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Programm akt. Woche

  Kino Eintrittspreis:      
  Mo - So 8,00 Euro Kino 1                
    9,00 Euro Kino 1 Film + Gespräch  
  Mo - So 7,00 Euro Kino 2/3  
  Jeden Tag 4,00 Euro für Freundeskreis-Mitglieder  more
  Ab 130 Minuten Filmlänge plus Euro -,50
  Ab 150 Minuten Filmlänge plus Euro 1,-
  Bei Sonderveranstaltungen gesonderte Preise (laut Aushang)
  Kino Karten/Kasse/Informationen: Fon: +49 - (0)30 - 24 25 969 (ab 17.00 Uhr)
 
 
   
 

StummfilmLive im Babylon

   
 

23.-31.07. Sowjetische Filmavantgarde live – 6 Musiker aus 4 Ländern

  BERLIN-BABYLON #7: STUMMFILMLIVEFESTIVAL        Programm           Eintrittspreise
 

StummfilmLiveFestival #7: Russland, Weißrussland, Ukraine & Deutschland

   
 

STUMMFILM UM MITTERNACHT

  Anna Vavilkina                KinoOrgel               English
 

Stummfilm um Mitternacht - jeden Samstag

 

EINTRITT FREI nach dem Motto

 

NULL UHR für NULL EURO mit Anna Vavilkina!

  Das Babylon startete am 8. März 2013 die samstägliche Reihe Stummfilm um Mitternacht für Berliner Nachtschwärmer. Der Eintritt ist FREI, nach dem Motto NULL Uhr – NULL Euro.

Live an der Kinoorgel vertont Anna Vavilkina, die Babylon Organistin, die „Nacht-Filme“ zur Geisterstunde: Eine Reihe über Großstadt-Feeling, Nachtleben, Frivoles und Gruseliges. Einige Produktionen wurden beim Kinostart sogar mit einem Jugendverbot belegt.

Das Babylon begann vor 85 Jahren am 11. April 1929 als Stummfilmkino. Die Tradition der Kinopaläste – bis heute lebendig in London und Los Angeles – kommt wieder nach Berlin ins Babylon mit der neuen und festangestellten Organistin Anna Vavilkina: Sie spielt außer zu Stummfilmen auch nahezu täglich vor den Filmvorführungen und Live-Veranstaltungen. Das ist einmalig in der deutschen Kinoszene.

   
  A silent film series for night owls!  EVERY SATURDAY
Admission is free, according to the motto ZERO o´clock - zero euro.
Live at the cinema organ, the organist Babylon Anna Vavilkina accompany the silen films at the witching hour!
   
 

Stummfilm um Mitternacht

  Programm
  Live KinoOrgel gespielt von Anna Vavilkina
Und das Beste aus dem Kino vor 100 Jahren im einzigen Stummfilmkino Berlins, dem BABYLON
  Kuratiert  von Friedemann Beyer
   
 

Stummfilm um Mitternacht - Eintritt frei nach dem Motto: NULL UHR, NULL EURO

  Alle Filme werden von Anna Vavilkina an der KinoOrgel begleitet (außer am Di, 12.04. 20:00 Uhr,  Piano)
   
 

23.-31.07. Sowjetische Filmavantgarde live – 6 Musiker aus 4 Ländern

 

BERLIN-BABYLON #7

 

StummfilmLiveFestival: Russland, Weißrussland, Ukraine & Deutschland

  Programm            Eintrittspreise        Stummfilme            FESTIVALPASS: 50,- Euro (An der Babylonkasse erhältlich)
  Zu den Musikern
  Neun Tage, 20 Filme, sechs Musiker aus vier Ländern: Vom 23. bis zum 31. Juli feiert das siebte StummfilmLiveFestival im Babylon die sowjetische Filmavantgarde als einmalige Weltfilmkunst. Den Anstoß dazu gab die seit zwei Jahren im Babylon festangestellte Kinoorganistin und gebürtige Moskauerin Anna Vavilkina. In künstlerischem Austausch eröffnet sie zusammen mit dem gebürtigen Ukrainer, dem Violinisten und Performer Mark Chaet das Festival am 23. Juli mit der Komödie „Die seltsamen Abenteuer des Mr. West im Lande der Bolschewiki“.

Das Babylon mit der in Deutschland einzigen, am originalen Standort erhaltenen Kinoorgel pflegt den Stummfilm als eigenes Genre, das man live erleben muss. Deshalb präsentiert das Babylon während des Festivals mit den internationalen Organisten unterschiedliche, musikalische Handschriften:

Philipp Cheltsov aus Moskau ist künstlerischer Leiter und Organist der Stiftung „Orgel im Zwetajewa-Museumshaus“ sowie Co-Autor des Projekts „Orgelkino“. Olga Podgajskaya aus Weißrussland, aktuell Stipendiatin von „Gaude Polonia“ (Polnisches Kulturministerium), hat Musik für Sinfonieorchester und Stummfilme komponiert. Dominik Gerhard, Organist, Pianist, Mitarbeiter im Orgelbau, begleitet Stummfilme in Kinos, Kirchen, Open Air und beim Deutschen Bergbau-Museum Bochum. Johannes Lienhart, Kirchenmusikstudium in Rottenburg, Freiburg und Stuttgart, aktuell Orgelimprovisation an der UdK Berlin, komponiert Werke für Chor, Orgel, Sologesang und verschiedene Orchesterbesetzungen.

Mit der Crème de la crème der sowjetischen Filmpioniere, mit großen Namen wie Sergej Eisenstein, Dziga Vertov, Aleksandr Dovzhenko, Wsewolod Pudowkin sowie dem Duo Grigori Kosinzev und Leonid Trauberg lässt sich erleben, wie die Avantgarde in ihrer Blütezeit bis heute gültige Erkenntnisse für die Filmsprache z.B. im Bereich der Montage entwickelt hat.

Die Festivalfilme stammen aus den Jahren 1924 bis 1935. Die Genres reichen von Dokumentarfilmen mit futuristischem Furor („Der Mann mit der Kamera“, „Kino-Glaz“), exzentrischen Literaturadaptionen („Der Mantel“), poetischen Verfilmungen („Erde“, „Zvenigora“), Revolutionsepen („Panzerkreuzer Potemkin“, „Neues Babylon“), der Ménage à trois und dem Loblied der freien Liebe („Bett und Sofa“) bis hin zur Science Fiction („Aelita“).

Insbesondere ist das Babylon stolz darauf, dem strengen revolutionärem Pathos verspielte Komödien (zwei Filme von Boris Barnet „DAS HAUS IN DER TRUBNAJA-STRASSE“ und „DAS MÄDCHEN MIT DER HUTSCHACHTEL“ und außerdem noch „DAS MÄDCHEN MIT DEM MUTTERMAL“, „DIE VON DER STRASSE LEBEN“, “DAS ZIGARETTENMÄDCHEN VON MOSSEL’PROM“ und „DAS GLÜCK“), an die Seite zu stellen.

