. Sie erfreut sich nicht nur wie immer abwechslungsreicher Musik, sondern auch abwechslungsreicher Besetzungen: Flügel, Kinoorgel, CineTronium, Cello + Klavier und mein Live-Filmmusik-Ensemble.

Auch die Filme sind wieder Juwelen: neben bekannten und selten aufgeführten gibt es wieder einige Entdeckungen aus den Tiefen des Filmmuseums und des Bundesarchiv-Filmarchivs. Allesamt Meisterwerke die für sich stehen können. Ein Höhepunkt ist sicherlich die Aufführung von THE LOST WORLD, einem Stummfilm mit unzähligen animierten Dinosauriern, der mich sehr bewegt hat.

Nebenbei wird StummfilmKonzerte 4 Jahre alt.

Ich lade Sie herzlich zu unseren StummfilmKonzerten ein - insbesondere den unglaublich gut Fotografierten GROßSTADTSCHMETTERLING möchte ich Ihnen ans Herz legen - und freue mich über Ankündigung wie Bericht, und stehe mit Freikarten und für Interviews bereit.

Das Filmmuseum hat uns wieder hervorragende Filmbilder zur Verfügung gestellt, die ich an Sie weiterreichen darf.
Alle Konzerte wie immer mit Einführung und kostenlosem Programmheft von Jürgen Dittrich und Philipp Stiasny.
Anbei alle Informationen mit Texten zu allen Filmen. In den nächsten beiden Mails schicke ich Ihnen schon mal Bilder zu allen Filmen.
Mit besten Grüßen, Ihr Stephan v. Bothmer
   
  Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir laden Sie herzlich ein zu unserer neuen Staffel „StummfilmKonzerte im babylon“und haben ein herzzerreißend amüsantes und erfrischendes Programm für Sie zusammengestellt: Populäres Genrekino, das den Zuschauersaal mit Gelächter erfüllen wird, Sensationen bestaunen lässt und vielleicht auch Tränen der Rührung hervorruft.

Wir freuen uns Sie zu sehen, Ihr StummfilmKonzerte-Team
Stephan v. Bothmer, Jürgen Dittrich, Philipp Stiasny und das babylon Berlin.
   
 

Programm

   
 
Di. 06. Jan
20 Uhr
  Asphalt [Joe May, D 1928/29]
Krimi
Ein junger Polizisten gerät in die Netze einer verführerischen Diebin, tötet seinen Nebenbuhler und landet selber im Gefägnis.
Ein Stummfilm-Melodram, das durch überzeugende Darstellung und hervorragende Kameraarbeit besticht: Ein Klassiker des deutschen Kriminalfilms.

Live-Filmmusik: Stephan v. Bothmer Kinoorgel

Di. 20. Jan 09
20 Uhr
  Metropolis [Fritz Lang, D 1926]
Science Fiction - Epos, Stadtutopie

Der Maßstab aller Science Fiktion - Filme. Technikbesessen und romantisch, populär und avantgardistisch.

Live-Filmmusik: Stephan v. Bothmer Kinoorgel

Di. 03. Februar
20 Uhr
  Der Student von Prag [Stellan Rye, D 1913]
Phantastik, Romantik, düster

Prag im 19. Jahrhundert. Der Student Balduin verkauft sein Spiegelbild an den Scharlatan Scapinelli, um mit dem Geld am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Zur Katastrophe kommt es, als sich der Student in die Komtesse Margit verliebt.

Live-Filmmusik: Stephan v. Bothmer Klavier

Di. 17. Feb.
20 Uhr
  Der Faschingskönig [Georg Jacoby, D/DK 1928]
Krimi, Karneval

Anlässlich der prächtigen Karnevalsumzüge in Nizza tummeln sich die Reichen und Schönen an der französischen Riviera. In dieser Welt des Scheins versucht auch ein Erpresser sein Glück und fordert hohe Geldbeträge von einer Dame der Gesellschaft, deren kompromittierende Liebesbriefe in seinen Besitz gelangt sind. Ein etwas geheimnisvoller Engländer, genannt „Der Joker“, nimmt den Kampf gegen den Erpresser auf. Ein turbulenter, flott erzählter Krimi, der sich selbst nicht immer ernst nimmt, Spannung und Humor in der Wage hält und seinem Publikum Sensationen, Romantik und ein kussreiches Happy End beschert.

