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Programm akt. Woche

  Kino Eintrittspreis:      
  Mo - So 7,00 Euro    
  Jeden Tag 3,00 Euro für Freundeskreis-Mitglieder  more
  Ab 130 Minuten Filmlänge plus Euro -,50
  Ab 150 Minuten Filmlänge plus Euro 1,-
  Kinderfilm 4,- Euro Gruppen ab 10 Kinder 2,50 Euro  
  Bei Sonderveranstaltungen gesonderte Preise (laut Aushang)
 
   
 

StummfilmLive im Babylon

   
 

Fr, 3.2. 20:00

 

StummfilmKonzerte - Stummfilm mit Livemusik

 

Das Cabinet des Dr. Caligari

  Film + Live-Filmmusik = 6,- + 12,- = 18,- Euro
Film + Live-Filmmusik = 5,- + 7,- = 12,- Euro (ermäßigt)
  [Robert Wiene, D 1920] LIVE am PIANO  Carsten-Stephan Graf v. Bothmer  & Becker (E-Cello)

Ein Psychothriller, der vom Chaos der Wahrnehmung und von seelischer Pein erzählt und die Grenze zwischen gesundem Verstand und wahnhafter Idee verschwimmen lässt. Auf einem Jahrmarkt präsentiert ein Schausteller namens Caligari dem Publikum den Somnambulen Cesare, der die Zukunft voraussagt. Nachts erwacht Cesare und begeht in Caligaris Auftrag furchtbare Morde. Die Spuren der Verbrechen führen in eine Irrenanstalt. Als „Das Cabinet des Dr. Caligari“ 1920 in die Kinos kommt, erwirbt sich der Film schnell den Ruf des Revolutionären, weil die unheimlichen Vorgänge dem Zuschauer aus der Sicht eines Psychopathen erzählt werden. Die gemalten Kulissen im Stil des Expressionismus, in denen die Figuren wie Gefangene wirken, zeigen schräge Perspektiven, stürzende Linien, sich verengende Räume. Klaustrophobische Eindrücke drängen sich auf.

Das künstlerische Experiment wird ein beispielloser Erfolg: „Das Cabinet des Dr. Caligari“ gilt bald international als Aushängeschild einer neuen expressionistischen Filmkunst und drückt dem Horrorgenre seinen Stempel auf. Das verdankt der Film auch den kongenial agierenden Schauspielern Werner Krauß und Conrad Veidt. Die von ihnen so beunruhigend gestaltete Beziehung zwischen Arzt und Patient spiegelt dabei auch reale Ängste vor der Macht von Hypnose und Suggestion wider und erinnert auf versteckte Weise an die Misshandlung nervenkranker Soldaten durch die Militärpsychiatrie im gerade beendeten Weltkrieg.
   
  Carsten-Stephan Graf v. Bothmer

"Stephan v. Bothmer gehört zu den angesagtesten Stummfilmmusikern in Deutschland." (Komische Oper Berlin) Er hat bisher über 500 Stummfilme vor über 50.000 Gästen vertont. Das hätte er sich selbst nie träumen lassen. Es sind einfach immer mehr geworden.

"Der Nachfolger Willy Sommerfelds" (Willy Sommerfeld) hat in zahlreichen deutschen Städten und im Ausland gastiert und sich als vielseitiger, sein Publikum packender Künstler einen Namen gemacht.

Seine Komposition zum Stummfilm "Madame Dubarry" wurde von ARTE im April 2008 ausgestrahlt und im Mai wiederholt. ZDF, 3Sat und Premiere Spielen Seine Filmmusik. ProArte, Hamburgs renomierteste klassische Konzertagentur, präsentierte Graf Bothmer in der Laeiszhalle Hamburg. ProArte holt Pianisten wie Lang Lang nach Hamburg.

Im Oktober 2004 qualifizierte sich Stephan v. Bothmer während des „Le Giornate del Cinema Muto“ in Pordenone, Italien für einen Meisterkurs für Stummfilmpianisten aus aller Welt – als einer von vier Stummfilmpianisten weltweit.