Neben ihrer herausragenden filmmischen Qualität sind diese Filme auch Dokumente ihrer Zeit und lassen auch später Verschwundenes, wie z.B. die 1931 gesprengte Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau („Die seltsamen Abenteuer des Mr. West“, 1924) für den heutigen Zuschauer im Originalzustand wiederauferstehen.

Babylon Geschäftsführer Timothy Grossman: „Die sowjetische Filmavantgarde stieß die noch behäbige Kamera aus dem Studio ins echte Leben. Insbesondere die Montage erhöhte den Rhythmus der filmischen Gegensätze und Erzählweisen. Die Lust an der Grenzüberschreitung ist allgegenwärtig.
Das Festival präsentiert die durch Live-Musik zum Leben erweckten stummen Zeugen einer atemberaubenden Metamorphose. Die unterschiedlichen Musikstile der Organisten (mehrheitlich aus der Ex-Sowjetunion) machen aus den mehr als 20 Aufführungen einmalige Interpretationen.“

Gern senden wir Ihnen Filmfotos zu. Als Interviewpartner stehen Ihnen Anna Vavilkina und Timothy Grossman zur Verfügung.

   
 

Sowjetische Filmavantgarde Live 23.07.-31.07.2016

  SA 23.07.

19:30 Eröffnung StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Die seltsamen Abenteuer des Mr. West im Lande der Bolschewiki, UdSSR 1924, R:Lew Kuleschow mit Alexandra Chochlowa, Andrej Gochilin, Boris Barnet, 63 min, Marc Chaet, Violine, Anna Vavilkina, Orgel

21:00 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Panzerkreuzer Potemkin [Bronenossez Potjomkin] UdSSR 1925, R: Sergej Eisenstein mit Aleksandr Lewschin, Alexander Antonow, Andrej Fait, 75 min, OenglU·– live an der Kinoorgel: Johannes Lienhart,

22:30 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Das Haus in der Trubnaja-Straße [Dom Na Trubnoi] UdSSR 1928
R: Boris Barnet mit: Wera Marezkaja, Wladimir Fogel, Jelena Tjapkina, Sergej Komarow, 64 min·– live an der Kinoorgel: Johannes Lienhart

24:00 Stummfilm um Mitternacht: Sowjetische Filmavantgarde: Das Glück [Stschastje] UdSSR 1934, R: Alexander Medwedkin mit Jelena Jegorova, Lidia Nenascheva, Pjotr Sinowjew, 78 min·– live an der Kinoorgel: Anna Vavilkina; Eintritt frei


SO 24.07.

16:15 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Der Mann mit der Kamera [Chelovek s kino-apparatom] SU 1929, R: Dziga Vertov, 68 Min, OmeU·– live an der Kinoorgel: Dominik Gerhard

17:45 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Bett und Sofa – Die Geschichte einer Liebe zu dritt [Tretya Meschanskaya] SU 1927, R: Abram Room mit Lyudmila Semyonova, Nikolai Batalov, Vladimir Fogel, 74 Min, OmU·– live an der Kinoorgel: Anna Vavilkina


19:30 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Der Schneider von Torschok, UdSSR 1925 R: Jakov Protasanov mit Anatoli Ktorov, Eva Miljutina, Igor Iljinski, 61 min·– live an der Kinoorgel: Dominik Gerhard


MO 25.07.

18:00 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Das Mädchen mit der Hutschachtel [Devuška s korobkoj] Sowjetunion 1927, R: Boris Barnet mit Anna Stėn, Vladimir Michajlov, Vladimir Fogel’. 99 min, Russ. OenglU·– live an der Kinoorgel: Dominik Gerhard

20:00 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Aelita – Der Flug zum Mars, SU 1924, R: Jakow Protasanow mit Julija Solnzewa, Igor Iljinski, Nikolai Zereteli, 111 min, Interplanetare Revolution, UdSSR 1924, R: Nikolai Chodatajew, Senon Komissarenko und Juri Merkulow, 8 min·– live an der Kinoorgel: Anna Vavilkina

22:15 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Die von der Straße leben UdSSR 1926, R: Friedrich Ermler mit Bella Tschernova, Eduard Johanson, Fjodor Nikitin, 73 min, ·– live an der Kinoorgel: Dominik Gerhard


DI 26.07.

19:00 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Der Untergang der Sensation / Jim Ripples Roboter [Gibel sensazii] UdSSR 1935, R: Aleksandr Andrijewski mit Sergej Wetscheslow, Wladimir Gardin, Marija Wolgina, 90 min·– live an der Kinoorgel: Philipp Cheltsov

20:45 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Das Ende von Sankt Petersburg [Konjez Sankt-Peterburga] UdSSR 1927, R: Wsewolod Pudowkin mit Alexander Tschistjakow, Wera Baranowskaja, Iwan Tschuwelew, 105 min OmU·– live an der Kinoorgel: Anna Vavilkina


MI 27.07.

18:30 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Das Zigarettenmädchen vom Mossel’prom [Papirosnica ot Mossel’proma] UdSSR 1924, R: Kamera: Jurij Željabužskij mit I. Il’inskij, J. Solnceva, A. Dmochovskaja, 112 min, OenglU·– live an der Kinoorgel: Anna Vavilkina,

20:45 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde:, Sturm über Asien [Potomok Tschingis-Chana] UdSSR 1928, R: Wsewolod Pudowkin mit Waleri Inkischinow, I. Dedinzew, Alexander Tschistjakow, 130 min, OmU·– live an der Kinoorgel: Philipp Cheltsov


DO 28.07.

19:00 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Das Mädchen mit dem Muttermal [Kukla s millionami] UdSSR 1928 R: Sergei Komarov mit Igor Ilyinsky, Vladimir Fogel, Ada Vojtsik, 69 min·– live an der Kinoorgel: Johannes Lienhart

20:30 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Oktober – Zehn Tage, die die Welt erschütterten [Oktjabr], UdSSR 1928 R: Sergei Eisenstein, Grigori Alexandrow mit Wassili Nikandrow, Nikolai Popow, Boris Liwanow, 102 min, OmU·– live an der Kinoorgel: Philipp Cheltsov,


FR 29. 07.

18:00 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Zvenigora [Der verzauberte Wald] UdSSR 1928, R: Aleksandr Dovzhenko mit Georgi Astafyev, Nikolai Nademsky, Vladimir Uralsky, 85 min  OenglU·– live an der Kinoorgel: Olga Podgajskaya

19:45 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Erde [Semlja] UdSSR 1930, R: Aleksandr Dovzhenko mit Stepan Shkurat, Semyon Svashenko, Yuliya Soln, 75 min•– live an der Kinoorgel: Anna Vavilkina

22:15 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Arsenal SU 1929, R: Aleksandr Dovzhenko mit Semyon Svashenko, Amvrosi Buchma, Georgi Khorkov, 90 Min, ·– live an der Kinoorgel: Olga Podgajskaya


SA 30.07.