„Die Handlung des Films ist reich an spannenden Momenten, witzigen Einfällen und drastischen Situationen, die von Georg Jacoby wirksam herausgearbeitet sind. Auch der ausgelassene Faschingsrummel in Nizza wird in buntbewegten Bildern anschaulich widergespiegelt. Die Maskenzüge auf der Straße, die rauschenden Ballfeste und die hitzig erregten Glücksspiele in dem luxuriösen Kasino Nizzas, die übermütigen Sektgelage in dem Heim des ‚Faschingskönigs’ Carstairs – all das ist mit sehr glücklicher Hand arrangiert.“ (Der Montag, 2.4.1928)

Live-Filmmusik: Carsten-Stephan Graf v. Bothmer Kinoorgel

Di. 03. März
19:30 Uhr und 21:15 Uhr
  Nosferatu [F.W. Murnau, D 1922, neueste Restaurierung, viragiert, ca. 90 min]
Mystik
Der schönste aller Vampirfilme! It was beauty killed the beast. Mit einer wunderbar gespenstischen Musik für Klavier, Sopran und Chor von Carsten-Stephan v. Bothmer.
„Eine herrliche Musik – die beste, die ich je zu NOSFERATU gehört habe, nein, hören durfte“ Cinema Musica

„Nosferatu“ ist die erste Dracula-Adaption der Filmgeschichte: eine ebenso schöne wie unheimliche Reise ins Unterbewußte, in das Reich der verborgenen Ängste und Wünsche.

Der großartige Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1930) inszeniert die Geschichte als Gegensatz von Tag und Nacht, Licht und Schatten, von bürgerlicher Verklemmtheit und sexueller Unersättlichkeit. Am Ende hat Nosferatu seinen Schatten auf das Leben des Bürgers geworfen, sein Blut getrunken und Tod und Schrecken gebracht. Zwar stirbt der Vampir, doch wahre Erleichterung stellt sich nicht ein. Aus dem Weiß des Lichts und dem Schwarz des Schattens ist ein großes Grau geworden; der Film hat ein unhappy Happy End. Es geht um Blut, den Saft des Lebens, um Sex und Verdrängung. Hutters Gegenspieler, der wollüstige Vampir, ist die gesellschaftliche Projektion, „in der das verdrängte Unterbewußte als monströse Verschiebung wieder aufsteigt“ (Uli Jung): Die Verdrängung der Sexualität ist die Ursache einer kollektiven Angst.

Mit einer wunderbar gespenstischen Musik für Klavier, Sopran und Chor von Stephan Graf v. Bothmer

Di. 17. März
20 Uhr
  Tagebuch einer Verlorenen [Georg Wilhelm Pabst, D 1929]
Drama mit Louise Brooks

Thymian wird vom Freund ihres Vaters schwanger und zur Strafe in ein Heim gesteckt. Für das junge Mädchen beginnt ein Spießrutenlauf, der sie schlussendlich ins Bordell führt. Doch das Schicksal meint es anders mit ihr.

Regisseur G. W. Pabst verzichtet auf große Effekte und setzt stattdessen voll und ganz auf Louise Brooks. Zu Recht, machte sie den Zuschauer doch derart überzeugend zum heimlichen Komplizen der erwachenden Sexualität von Thymian, dass das Kammerspiel Schwierigkeiten mit der Zensur bekam.

