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Programm akt. Woche

  Kino Eintrittspreis:      
  Mo - So 8,00 Euro Kino 1                
    9,00 Euro Kino 1 Film + Gespräch  
  Mo - So 7,00 Euro Kino 2/3  
  Jeden Tag 4,00 Euro für Freundeskreis-Mitglieder  more
  Ab 130 Minuten Filmlänge plus Euro -,50
  Ab 150 Minuten Filmlänge plus Euro 1,-
  Bei Sonderveranstaltungen gesonderte Preise (laut Aushang)
  Kino Karten/Kasse/Informationen: Fon: +49 - (0)30 - 24 25 969 (ab 17.00 Uhr)
 
 
   
 

StummfilmLive im Babylon

  Mo, 23.10. 20:00 Panzerkreuzer Potemkin, der Meilenstein des Kinos, live mit Metropolis Orchester Berlin
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Stummfilm um Mitternacht - jeden Samstag

  Programm                    Anna Vavilkina                 KinoOrgel               English
 

EINTRITT FREI nach dem Motto

 

NULL UHR für NULL EURO mit Anna Vavilkina!

 
  Das Babylon startete am 8. März 2013 die samstägliche Reihe Stummfilm um Mitternacht für Berliner Nachtschwärmer. Der Eintritt ist FREI, nach dem Motto NULL Uhr – NULL Euro.  (Kein Einlass garantiert bei verspätetem Kommen!)

Live an der Kinoorgel vertont Anna Vavilkina, die Babylon Organistin, die „Nacht-Filme“ zur Geisterstunde: Eine Reihe über Großstadt-Feeling, Nachtleben, Frivoles und Gruseliges. Einige Produktionen wurden beim Kinostart sogar mit einem Jugendverbot belegt.

Das Babylon begann vor 85 Jahren am 11. April 1929 als Stummfilmkino. Die Tradition der Kinopaläste – bis heute lebendig in London und Los Angeles – kommt wieder nach Berlin ins Babylon mit der neuen und festangestellten Organistin Anna Vavilkina: Sie spielt außer zu Stummfilmen auch nahezu täglich vor den Filmvorführungen und Live-Veranstaltungen. Das ist einmalig in der deutschen Kinoszene.

   
  A silent film series for night owls!  EVERY SATURDAY
Admission is free, according to the motto ZERO o´clock - zero euro.
Live at the cinema organ, the organist Babylon Anna Vavilkina accompany the silen films at the witching hour!
   
  Programm
 

Stummfilm um Mitternacht

 

Der Golem, wie er in die Welt kam

 

Sa, 14.10. 24:00

  D 1920, R: Paul Wegener, Carl Boese mit Paul Wegener, Albert Steinrück, Lyda Salmonova, 87 Min.

Live an der Kinoorgel begleitet Anna Vavilkina

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Aus dem Tagesspiegel

Wie der Golem in die Welt kam: mit Rauch und Blitz und unter heftigem Armgefuchtel. Rabbi Löw setzt seiner Kreatur, die er aus den vier Elementen Erde, Wasser, Feuer und Luft erschaffen hat, einen fünfzackigen Stern in die Brust und dreht daran wie an einer Schraube. Flatternd öffnet der Golem seine asiatisch anmutenden Augen, um unter seiner helmartigen Prinz-Eisenherz-Frisur lauernd-neugierige Blicke in den Raum zu werfen. Dann stakst er los, den Befehlen seines Meisters gehorchend, roboterhaft ungelenk. Den Gehilfen stößt er rüde um. Er ist ein Riese, der wie aus Ton gebacken aussieht. Auf der Welt ist er, um die Juden von Prag zu beschützen. Doch bald wird aus dem Retter eine Gefahr.

Paul Wegener, Theaterstar an den Berliner Max-Reinhardt-Bühnen, hat zwischen 1914 und 1920 gleich drei Golem-Filme inszeniert. In allen drei Filmen übernahm er die Titelrolle, neben ihm spielte seine damalige Ehefrau Lyda Salmonova. Keiner hat das Bild von dem mythischen Monster stärker geprägt als Wegener, deshalb ist ihm in der Golem-Ausstellung des Jüdischen Museums Berlin ein eigener Raum unter der Überschrift „Horror und Magie“ gewidmet.

Ein gefallener Riese (aus dem Tagesspiegel)

Die Entwürfe zu „Der Golem, wie er in die Welt kam“ sind Kunstwerke aus eigenem Recht. Filmarchitekt Hans Poelzig (ARCHITEKT DES BABYLONS) schuf expressionistisch gezackte Albtraumkulissen, ein klaustrophobisches Prag aus dem nervösen Umbruchsgefühl des Nachkriegs-Berlin. Filmplakate präsentieren mittelalterliche Giebelhäuser, die sich wie Bäume biegen oder in Flammen stehen. Nichts bleibt, wie es war, die Welt gerät ins Wanken. Im Raum zur jüdischen Mystik liegt ein übermenschengroßer Golem, zusammengebaut vom amerikanischen Künstler Joshua Abarbanel. Er glotzt zur Decke, Arme und Beine weit abgespreizt. Ein gefallener Riese, ähnlich lächerlich wie Superman im Käfig.
 