18:00 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Der Mantel, UdSSR 1926, R: Grigori Kosinzew, Leonid Trauberg mit A. Jeremejewa, Aleksej Kapler, Andrej Kostritschkin, 65 min, OenglU·– live an der Kinoorgel: Anna Vavilkina

19:30 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Neues Babylon [Nowi Wawilon] SU 1929, R: Grigori Kosinzew, Leonid Trauberg mit Andrej Kostritschkin, David Gutman, Janina Scheimo, 120 min, OmU·– live an der Kinoorgel: Olga Podgajskaya

22:00 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Kino-Glaz [Film-Auge/Kino Eye] SU 1924, R: Dziga Vertov, 78 Min, OenglU·– live an der Kinoorgel: Johannes Lienhart

24:00 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Cosmic Journey [Kosmicheskij Rejs], UdSSR 1936, R: Vasili Zhuravlev mit Sergei Komarov, Kselniya Moskalenko, Vassili Gaponenko, 70 min, OenglU·– live an der Kinoorgel: Anna Vavilkina


SO 31.07.

16:00 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Die Mutter [Mat] UdSSR 1926 R: Wsewolod Pudowkin mit Wera Baranowskaja, Nikolai Batalow, Alexander Tschistjakow, 88 min – live an der Kinoorgel: Olga Podgajskaya

18:00 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Das Glück [Stschastje] UdSSR 1934, R: Alexander Medwedkin mit Jelena Jegorova, Lidia Nenascheva, Pjotr Sinowjew, 78 min– live an der Kinoorgel: Johannes Lienhart

19:45 StummfilmLiveFestival: Sowjetische Filmavantgarde: Im Frühling, UdSSR 1929, R: Michael Kaufman, 61 Min. – live an der Kinoorgel: Anna Vavilkina

   
   
  Stummfilme:
  Aelita – Der Flug zum Mars, UdSSR 1924, R: Jakow Protasanow mit Julija Solnzewa, Igor Iljinski, Nikolai Zereteli, 111 min,

Aelita basiert auf der gleichnamigen Novelle Aelita von Alexej Tolstoj. Der Film spielt gegen Ende der russischen Revolutionskriegszeit ab 1921, im Land herrscht Chaos und bittere Armut. Alle europäischen Radiostationen erhalten Signale aus dem Weltraum mit den unverständlichen Worten „Anta Odeli Uta“. Die europäischen Militärs schenken den Signalen keine Beachtung, sowjetische Radioangestellte begutachten sie hingegen genauer. Auf Anordnung von Ingenieur Loss versucht man vergeblich, die Sätze zu dechiffrieren. Loss vermutet, dass sie vom Mars stammen, wird aber von seinen Kollegen ausgelacht. Loss verfällt dieser Idee und beginnt ausgeprägte Tagträume sowie Konstruktionsunterlagen für ein Raumschiff anzufertigen. (Rusfilm)

Der Film ist historisch bedeutend und nahm einen richtungsweisenden Einfluss auf die Entwicklung des Genres der Science Fiction in Theater und Film. Zum einen stellen seine aufwändigen Science-Fiction-Elemente in einem Nebenhandlungsstrang einen in dieser Zeit ungewöhnlich neuen Stil vor, der von vielen Theateraufführungen aufgegriffen wurde und sich bald mit einer typischen Vorstellung über futuristische Gesellschaften verband. Mit seinem für die damaligen sowjetischen Verhältnisse völlig neuartigen Dekor im Stile des deutschen Filmexpressionismus nahm er auch einen großen Einfluss auf spätere (internationale) Filmproduktionen. Die Kostüme der Schauspieler wurden von der Künstlerin Alexandra Exter entworfen. Der Haupthandlungsstrang des Films spielt im zeitgenössischen Alltag und weist viele ideologische Elemente auf, die zunächst zu einer weiten Verbreitung in der Sowjetunion und den internationalen Kinos führte. Wikipedia


Arsenal UdSSR 1929, R: Aleksandr Dovzhenko mit Semyon Svashenko, Amvrosi Buchma, Georgi Khorkov, 90 Min

Dowschenkos dritter Spielfilm spielt im Russischen Bürgerkrieg. Der Revolutionsfilm heroisiert den Aufstand in der Kiewer Waffenfabrik „Arsenal“ (Завод Арсенал) beim Januaraufstand 1918 gegen die bürgerlich-nationale Regierung der Ukraine.
Der Film Arsenal gilt als einer der bedeutendsten Filme des ukrainischen Kinos.

„In keeping with his conception of cinema as poetry, Dovzhenko developed a unique style replete with symbols, metaphors, and poetic intertitles” (moma.org)

“Arsenal, Dovzhenko's most complex, avant-garde work, is as revolutionary in its politics as in its style. It's a dense, symbol-laden account of the last days of the first world war on the eastern front followed by the civil war in the Ukraine. This ambitious film has evoked comparisons with Picasso's Guernica for its angry, compassionate, complex depiction of war and is full of unforgettable images” (theguardian.com)
Teaser: https://www.youtube.com/watch?v=uHcoJOTnXvM


Bett und Sofa – Die Geschichte einer Liebe zu dritt [Tretya Meschanskaya] UdSSR 1927, R: Abram Room mit Lyudmila Semyonova, Nikolai Batalov, Vladimir Fogel, 74 Min, OmU

Diese Liebesgeschichte zählt zu den Meisterwerken des Alltags-Dramas und wird mit sehr viel Einfühlungsvermögen gegenüber den Protagonisten erzählt.

Die schwangere Frau, die ihrer dienenden Rolle überdrüssig ist, beschließt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und Ehemann und Freund zu verlassen. Der geschlossene Raum des kleinen Zimmers mit seinen wenigen Gegenständen, die aber expressiv zur Wirkung gebracht werden, öffnet sich dem Raum der sich erneuernden Welt mit Moskau als Schauplatz der Handlung.