Bothmers Interpretationen, die auf einer klassischen Ausbildung an der Universität der Künste Berlin gründen, zeichnen sich durch pianistisches Können und Einfühlung, kompositorischen und improvisatorischen Wagemut sowie die souveräne Zusammenführung klassischer und moderner Traditionen aus. Egal, ob er als Solist am Flügel oder an der Kinoorgel auftritt oder als Leiter eines Ensembles: Film und Musik verschmelzen in seinen StummfilmKonzerten zu einer neuen, expressiven Einheit.

Sein Repertoire reicht von den Klassikern des deutschen, russischen und amerikanischen Stummfilmkinos bis hin zu unbekannten Werken, die er wieder entdeckt und zu neuem Leben erweckt hat. Vom monumentalen Science-Fiction-Spektakel zum schwermütigen Melodrama, über düstere Thriller bis hin zur sommerlich beschwingten Komödie, er beherrscht sein Fach virtuos.

Für jeden Film erfindet Stephan v. Bothmer eine neue einzigartige Musik, welche seine Tiefen auslotet, ohne sich selbst zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Denn erst Bild und Musik gemeinsam erzeugen das Großartige: Das StummfilmKonzert, welches die existenziellen Tiefen des Menschen berührt.

Seine Neukompositionen zu den Filmen "Die weiße Hölle vom Piz Palü" (Arnold Fank) "Madame Dubarry" (Ernst Lubitsch) und "Zuflucht" (Carl Froelich) wurden vom Staatsorchester Braunschweig auf dem filmfest Braunschweig (2002, 2005 und 2007) uraufgeführt.

Im März 2007 interpretierte er in seinem Stummfilm-Marathon alle 21 erhaltenen Lubitsch-Stummfilme an zwei Tagen: am Sonnabend von 11 Uhr bis 1 Uhr Nachts, am Sonntag von 11 bis 3 Uhr Nachts.

Das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft 2008 begleitete v. Bothmer an der Kirchenorgel: Bild auf die Leinwand, Ton aus, die Orgel interpretiert das Spiel. "Die Sprache der Orgel ist schonungsloser als die herkömmlicher Reportagen. Am Ende kompensieren die deutschen Fans ihre Trauer über das verlorene Finale mit stehenden Ovationen für einen heißen Kandidaten um den Titel eines Europameisters der Fußballkommentatoren. In jedem Fall ist von Bothmer der Beweis gelungen, dass nicht nur in der Kunst der Stummfilmbegleitung, sondern auch in der Tradition der Orgelimprovisation ein Riesenpotenzial steckt." (Der Tagesspiegel)

Am 1.3.2010 stellte er als erster Musiker eine neue Musik zur restaurierten Fassung von METROPOLIS (1927 / 2010) für Fügel Solo vor, am 2.3.2010 eine zweite Komposition für Ensemble.

Nicht nur mit Tönen kämpft v. Bothmer seit 10 Jahren für den Stummfilm. So ist er Herausgeber von über 150 Programmheften, deren Artikel von renommierten Filmhistorikern geschrieben und zusammengetragen wurden. Er war Referent beim "Kolloquium im Filmmuseum Berlin – Der Frühe Film" und beim Internationalen Round Table des filmfest Braunschweig.

Seine StummfilmKonzerte sind die erfolgreichsten Stummfilmaufführungen ihrer Art in Deutschland. Friedemann Beyer, ehemaliger Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnaustiftung, hält die StummfilmKonzerte für einzigartig in Deutschland, der Leiter des filmfest Braunschweig, Volker Kufahl, sagte: "Unter den Titel 'Popularisierung des Stummfilmes' muss man den Namen 'Stephan von Bothmer' setzen."

Stephan v. Bothmers scores gibt es nicht nur live. Er hat zahlreiche Kurzfilme vertont, die auf ZDF, ARTE, Premiere, 3Sat und der Deutschen Welle liefen.