Ein Kritiker des „Berliner Tageblatts“ begeistert: „Und Louis Brooks geht in stummer Schönheit, erschrocken, trotzig, wartend, verwundert durch den Film, als das Mädchen, dem dies passiert. Fast wie ein schöner, tragischer Buster Keaton. Großäugig, infantil, in entzückenden Kleidern.“

Live-Filmmusik: Stephan v. Bothmer Klavier

Di. 31. März
20 Uhr
  Submarine [Frank Capra, USA 1928, engl. ZT]
Ein Actiondrama über Männerschweiß, Todesangst und Kameradschaft.

Zwei Männer und eine Frau: Hals über Kopf verliebt sich der Marinesoldat Bob in die Tänzerin Bessie, ohne zu wissen, dass sie mit seinem alten Freund Jack verheiratet ist. Als Bob mit einem U-Boot verunglückt, gibt es nur einen, der ihn retten kann: Jack. Der aber hat gerade erst von Bessies Liebschaft gehört und steckt voller Wut. Derweil geht den im U-Boot eingeschlossenen Männern am Meeresgrund die Luft aus. Der große Regisseur Frank Capra ist berühmt für seine romantischen Komödien. Mit „Submarine“ schuf er dagegen ein so hartes wie spektakuläres Actiondrama über Liebe, Hass und Leidenschaft, über Männerschweiß, Todesangst und Kameradschaft.

Terminänderung: Di. 31. März (statt Mi. 1. April).
Live-Filmmusik: Stephan v. Bothmer Klavier
Di. 14. April 
20 Uhr 
  Fräulein Else [Paul Czinner, D 1929]
Drama, Börsencrash

Stummfilm nach der Novelle von Arthur Schnitzler. Die junge Else wird vor eine schwerwiegende Entscheidung gestellt: Sie kann ihren Vater vor dem finanziellen Ruin retten, wenn sie sich für Geld vor dem reichen Kunsthändler Herr von Dorsday entkleidet.

An der Börse geht es bekanntlich auf und ab. Als ein reicher Wiener Anwalt seine Tochter zum Skiurlaub schickt, ahnt er noch nicht, dass er sehr bald ein armer Mann sein wird. Das Geschäft läuft hervorragend, die Gelder seiner Mandanten lassen sich gewinnbringend vermehren. Doch dann kommt es zum Crash. In der Zwischenzeit macht ein wohlhabender Kunsthändler in St. Moritz seiner Tochter vergeblich den Hof. Gerade ihn nun muss das Fräulein Else um einen Vorschuss für ihren Vater bitten. Die gleichnamige Novelle von Arthur Schnitzler inszeniert Paul Czinner in äußerst stimmungsvollen Bildern und mit subtilem Gespür für psychologische Nuancen. In der Hauptrolle seine spätere Ehefrau Elisabeth Bergner, der große Star des Berliner Theaters.

„Wieder und wieder muß es gesagt werden: die Bergner ist ein großer Besitz des deutschen Films. Es gibt kaum eine Darstellerin in der ganzen Welt, deren Gesicht, deren Körper so reiner Ausdruck ihres Innenlebens ist. Mit einer unfaßbaren Klarheit spricht aus ihrem Ausdruck Leid und Freud ihrer Seele, hier ist kostbares Material, das nur mit starker Hand in den filmischen Gelegenheiten einzuordnen ist. Nur einer Künstlerin von hohem Rang ist es möglich, mit Bildmonologen, ohne Partner, nur auf sich selbst angewiesen, eine innere Spannung zu erzeugen, die echt dramatisch wirkt. Auch das Äußerlichste verwandelt sich in ihr in seelische, stark gefühlte Echtheit: selbst die Vergiftung wirkt wie aus einer inneren Zwangsläufigkeit. Bezaubernd, wenn sie im Kampf mit sich ist, um den Mann anzusprechen. Ein dramatisches Hin und Her spielt auf ihrem Gesicht, das unmittelbar auf den Zuschauer wirkt. Herrlich die ganz kleinen, menschlichen Mittel, mit denen sich menschliches Leid bildlich verwirklicht.“ Lichtbild-Bühne, 8.3.1929, Nr. 57