Die Figuren sind sich nicht bewusst, dass sie dem geöffneten Raum angehören, und darin liegt sowohl das Drama, als auch seine Lösung. Das ständig präsente Gefühl des geöffneten Raumes nimmt dem Konflikt seine quälende Schärfe und macht das Werk zu einer Tragikomödie.
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=YnQKk1CF2Pk


Brot [Chleb] UdSSR 1930, R: Mykola Schpykowskij, 45 Min, OmeU

Ein Soldat der Roten Armee kehrt aus dem Bürgerkrieg in sein Dorf zurück und findet soziale Missstände und Armut vor. Nach dem Vorbild der Kollektivierung führt er Reformen durch, stößt jedoch bald auf Widerstand und überlieferten Aberglauben: Auf gestohlenem Land gehe die Ernte nicht auf. Das lange Zeit verbotene Agitprop-Epos mit lakonischer Erzählweise, konzentriertem Kamerablick und symbolischer Intensität der Alltagsszenen wurde erst in den 1970er Jahren wiederentdeckt.
Teaser: https://www.youtube.com/watch?v=1duIem5De14


Kosmische Reise [Kosmicheskij Rejs], UdSSR 1936, R: Vasili Zhuravlev mit Sergei Komarov, Kselniya Moskalenko, Vassili Gaponenko, 70 min, OenglU
„Ich möchte eine naturwissenschaftliche Fantasie für ein junges Publikum über die Reise zum Mond drehen.“
– Zhuravlov zu Eisenstein
Sommer, 1946, am Moskauer Institut für Interstellare Forschung werden die Experimente zur bemannten Raumfahrt durchgeführt. Die ersten Versuche scheitern allerdings. Ein Kaninchen, dass mit einer Rakete in den Weltraum geflogen wird, stirbt noch während des Starts. Eine zweite Rakete mit einer Katze an Bord verschwindet spurlos.
Derweil begeben sich in einer gigantischen Weltraumrakete namens “Joseph Stalin” ihr Erfinder der Akademiker Pawel Iwanowitsch Sedoj zusammen mit seiner Assistentin Marina und dem jungen Forscher Andrej Orlow auf eine Reise zum Mond.  http://www.rusfilm.net/de/kosmische-reise/


Das Ende von Sankt Petersburg [Konjez Sankt-Peterburga] UdSSR 1927, R: Wsewolod Pudowkin mit Alexander Tschistjakow, Wera Baranowskaja, Iwan Tschuwelew, 105 min OmU

Wsewolod Pudowkin drehte seinen Film nahezu zeitgleich mit Sergej Eisensteins Opus Zehn Tage, die die Welt erschütterten (Oktjabr). Von beider Dreharbeiten wusste Pudowkin später zu berichten: „Ich bombardierte das Winterpalai

s von der ‘Aurora‘ aus, während Eisenstein es von der Festung St. Peter und Paul aus bestürmte. Eines Nachts sprengte ich einen Teil von der Dachbalustrade fort und fürchtete, Schwierigkeiten zu bekommen, doch zertrümmerte Sergej Michailowitsch in derselben Nacht zum Glück die Scheiben von 200 Schlafzimmerfenstern.“ (Wikipedia)

Der Bauernjunge Iwan, der aufgrund einer Hungersnot im Jahr 1913/1914 sein Dorf verlassen muss, um sich eine Arbeit in der Stadt zu suchen, muss feststellen, dass hier die Lebensbedingungen für einfache Arbeiter keinen Deut besser sind. Über die Familie, die ihn bei sich wohnen lässt, schließt er erste Kontakte zu revolutionären Arbeiterführern. Von seiner Not getrieben und aufgrund seiner völligen Naivität wird er jedoch unbewusst zum Streikbrecher und verrät obendrein diejenigen, die für ihn kämpfen. Erst als Soldat im gerade ausgebrochenen I. Weltkrieg wird ihm die Ungerechtigkeit des ihn unterdrückenden, kapitalistischen Systems bewusst, und er kehrt als Revolutionär aus dem Krieg zurück. So nimmt er schließlich am Sturm auf den Winterpalais teil. (http://www.rusfilm.net/de/das-ende-von-sankt-petersburg/)


Erde [Semlja] UdSSR 1930, R: Aleksandr Dovzhenko mit Stepan Shkurat, Semyon Svashenko, Yuliya Soln, 75 min

Er erzählt von der Umgestaltung der sowjetischen Ukraine, vom Gegensatz zwischen der alten Welt der Großgrundbesitzer, der „Kulaken“, und der neuen kommunistischen Jugend. Die Handlung findet in einem kleinen ukrainischen Dorf statt, in dem man ungeduldig auf einen Traktor wartet, der der dortigen Kolchose vom Stadtbezirkskomitee versprochen wurde. Als der Traktor endlich da ist, kommt es zum Konflikt: Als der junge Traktorist Wassili wagt, die Grenzsteine umzupflügen, die bis dahin die Felder der Großgrundbesitzer markierten, wird er von einem Kulaken erschossen.
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=gA_-bydmFbk


Im Frühling, UdSSR 1929, R: Michael Kaufman, 61 Min.

IM FRÜHLING ist ein dokumentarischer Stummfilm, gedreht im Jahr 1929 vom Kameramann Michael Kaufman (Bruder von Dsiga Vertov) in Kiew. Die erste selbständige Arbeit Kaufmans, die in Übereinstimmung mit den Ideen des Avantgardemanifests "Kinoki" gedreht wurde, war Kaufmans Debüt als Regisseur.

 

 




Das Glück [Stschastje] UdSSR 1934, R: Alexander Medwedkin mit Jelena Jegorova, Lidia Nenascheva, Pjotr Sinowjew, 78 min

Stschastje, chef d’œuvre von Alexander Medwedkin, ist einer der letzten und originellsten Stummfilme Russlands. Eine bolschewistische Komödie mit anarchischer Schlagseite, dezidiert “dem letzten Kolchosenfaulenzer gewidmet”. Der Kampf eines Bauern ums Glück, gegen Popen, Kulaken und Gefolgsleute des Zaren – und nach der Revolution gegen die eigene Inkompetenz: explosive Erfindungskraft, gnadenloser Sarkasmus und das faulste Pferd des Kinos.
(Quelle: Filmmuseum.at)


 

Das Haus in der Trubnaja-Straße Das Haus am Trubnajaplatz [Dom Na Trubnoi] UdSSR 1928
R: Boris Barnet mit: Wera Marezkaja, Wladimir Fogel, Jelena Tjapkina, Sergej Komarow, 64 min

„Ein Nouvelle-Vague-Film vor seiner Zeit“, eine „herrlich komische Stadtsymphonie“, ein „heimliches Vorbild für den Mann mit der Kamera“ (Jim Hoberman) - Dom na Trubnoj erzählt von einer Landmaid, die in Begleitung ihrer Ente nach Moskau kommt, ein Mietshaus durcheinander bringt und mit der urbanen Überstimulation zu Rande kommen muss. Es heißt, revolutionäre sowjetische Filmkunst der 1920er Jahre sei furchtbar ernst, mit Theorie gesättigt und durch die Namenskette Eisenstein-Pudowkin-Vertov zureichend beschrieben. Der größte aller unbekannten Meister des Sowjetkinos beweist das genaue Gegenteil. In Boris Barnets Moskauer Komödie lässt sich nachvollziehen, welche Lüste den eigentlichen Motor dieser Epoche darstellen: die Lust auf körperliche Unbändigkeit und die Lust an der Apparatur Kino. (C.H.) Quelle Filmmuseum Wien   http://www.rusfilm.net/de/das-haus-am-trubnajaplatz/