   
 

Neues Babylon [Nowi Wawilon]

 

Sa, 21.10. 24:00

  UdSSR 1929, R: Grigori Kosinzew, Leonid Trauberg mit Andrej Kostritschkin, David Gutman, Janina Scheimo, 120 min, OmU

Die Leningrader „Fabrik des exzentrischen Schauspielers“ rotiert zum letzten Mal auf Hochtouren. Die Clowns der sowjetischen Avantgarde der 1920er Jahre sind erwachsen geworden und verfilmen einen Revolutionsstoff.

Es zieht sie nach Paris, genau genommen in das Jahr 1871. Es ist die Zeit der Pariser Kommune. Die deutschen Truppen sind im Vormarsch, in der Stadt bricht Panik aus. Arbeiter errichten Barrikaden, unter ihnen die forsche und leidenschaftliche Verkäuferin Louise. Auf der Gegenseite kämpft der schüchterne Bauer Jean. Beide stehen sich bewaffnet gegenüber.

„Das neue Babylon“ fasziniert nicht nur durch seine episodenhafte Handlung, sondern durch die groteske Atmosphäre in Paris kurz vor dem Untergang. Rasantes Tempo, kontrastreiche Montage, impressionistische Settings in Regen und Nebel, eine weichzeichnende Optik: Immer wieder findet die Choreografie neue, experimentelle Wege, den Zuschauer an das Geschehen auf der Leinwand zu binden.

Ein französischer Kritiker schwärmt: „Der Film ist wie ein echtes Ballett geschaffen, das ständig im Gedächtnis die prächtigen Bilder russischer Ballettwerke wachruft und mit Leidenschaft und heftigen Rhythmen erfüllt ist.“

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=c_73R6hq0_0
   
   
 

100 Jahre Große, sozialistische Oktoberrevolution

  23.10. 20:00 Panzerkreuzer Potemkin, der Meilenstein des Kinos
 

Live mit Metropolis Orchester Berlin

 

Panzerkreuzer Potemkin [Bronenosez Potemkin] SU 1926, R: Sergej Eisenstein mit A. Antonow, W. Barski, G. Alexandrow, 74 Min

Ticket: 20 Euro (7 Euro Film, 13 Euro Orchester) – KEINE Reservierung möglich        

 

Massenszenen und immer wieder Nahaufnahmen von Gesichtern und Emotionen. Regisseur Sergej Eisenstein hat mit seiner Verfilmung der Meuterei der Matrosen in PANZERKREUZER POTEMKIN Filmgeschichte geschrieben.
In der traditionellen Form der fünfaktigen Tragödie schaffte Sergej Eisenstein etwas absolut Neues. Seine Schnitte und Montagen wirken bis heute revolutionär. Nicht einen einzelnen Protagonist, sondern die Masse an sich machte er zum Star seines Films. Markante Gesichter spiegeln in Großaufnahme Angst, Schrecken und Fassungslosigkeit wider und bewegen so den Zuschauer zu einer Stellungnahme. Ein Meisterwerk des russischen Stummfilms und der internationalen Kinogeschichte.
Das 18-köpfige Metropolis Orchester Berlin lässt dieses filmische Revolutionsmeisterwerk auferstehen. Seien Sie dabei bei diesem einmaligen filmisch-musikalischem Erlebnis. Sichern Sie sich Ihr Ticket!
 

   
   
 

Stummfilme im Original-Babylon – nur echt mit der Goldkante um die Leinwand

 

herum“

 
   
 

Einzigartig: einzig in Deutschland festangestellte Hausorganistin im Babylon

 

– wie in den alten Kinopalästen

  Anna Vavilkina studierte am Moskauer Konservatorium und an den Musikhochschulen in Lübeck und Detmold. Sie wurde ausgezeichnet beim Internationalen Orgelwettbewerb in Minsk und war Finalistin bei internationalen Wettbewerben für Orgelimprovisation in Deutschland und Österreich.

Die Babylon Besucher können Anna Vavilkina bei der samstäglichen Reihe „Stummfilm um Mitternacht“ ab 8. März 2013 erleben und außerdem nahezu täglich vor dem Hauptfilm.   http://www.myspace.com/annavavilkina

  (c) von den 2 Fotos links: Djamila Grossman    Foto rechts: Barbara Löblein
  Anna VAVILKINA in der Berliner Zeitung:  berliner-zeitung.de
   
 

Die einzige, am originalen Standort erhaltene Kinoorgel in Deutschland

  2009: 80 JAHRE BABYLON und KinoOrgel
  Im Babylon steht die einzige, in Deutschland am originalen Standort erhaltene Kinoorgel. Diese seinerzeit größte, deutsche Kinoorchesterorgel stammt von der Firma Philips aus Frankfurt am Main und wurde von der Fachwelt in hohen Tönen gelobt:

„Die neue Kino-Orchester-Orgel dürfte berufen sein, die ausländische Konkurrenz … endlich aus dem Felde zu schlagen.“ (Deutsche Instrumentenbau-Zeitung, 1929)

Der im großen Kinosaal links vorn stehende Orgelspieltisch hat 2 Manuale, 1 Pedal , 100 Register, Tremolo, 4 freie Kombinationen, 8 Pistons, 1 Schwellwerk und vieles mehr.