Live-Filmmusik: Carsten-Stephan Graf v. Bothmer Kinoorgel

Di. 28. April 
20 Uhr  
  Das Eskimobaby [Walter Schmidthässler, D 1916/17]
Anarchische Komödie mit Aster Nielsen

Asta Nielsen kommt mit dem Polarforschers Knud Prätorius nach Berlin und muß dort die gesellschaftlichen Umgangsformen erlernen. Schon allein die Küsse der Eskimos sind anders als die der Menschen in der Stadt ..

Asta Nielsen wirbelt als „heißes“ Eskimofräulein durch Berlin. Urkomisch, von Slapstick getragen.

An Asta Nielsen können sich Generationen von Kinozuschauern nicht satt sehen. Obwohl von den mehr als 70 Filmen, in denen sie als Schauspielerin, Autorin oder Produzentin mitgewirkt hat, nur knapp die Hälfte erhalten ist, ersteht das Bild eines außergewöhnlichen Filmstars: Ihre Ausdruckslust ist phänomenal, sie fühlt sich in tragischen und - oft verkannt - komischen Rollen gleichermaßen zuhause, spielt die naive wie die sexuell freizügige Frau.

In „Eskimobaby“ ist sie ein weltfremdes Eskimofräulein aus dem fernen Grönland, das ein Forscher aus Liebe mit nach Berlin bringt. Sie ist gewohnt, mit den Fingern zu essen, auf dem Fußboden zu schlafen und ihren Liebsten mit der Nase zu küssen. In der feinen Gesellschaft muss sie sich nun zurechtfinden. Eine sensationelle Komödie, von Slapstick getragen..

Live-Filmmusik: Stephan v. Bothmer Klavier

   
  Alle Filme werden live begleitet von Stephan v. Bothmer.
Gäste: Kristoff Becker (Cello) und das Live-Filmmusik-Orchester.

Zu jedem StummfilmKonzert halten Jürgen Dittrich und Philipp Stiasny eine kurze Einführung. Beide Wissenschaftler stellen für jedes Konzert ein Programmheft zusammen, dass kostenlos ausgegeben wird.

www.bothmer-music.de
www.stummfilmkonzerte.de

   
  Alle Filme werden live am Flügel begleitet von Carsten-Stephan Graf v. Bothmer.

Änderungen vorbehalten.
www.stummfilmkonzerte.de
   
   
  ASPHALT
  Joe May, D 1929
Polizist Holk verhaftet eine schöne junge Frau wegen eines Juwelendiebstahls. Auf dem Weg zum Revier überredet sie ihn, ihren Paß in der Wohnung holen zu dürfen. Dort erliegt er ihren Verführungskünsten und verwirrt wie er ist, läßt er sie frei. Am nächsten Tag stellt Holk sie in ihrer Wohnung zur Rede und sie gesteht, daß sie mit einem steckbrieflich gesuchten Verbrecher zusammenlebt. Dieser wird Zeuge der Auseinandersetzung, mischt sich ein, wird von Holk niedergeschlagen und tödlich verletzt. Nachdem er die Tat seinem Vater gestanden hat, verhaftet dieser - ein pflichtbewußter Hauptwachtmeister - den eigenen Sohn. Else aber, die junge Diebin, gesteht, wer ihr Freund wirklich war und wird als dessen Komplizin verhaftet. Ihre Gefühle für den aus Notwehr handelnden Polizisten lassen nicht zu, daß er unschuldig ins Gefängnis geht. Holk ist frei.