Interplanetare Revolution, UdSSR 1924, R: Nikolai Chodatajew, Senon Komissarenko und Juri Merkulow, 8 min

Kurz nach Aelita erschien 1924 eine Parodie auf den Film, nämlich der Trickfilm "Межпланетная революция" (Meschplanetnaja Rewoljuzija, die interplanetare Revolution). Ursprünglich sollten Teile des Films "Aelita" zur Verfügung gestellt werden, was aber nicht zustande kam. Einige Szenen wurden aber für diesen Trickfilm verwendet, der somit als erster sowjetischer Science-Fiction-Trickfilm gilt und ebenfalls unter die sowjetischen Propagandafilme geordnet wird. Dieser Trickfilm ist ca. 8 Minuten lang und zeigt den Export der Revolution von der Erde auf den Mars. Er ist eine Mischung aus Zeichentrick- und Silhouettenfilm.(Wikipedia)


Kino-Glaz [Film-Auge/ Kino Eye] UdSSR 1924, R: Dziga Vertov, 78 Min, OenglU

Kino-Glaz ist Dziga Vertovs (1896-1954) erster abendfüllender Dokumentarfilm. Mit futuristischem Furor hat Vertov in seinen Manifesten den Spielfilm als “Opium für das Volk” gebrandmarkt und die “Diktatur des Faktums” ausgerufen.

Seine Filme sind Kampfansagen an die Grimassen der Schauspieler, die Märchen-Szenarien und Romantizismen des Kintopps; sie kennen weder “Darsteller”, Requisiten, Plots noch Dekorationen.

Als erster hat Vertov (zusammen mit seinem Bruder, dem Kameramann Michail Kaufman) mit versteckter Kamera gearbeitet und das Programm vom “überrumpelten Leben“ in Dokumentarfilme umgesetzt, deren wirbelnde Dynamik seinem Künstlernamen zur Ehre gereicht: Dziga Vertov – drehender Kreisel.

Kinoglaz spielt souverän mit den Mitteln und Tricks des “Kino-Auges” und ordnet sein mannigfaltiges Material vermittels der Montage zu einem rhythmischen Ganzen: Das Kompendium einer Welt, das systematische Bild der sowjetischen Gesellschaft.
Teaser: https://www.youtube.com/watch?v=JuHFn3wsT9I


Das Mädchen mit dem Muttermal [Kukla s millionami] UdSSR 1928 R: Sergei Komarov mit Igor Ilyinsky, Vladimir Fogel, Ada Vojtsik

Die Pariser Millionärin Madam Kolli hat ihrer in Moskau lebenden Nichte Marusja Iwanowna eine beträchtliche Erbschaft hinterlassen. Die Franzosen Pierre und Paul Cuisinai haben es auch auf dieses Erbe abgesehen und machen sich auf die Suche nach Marusja. Das beim Publikum sehr beliebte Thema – das Auftauchen eines Ausländers im neuen Sowjet-Russland – machte diese Komödie in der Sowjetunion zum Kassenschlager.
 



Das Mädchen mit der Hutschachtel [Devuška s korobkoj] UdSSR 1927
R: Boris Barnet mit Anna Stėn, Vladimir Michajlov, Vladimir Fogel’. 99 min, Russ. OmeU

Die bald darauf von Samuel Goldwyn für Hollywood entdeckte Anna Stėn als Titelheldin: ein Mädchen, das mit der Großmutter in den schneebedeckten Außenbezirken Moskaus lebt, in einem Hutladen im Zentrum arbeitet und viel Zeit damit verbringt, ihrem liebeskranken Nachbarn zu entkommen. Wohnungsknappheit und ein Lotterielos (erhalten statt des Lohns) führen zu einer Hochzeit und turbulenten Verwicklungen. Bernard Eisenschitz: "Das Mädchen mit der Hutschachtel rechtfertigt Boris Barnets Ruf als Begründer der Sowjetkomödie." Barnets erster Film in Alleinregie ist bereits durchdrungen von seinem Genie: ein Rohdiamant, charmant, romantisch, und eine höchst körperliche, in ihrer völligen Unvorhersehbarkeit beglückende Mischung von Melancholie und Ekstase. (C.H.) (Filmmuseum Wien)  http://www.rusfilm.net/de/das-madchen-mit-dem-muttermal/



Der Mann mit der Kamera [Chelovek s kino-apparatom/ Man with a Movie Camera] UdSSR 1929, R: Dziga Vertov, 68 Min, OmeU

Dziga Vertovs berühmtester Film ist eine Ode an die Filmkamera als Mittel zur Neugestaltung der vorhandenen Realität. Der Film zeigt einen Tag in einer russischen Großstadt, montiert aus Moskau, Kiew und Odessa – vom Erwachen der ersten Bewohner, über ihre Arbeitsschichten, bis hin zum Feierabend mit sportlicher Betätigung und diversen Freizeitbeschäftigungen.

Von einem nehme ich die stärksten und geschicktesten Hände, von einem anderen die schlanksten und schnellsten Beine, von einem dritten den schönsten und ausdruckvollsten Kopf und schaffe durch die Montage einen neuen, vollkommenen Menschen.“ Dziga Vertov

„Dziga Vertovs Erfindung des modernen Films“ (Georg Seeßlen, Die Zeit)
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Jw131UtcaVc


Der Mantel, UdSSR 1926, R: Grigori Kosinzew, Leonid Trauberg mit A. Jeremejewa, Aleksej Kapler, Andrej Kostritschkin, 65 min, OenglU
Das Meisterwerk von Kosinzew und Trauberg ist die Gogol-Bearbeitung DER MANTEL (Schinjel) von 1926. Die im expressionistischen Stil gehaltene Verfilmung stilisiert die Personen Gogols zu Exzentrikern: der kindlich-schüchterne Beamte Akaki Akakiewitsch Bashmatschkin, dem der schwer erworbene Mantel gestohlen wird, gleicht der Schlafwandlerfigur aus Caligari, während der Schneider und seine Frau über ein akrobatisches Bewegungsrepertoire verfügen. Die Fotografie des Films wusste alle Vorgänge ins Groteske, Maßlose oder Dämonische zu steigern. Zusammen mit dem Dekor schuf sie eine düster-bedrohliche, traumhafte Atmosphäre.
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=vXIcoyz5dNQ


Die Mutter [Mat] UdSSR 1926 R: Wsewolod Pudowkin mit Wera Baranowskaja, Nikolai Batalow, Alexander Tschistjakow, 88 min