Die eigentliche Orgelanlage, welche auf 2/3 Höhe links hinter der seitlichen Holzverkleidung steht, hat 66 Pfeifenregister aus 913 Orgelpfeifen, davon 280 Zungenstimmen, sowie 137 Klangteile und 34 Effekten. Das sind vielseitigste Geräusche, die zu einer Stummfilmbegleitung nötig sind. Die größte Orgelpfeife ist 3,10 m hoch, die kleinste 10mm plus Fuß.

Etliche Jahre war die Babylon Kinoorgel außer Betrieb. Die äußerst aufwändige und langwierige Generalüberholung der eigentlichen Orgelanlage führte Dr. Ing. Dagobert Liers aus Berlin Lichtenberg von 1993 bis 1998 durch.

  Der total verkommene Spieltisch wurde 1994 von der Kunsttischlerei Hans Joachim Eichberg in Berlin Pankow völlig generalüberholt. Von 2005 bis 2008 überholte, reparierte, reinigte und stimmte der Orgelbauer Hans Joachim Eichberg (Jahrgang 1930) die gesamte Orgelanlage in allen Teilen.

Nachruf auf Hans Eichberg (Geb. 1930) Ein Mann und 913 Pfeifen

  80 JAHRE BABYLON und KinoOrgel
 
   
   
  Hans Eichberg
  Nachruf auf Hans Eichberg (Geb. 1930) Ein Mann und 913 Pfeifen

Am 2.3.2017 erreichte uns folgende Nachricht:
Zwei Tage vor seinem 87. Geburtstag ist Hans-Joachim Eichberg gestorben. Damit verliert das Babylon viel mehr als den Orgelbaumeister, der getreu seinem Lieblingsspruch: "Geht nicht, gibts nicht" für jedes Problem eine Lösung hatte.

Hans Eichberg, der sich bereits durch die schwejksche Klugheit seiner Mutter der Hitler Jugend entzogen hatte, wird für mich immer das beste Beispiel für die Kreativität deutscher Ingenieurskunst bleiben. In einem Land des Mangels und der Ausreden für Halbleistungen (DDR) verblüffte er mit genialen, einfachen technischen Lösungen. Seine Anfang der 60er Jahre gebaute vollautomatische Waschmaschine steht heute im Museum. Er kam im Jahr 2005 von sich aus zur Neueröffnung des Babylon und bot seine unentgeltliche Hilfe bei der Wiederinbetriebnahme der Orgel an. Zu dem Zeitpunkt lag uns ein Kostenvoranschlag von einem anderen Orgelbauer über 50.000,-€ vor. Das Babylon hatte aber kein Geld für die Orgel. Und so machte sich Hans mit seinen damals 75 Jahren an die mitunter halsbrecherische Arbeit. Seiner Initiative verdankt das Babylon letztlich die einzige festangestellte Kinoorganistin Deutschlands. Seiner Initiative, ist letztlich auch die Reihe Stummfilm um Mitternacht zu verdanken. Durch seine Initiative wurde das Babylon zum führenden Aufführungsort von Stummfilmen in Deutschland.

Ich kann den Spott von Zeitgenossen über die unentgeltliche Arbeitsleistung für dieses Instrument und das Haus hören. Gerade Hans war der Einzige, der in Zeiten, als viele den finanziellen Ruin des Babylon herbei schreiben wollten, mich persönlich fragte, ob er dem Haus finanziell helfen kann. Das rührte mich zu Tränen.

Hans Eichberg spielte selbst die Orgel, das hatte er sich beigebracht. In seiner Wohnung steht eine voll funktionstüchtige Orgel, Marke Eigenbau. Er liebte es, seine Ideen umzusetzen und war sich für keine Arbeit zu schade. Die Ideologien des 20. Jahrhunderts hat er "übersehen".

Hans, Du verschmitzter Schwejk, Du genialer Ingenieur und Orgelbauer und Kunsttischler in eigenem Auftrag, wer wenn nicht Du kann 100 Jahre leben und arbeiten und leben.

Du bestes Beispiel deutscher Tüchtigkeit wirst für mich ein Vorbild bleiben!

Timothy Grossman

   
   
  Pressekontakt:
  Barbara Löblein, 030/278 919 19, loeblein@babylonberlin.de
Gern stellen wir Ihnen Fotos und das Plakat zur Verfügung.