Darsteller:
Hans Albers, Betty Amann, Arthuro Duarte, Gustav Fröhlich, Else Heller, Paul Hörbiger, Trude Lieske, Karl Platen, Hans Adalbert Schlettow, Albert Steinrück, Rosa Valetti, Hermann Vallentin, Kurt Vespermann

Der Film dieses Titels ist ein Musterbeispiel künstlich emporgezüchteter Kolportage. Ein Schupomann liebt eine Diebin: welch ein Thema für einen Kolportageroman. Was aber geschieht? Statt den Stoff billig, mit der linken Hand, schmökerhaft und rosa glänzend aufzumachen, wie es sich für das Thema gehörte, wird er aus der literarischen Unterwelt in die Beletage versetzt. Eine Großstadtstraße von über 400 Metern ist erstellt worden, mehr als 23000 Glühbirnen haben gebrannt. Und so ist auch die Innenwelt zur Dauerféerie umgewandelt. Was verschlossen bleiben oder nur als Ergebnis mitgeteilt werden sollte, wird mit Umstand psychologisch entwickelt; als handle es sich um eine komfortable Fabel und nicht um ein Geschehen, das sich nur dem raschen Zugriff der Kolportage ergibt. Jede Regung des Schutzmannliebchens ist so ausführlich in Großaufnahme dargestellt, daß man die einzelnen Wimpern sieht; von dem Schutzmann selber wird ein detailliertes seelisches Röntgenbild entworfen; und um noch etwaige Hohlräume auszufüllen, ist eine Unmenge von kleinbürgerlicher Moral hineingestopft. Eine solche Überhöhung verträgt aber die ungewählte Handlung nicht. Gerade weil sie zu sehr gehoben und ausgebaut ist, scheint ihre Nichtigkeit überall durch, und das seiner Ansprüche wegen ungemäße Arrangement gibt sich zuletzt als kunstgewerbliche Verzierung zu erkennen. Dieses Versagen dem Gehalt gegenüber ist um so trauriger, als Joe May, der Regisseur, eine technisch vorzügliche Leistung bietet. Er hat die Finessen des Handwerks inne, er kann, was er will. Nicht viele Prosaisten vermöchten die Fahrt des edlen Paars in der Autodroschke so dicht zu erzählen wie er. Auch die Großaufnahmen sind stilsicher eingesetzt und durchgehalten, und die wandernde Kamera entschleiert äußerst geschickt das Miteinander der Menschen und Räume. Schade, daß, wie so oft in Deutschland, das technische Verständnis sich auf Kosten des Wissens um die geistigen Bedeutungen auslebt. Asphalt auch hier. – Albert Steinrück ist eine der Hauptfiguren. Der unlängst Gestorbene geht um, als lebte er noch, und kaum ist zu fassen, daß man so erscheinen und zugleich tot sein kann. Gustav Fröhlich stellt den Schupomann: gute Physiognomie und Gebärdenskala, gegen den Schluß hin psychisch zu ausgefeilt. Seine Partnerin Betty Amann ist für Mimik begabt und leuchtet, dank auch dem Regisseur, nicht selten verführerisch auf. (...)
(Siegfried Kracauer, Frankfurter Zeitung, Nr. 235, 28.3.1929)
   
 

Di, 20.1.  20:00

  Metropolis (Fritz Lang, D 1926, ca. 140 min)

Der Filme aller Filme. Jeder kennt „Metropolis“. Selbst jene, die noch nie in ihrem Leben einen Stummfilm gesehen haben, werden auf bekannte Bilder stoßen. Denn wie kein anderer Film vorher und nachher hat „Metropolis“ seit seiner Premiere im Jahr 1927 die Vorstellungen von der Stadt der Zukunft geprägt. "Bladerunner", "Matrix" oder "The Wall" sind einige der unzähligen Filme, die von "Metropolis" inspiriert sind.

Mit einem Riesenaufwand inszeniert, erzählt dieses moderne Märchen die Geschichte einer Stadt der Zukunft, in der die Arbeiter tief unten im dunklen Innern der Erde Maschinen versorgen. Dagegen führen die Reichen oben ein Leben voller Luxus und Helligkeit, bis es zur Katastrophe kommt...