„Pudowkins Stummfilmadaption des Gorki-Romans bedient sich auf geniale Weise dramatischer, lyrischer und agitatorischer Ausdrucksmittel, die zu musikalischen Strukturen organisiert sind und in einer furiosen Hymne auf die Macht der revolutionären Veränderung gipfeln. Obwohl die private Geschichte in symbolischer Verknappung zur politischen Parabel stilisiert wird, bleiben die eindrucksvollen Bildmetaphern Bestandteil der Handlung und lassen den Darstellern Raum zur psychologischen Vertiefung der Charaktere, die weit mehr als bloße sozialistische Modelltypen sind.“ – Lexikon des internationalen Films  http://www.rusfilm.net/de/die-mutter/


Neues Babylon [Nowi Wawilon] UdSSR 1929, R: Grigori Kosinzew, Leonid Trauberg mit Andrej Kostritschkin, David Gutman, Janina Scheimo, 120 min, OmU

Die Leningrader „Fabrik des exzentrischen Schauspielers“ rotiert zum letzten Mal auf Hochtouren. Die Clowns der sowjetischen Avantgarde der 1920er Jahre sind erwachsen geworden und verfilmen einen Revolutionsstoff.

Es zieht sie nach Paris, genau genommen in das Jahr 1871. Es ist die Zeit der Pariser Kommune. Die deutschen Truppen sind im Vormarsch, in der Stadt bricht Panik aus. Arbeiter errichten Barrikaden, unter ihnen die forsche und leidenschaftliche Verkäuferin Louise. Auf der Gegenseite kämpft der schüchterne Bauer Jean. Beide stehen sich bewaffnet gegenüber.

„Das neue Babylon“ fasziniert nicht nur durch seine episodenhafte Handlung, sondern durch die groteske Atmosphäre in Paris kurz vor dem Untergang. Rasantes Tempo, kontrastreiche Montage, impressionistische Settings in Regen und Nebel, eine weichzeichnende Optik: Immer wieder findet die Choreografie neue, experimentelle Wege, den Zuschauer an das Geschehen auf der Leinwand zu binden.

Ein französischer Kritiker schwärmt: „Der Film ist wie ein echtes Ballett geschaffen, das ständig im Gedächtnis die prächtigen Bilder russischer Ballettwerke wachruft und mit Leidenschaft und heftigen Rhythmen erfüllt ist.“

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=c_73R6hq0_0


Oktober – Zehn Tage, die die Welt erschütterten [Oktjabr], UdSSR 1928 R: Sergei Eisenstein, Grigori Alexandrow mit Wassili Nikandrow, Nikolai Popow, Boris Liwanow, 102 min, OmU

Der vollständige Titel ist: Oktober. Zehn Tage, die die Welt erschütterten (russisch: Октябрь / Десять дней, которые потрясли мир) nach dem Buch Zehn Tage, die die Welt erschütterten von John Reed. Der Film stellt die Vorgänge vor und bei der Oktoberrevolution von 1917 aus Sicht der Bolschewisten in suggestiven Bildern dar. Der Reichtum der bisherigen zaristischen Herrschaft wird wiederholt dargestellt. Nach dem Signal von der Aurora wird das Winterpalais mit der Provisorischen Regierung eingenommen. Trotzki erklärt sie für abgesetzt. Die letzte Szene zeigt Lenin am Rednerpult: Lang lebe die Welt! Die Revolution der Arbeiter und Bauern ist beendet! Nach diesen beiden Tafeln endet der rekonstruierte Film.  http://www.rusfilm.net/de/oktober-zehn-tage-die-die-welt-erschutterten/


Panzerkreuzer Potemkin[Bronenossez Potjomkin] UdSSR 1925, R: Sergej Eisenstein mit Aleksandr Lewschin, Alexander Antonow, Andrej Fait, 75 min, OenglU

„Filmische Urgewalt … Noch heute kann man sich der Bilderkraft dieses Films nicht entziehen.“ (dw.com)
Mit Sergej Eisensteins “Panzerkreuzer Potemkin” nahm der neue sowjetische Film seinen Platz im Weltkino ein.
Der Stummfilmklassiker erzählt die Geschichte vom Aufstand der Besatzung des Kreuzers “Potemkin” und dem Widerhall, den dieses Ereignis in Odessa hervorrief. Russland 1905:

„Dieser Film unterscheidet sich von den Schwärmen der amerikanischen und europäischen Filme nicht durch die größere Kunst der Regieführung – gewiss auch durch sie –, nicht durch die peinlichere Ausnutzung der filmtechnischen Möglichkeiten und das gewaltigere Aufgebot der Massen. Etwas anderes trennt ihn von der Weltproduktion, etwas grundsätzlich anderes. Er hat die Wand durchstoßen, hinter die jene Filme nicht dringen. Er trifft eine Sache, die wirklich ist, er meint die Wahrheit, um die es zu gehen hat.“ (Siegfried Kracauer über PANZERKREUZER POTEMKIN, 1926)


Der Schneider von Torschok, UdSSR 1925 R: Jakov Protasanov mit Anatoli Ktorov, Eva Miljutina, Igor Iljinski, 61 min

Der Film erzählt von den lustigen Abenteuern eines Schneiders und einer Haushälterin, die in der staatlichen Lotterie eine recht ansehnliche Summe Geld gewinnen. Mit dieser Komödie, die mal poetisch, mal satirisch den Alltag der Bewohner eines provinziellen Städtchen aufs Korn nimmt, stellt Protazanov sein Talent als Komödien-Regisseur unter Beweis und legt den Grundstein für die sowjetische Komödientradition.

Die seltsamen Abenteuer des Mr. West im Lande der Bolschewiki, UdSSR 1924, R:Lew Kuleschow mit Alexandra Chochlowa, Andrej Gochilin, Boris Barnet 63 min

Der Amerikaner John West, Vorsitzender des YMCA, möchte sich dieses seltsame neue Land, die Sowjetunion, mit eigenen Augen ansehen. Seine Freunde schicken ihm warnende Briefe und Zeitschriften, die die Bolschewisten als bis an die Zähne bewaffnete Meuchelmörder und Wilde in zottigen Pelzen darstellen. Das kann ihn zwar nicht aufhalten, auf Anraten seiner Frau beschließt er jedoch, zu seinem persönlichen Schutz den Cowboy Jeddy mitzunehmen. Mr. Wests Ankunft in Moskau bleibt, da er mindestens ein halbes Dutzend Koffer mit sich führt, nicht unbemerkt. Dass ihm seine Aktentasche gestohlen wird, bestätigt ihn in der Überzeugung, dass er sich in Moskau unter Wilden befindet, vor denen ihn nur Jeddy – in voller Cowboy-Montur, mit Lasso und geladenem Colt – schützen kann. Der Taschendieb Schbana gibt die Nachricht von der Ankunft des reichen Ausländers an seine Bande weiter. Die Gauner kommen schnell zu dem Schluss, dass der Geruch von Dollars in der Luft liegt und planen einen großen Coup…

 

 

 

 

Sturm über Asien [Potomok Tschingis-Chana] UdSSR 1928, R: Wsewolod Pudowkin mit Waleri Inkischinow, I. Dedinzew, Alexander Tschistjakow, 130 min, OmU

Im Jahr 1920, vor dem Hintergrund der Sibirischen Intervention, versucht der gutwillige Mongole Bair ein wertvolles Fuchsfell auf dem Markt zu verkaufen. Da ihm die englischen Pelzhändler nicht genug dafür bieten, verlangt er sein Fell zurück. Im daraufhin entstehenden Handgemenge, wird ein Engländer leicht mit einem Messer verletzt. Trotzdem schlägt die englische Schutztruppe sofort mit Erbarmungslosigkeit zu und jagt Bair.