Fritz Langs größtes Werk gehört der Populärkultur ebenso wie der Avantgarde an. Als erster und bislang einziger Film ist „Metropolis“ in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen worden.

Hinweis: StummfilmKonzerte zeigt bei allen Aufführungen grundsätzlich die neueste erhältliche Restaurierung. Das ist bei Metropolis die Restaurierung der Murnau-Stiftung / Transit Film aus dem Jahr 2001. Die Restaurierung integriert verschollen geglaubte Szenen und besticht durch eine unglaubliche Bildqualität.

Die jetzt in Buenos Aires gefundenen Szenen werden gerade restauriert. Mit einer Veröffendlichung ist vor 2010 nicht zu rechnen.

Was ist das Zeil einer Restaurierung? Im wesentlichen kann man vier Bereiche der Restaurierung nennen:
- Integration verschollener Szenen
- Optimierung der Bildqualität
- Wiederherstellung der richtigen Szenenreihenfolge
- Wiederherstellung der ursprünglichen Einfärbungen (Viragierungen)

Die Restaurierung hat erheblichen Einfluss auf das Filmerlebnis.
   
 

Die Musiker

  Carsten-Stephan Graf v. Bothmer
Der Komponist und Pianist gastierte in zahlreichen Städten im In- und Ausland und hat sich als vielseitiger, sein Publikum packender Künstler einen Namen gemacht. Seiner klassischen Ausbildung an der Hochschule der Künste Berlin verdankt er das pianistische Können, das seine Improvisationen auszeichnet, sowie das musikalische Wissen, aus dem seine ausgeklügelten Kompositionen für Ensemble und Orchester schöpfen. Virtuos verbindet er Motive und Themen aus der klassischen und der neuen Musik, aus dem Jazz und der Popkultur. Daraus entsteht eine vielseitige und expressive, mal schmeichelnde und mal fordernde Musik, der doch eines gemeinsam ist, nämlich der Respekt vor den alten Filmen und ihrem ganz eigenen Rhythmus.

„Einer der momentan angesagtesten Stummfilmmusiker in Deutschland.“ Komische Oper Berlin

Jürgen Dittrich
Kulturwissenschaftler/Slawist

Philipp Stiasny
Filmhistoriker, hat an der Humboldt-Universität zu Berlin über das Bild des Krieges im Kino der 20er Jahre promoviert. Mitglied des Forschungszentrums CineGraph Babelsberg e.V.
   
 

Ort | Eintritt | Infos

  Ort und Veranstalter:
Babylon
Rosa-Luxemburg-Str. 30
10178 Berlin
U-Bhf. Rosa-Luxemburg-Platz

Kartenvorbestellung:
030 / 24 25 969  oder
E-Mail-Vorbestellung
   
  Live-Filmmusik:
Carsten-Stephan Graf v. Bothmer (Flügel, Kinoorgel)

Einführung und Programmheft:
Jürgen Dittrich (Kulturwissenschaftler), Philipp Stiasny (Filmhistoriker)
   
  Eintritt Stummfilm + Live-Musik:
6+6,50=12,50 Euro
5+5,50=10,50 Euro (ermäßigt)
Nosferatu (Klavier, Sopran, Chor): 15 Euro, 12 Euro (erm.)

Rabatt für Newsletterempfänger:
Wer schon einmal da war, bekommt 1,- Euro Rabatt. Wer schon zweimal da war, bekommt 2,- Euro Rabatt usw...
  Der Rabattpass ist beim ersten Besuch kostenlos erhältlich.
   
   
  StummfilmKonzerte ist eine Veranstaltungsreihe von Stephan v. Bothmer, Jürgen Dittrich und Philipp Stiasny in Zusammenarbeit mit dem Bundesarchiv-Filmarchiv.

     
   
  Medienpartner
 
  Fotos: Bundesarchiv-Filmarchiv, Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen, Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Transit Film
Texte: Jürgen Dittrich, Philipp Stiasny