Dieser schließt sich daraufhin moskautreuen Partisanen an. In späteren Kampfhandlungen wird er gefangen genommen und soll daraufhin erschossen werden. Gleichzeitig entdecken die englischen Offiziere in einem Amulett das Bair gehört, ein Geheimdokument, das ihn als Nachfahren Dschingis Khans ausweist. Daraufhin will man ihn zum Marionettenkönig der Mongolei machen, um die Region mit seiner Hilfe besser beherrschen zu können.  http://www.rusfilm.net/de/sturm-uber-asien/



Der Untergang der Sensation [Gibel sensazii] UdSSR 1935, R: Aleksandr Andrijewski mit Sergej Wetscheslow, Wladimir Gardin, Marija Wolgina, 90 min,

Halb Science fiction, halb Klassenkampf – Maschinen(alb)träume auf russisch. Vorsichtshalber wurde die brisante Handlung ‚ins Ausland’ verlegt. Der Ingenieur Jim Ripple erfindet mit Saxophon und Funk ferngesteuerte Roboter. Die Kapitalisten erkennen die darin liegende „Lösung des Proletenproblems“ und denken auch gleich an ein Heer emotionsloser Kampfmaschinen. Jims Bruder Jack ist Arbeiterführer und organisiert Streiks gegen die Roboter, die nur Arbeitslosigkeit produzieren würden. Die Maschinenmenschen werden auf die Streikenden gehetzt, doch die Arbeiter schlagen zurück …
Der Tscheche Karel Čapek erfand 1921 den Begriff Roboter. Ein paar Jahre nach Maschinenmensch Maria in METROPOLIS und noch bevor Hollywood Weltvernichtungsroboter aufmarschieren ließ, zeigte Meschrabpom 1935 die bedrohliche Maschinenarmee zwischen den Fronten des Klassenkampfes. Mit nie dagewesenem Aufwand inszenierte Aleksandr Andrijewski das immer wieder aktuelle Thema. Dabei benutzte er modernste Technik, sogar Fernsehübertragung. Die gewaltsame Schließung der Moskauer Filmfabrik verhinderte eine größere Verbreitung des Meisterwerks.(Zitat: Berlinale)
 

  Die von der Straße leben UdSSR 1926, R: Friedrich Ermler mit Bella Tschernova, Eduard Johanson, Fjodor Nikitin, 73 min,

Katja stammt aus einer armen Familie auf dem Land, sie muss nach Leningrad reisen, um das Geld für eine neue Kuh zu verdienen. Durch ihre Naivität gerät sie schnell in zwielichtige Gesellschaft, verliebt sich in den Dieb Sjemka Schgut und wird von ihm schwanger. Allen Unwegsamkeiten und schlechten Erfahrungen zum Trotz bleibt Katja stur und glaubt weiterhin, dass sich alles zum Guten wenden und sie einen Weg in ein neues, besseres Leben finden wird. Aus unerfindlichen Gründen nimmt sie auch noch den Vagabunden Nikitin bei sich auf…
Während das ironische Melodram “Die von der Strasse leben” Ermlers einzige Komödie blieb, wurde Koregisseur Eduard Johnson bald darauf als Meister der lyrisch-exzentrischen Komödie bekannt.
   
  Das Zigarettenmädchen vom Mossel’prom [Papirosnica ot Mossel’proma] UdSSR 1924
R: Juri Zheljabushskij mit I. Il’inskij, J. Solnceva, A. Dmochovskaja, 112 min, OenglU

Sina verkauft Mosselprom-Zigaretten mit einem Bauchladen auf der Straße. Mitjuschin, Buchhalter und Möchtegern-Drehbuchautor hat sich in sie verliebt. Er kauft ihr selbst als Nichtraucher jeden Tag ein Päckchen ab. Ein amerikanischer Geschäftsmann, der Kontakt mit einem Filmstudio (Meschrabpom!) knüpft, und ein russischer Kameramann, der auf dieser Straße dreht, haben ebenfalls sofort ein Auge auf Sina geworfen. Beide bieten ihr Filmrollen an und versprechen ihr eine große Filmkarriere. Alle drei Männer konkurrieren heftig um sie, während ihre ersten Filmauftritte nicht alle begeistern. Viele Verwicklungen und Komplikationen später und nach diversen Szenen sowjetischen Slapsticks entwickeln sich die Dinge ganz unerwartet …(Rusfilm)
   
  Zvenigora [Der verzauberte Wald] UdSSR 1928, R: Aleksandr Dovzhenko mit Georgi Astafyev, Nikolai Nademsky, Vladimir Uralsky, 85 min  OenglU

Ein ukrainisches Kinopoem. Dowschenko verbindet die Geschichte seiner Heimat mit ihrer Gegenwart: Das Mittelalter war besessen von der Suche nach einem Schatz, in der Oktoberrevolution hat das Volk ihn gefunden.
   
  Eintrittspreise:
Festivalpass,- 50 Euro
Einzel Stummfilm: 12,-/erm. 9,- Euro
 
  FESTIVALPASS: 50,- Euro    Der Name des Käufers wird auf dem Festivalpass vermerkt. Der Pass ist nicht übertragbar. Der Pass berechtigt zum Eintritt in die jeweils aktuelle Vorstellung.
   
 

Zu den Musikern:

  Philipp Cheltsov, Organist, Komponist und Stummfilmbegleiter, ist in Moskau geboren. Er studierte Musiktheorie an der Gnessin-Akademie in Moskau und nahm parallel Orgel- und Kompositionsunterricht. Seit 2014 ist er künstlerischer Leiter und Organist der Stiftung „Orgel im Zwetajewa-Museumshaus“ sowie Co-Autor des Projekts „Orgelkino“.

Regelmäßig begleitet er Stummfilme an der Orgel und auf dem Klavier in der Kooperation mit dem Gosfilmofond Russlands, dem Puschkin-Museum, dem Moskauer Filmmuseum und der Tretjakow-Galerie. Außerdem spielte Cheltsov eine Reihe von Filmmusik-Aufnahmen ein für das Unternehmen „Krupnyj plan“.
2016 begleitete er Stummfilme während des 20. Filmfestivals von Gosfilmofond „Belyje Stolby 2016“ und die Fortführungen aus dem Zyklus „Geschichte der russischen Filmkunst in 50 Filmen“ im Kino „Pionier“ in Moskau.

   
  Anna Vavilkina, Babylon Kino-Organistin; die einzige festangestellte Kinoorganistin in Deutschland. Sie studierte am Moskauer Konservatorium und an den Musikhochschulen in Lübeck und Detmold, wurde ausgezeichnet beim Internationalen Orgelwettbewerb in Minsk und war Finalistin von internationalen Wettbewerben für Orgelimprovisation in Deutschland und Österreich.

2014 präsentierte sie sich auch in der Stavanger Concert Hall (Norwegen) zu Buster Keaton Filmen und an der Welte-Orgel des NDR in Hamburg. Im Babylon spielt sie außer zu „Stummfilm um Mitternacht“ und „Slapstick für Kids“ auch nahezu täglich vor den Filmvorführungen und Live-Veranstaltungen. Das ist einmalig in der deutschen Kinoszene.

   
  Dominik Gerhard, Organist, Pianist, Mitarbeiter im Orgelbau. Rundfunk- und Fernsehgottesdienste, Stummfilmbegleitungen in Kinos, Kirchen, Open Air und beim Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Musik-Improvisationen zu Literatur, Märchen und Bibelszenen.
   
  Olga Podgajskaya, weißrussische Komponistin und Organistin, in Kasachstan geboren. Sie studierte an der Belarus Musikakademie Komposition und Orgel. Aktuell ist sie Stipendiatin von „Gaude Polonia“ (Polnisches Kulturministerium). Sie ist Mitglied des Kammerensembles „Five-Storey Ensemble” und der Belarus Komponistenvereinigung. Sie hat Musik für Sinfonieorchester und Stummfilme komponiert wie z.B. „The Lodger“, „Sherlock Jr.“ und „Aelita“.
   
  Johannes Lienhart studierte Kirchenmusik in Rottenburg, Freiburg und Stuttgart. 2011 Stipendiat der Joseph- Eberle- Stiftung in Valparaiso, IN, USA; Deutschlandstipendium des Landes Baden- Württemberg 2014. Von August 2014 bis Juni 2015 Erasmus- Austauschprogramm am königlichen Musikkonservatorium Kopenhagen. Seit April 2016 studiert er Orgelimprovisation bei Prof. Wolfgang Seifen an der UdK Berlin. In jüngster Zeit ist Lienhart vermehrt kompositorisch tätig, so komponiert er Werke für Chor, Orgel, Sologesang und verschiedene Orchesterbesetzungen. Außerdem ist er Teil des Duos
"Musiconie" (Gesang und Orgel) und konzertiert mit jungen ambitionierten Chören im
Stuttgarter und Hildesheimer Raum.
   
  Marc Chaet, Violonist, Performer, Arrangeur und Bandleader auf internationalen Bühnen. Unterschiedlichste, auch experimentelle Projekte wie Stumm-, Kino- und TV-Filme sowie Theaterstücke. Chaet lebt seit ca. 20 Jahren in Berlin. Geboren wurde er in der Ostukraine, in Kramatorsk. In Donezk studierte Mark Chaet am Konservatorium das Geigenfach.

Foto (c) Daniela Inkoronato

   
   
   
 

Stummfilme im Original-Babylon – nur echt mit der Goldkante um die Leinwand

 

herum“

 
   
 

Einzigartig: einzig in Deutschland festangestellte Hausorganistin im Babylon

 

– wie in den alten Kinopalästen

  Anna Vavilkina studierte am Moskauer Konservatorium und an den Musikhochschulen in Lübeck und Detmold. Sie wurde ausgezeichnet beim Internationalen Orgelwettbewerb in Minsk und war Finalistin bei internationalen Wettbewerben für Orgelimprovisation in Deutschland und Österreich.

Die Babylon Besucher können Anna Vavilkina bei der samstäglichen Reihe „Stummfilm um Mitternacht“ ab 8. März 2013 erleben und außerdem nahezu täglich vor dem Hauptfilm.   http://www.myspace.com/annavavilkina

  (c) von den 2 Fotos links: Djamila Grossman    Foto rechts: Barbara Löblein
  Anna VAVILKINA in der Berliner Zeitung:  berliner-zeitung.de
   
   
   
 

Die einzige, am originalen Standort erhaltene Kinoorgel in Deutschland

  2009: 80 JAHRE BABYLON und KinoOrgel
  Im Babylon steht die einzige, in Deutschland am originalen Standort erhaltene Kinoorgel. Diese seinerzeit größte, deutsche Kinoorchesterorgel stammt von der Firma Philips aus Frankfurt am Main und wurde von der Fachwelt in hohen Tönen gelobt:

„Die neue Kino-Orchester-Orgel dürfte berufen sein, die ausländische Konkurrenz … endlich aus dem Felde zu schlagen.“ (Deutsche Instrumentenbau-Zeitung, 1929)

Der im großen Kinosaal links vorn stehende Orgelspieltisch hat 2 Manuale, 1 Pedal , 100 Register, Tremolo, 4 freie Kombinationen, 8 Pistons, 1 Schwellwerk und vieles mehr.

Die eigentliche Orgelanlage, welche auf 2/3 Höhe links hinter der seitlichen Holzverkleidung steht, hat 66 Pfeifenregister aus 913 Orgelpfeifen, davon 280 Zungenstimmen, sowie 137 Klangteile und 34 Effekten. Das sind vielseitigste Geräusche, die zu einer Stummfilmbegleitung nötig sind. Die größte Orgelpfeife ist 3,10 m hoch, die kleinste 10mm plus Fuß.

Etliche Jahre war die Babylon Kinoorgel außer Betrieb. Die äußerst aufwändige und langwierige Generalüberholung der eigentlichen Orgelanlage führte Dr. Ing. Dagobert Liers aus Berlin Lichtenberg von 1993 bis 1998 durch.

  Der total verkommene Spieltisch wurde 1994 von der Kunsttischlerei Hans Joachim Eichberg in Berlin Pankow völlig generalüberholt. Von 2005 bis 2008 überholte, reparierte, reinigte und stimmte der Orgelbauer Hans Joachim Eichberg (Jahrgang 1930) die gesamte Orgelanlage in allen Teilen.
  80 JAHRE BABYLON und KinoOrgel
 
   
  Pressekontakt:
  Barbara Löblein, 030/278 919 19, loeblein@babylonberlin.de
Gern stellen wir Ihnen Fotos und das Plakat zur Verfügung.