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Programm akt. Woche

  Kino Eintrittspreis:      
  Mo - So 8,00 Euro Kino 1                
  Mo - So 7,00 Euro Kino 2/3  
  Jeden Tag 3,00 Euro für Freundeskreis-Mietglieder  more
Ab 130 Minuten Filmlänge plus Euro -,50
  Ab 150 Minuten Filmlänge plus Euro 1,-
  Kinderfilm 4,- Euro Gruppen ab 10 Kinder 2,50 Euro  
  Bei Sonderveranstaltungen gesonderte Preise (laut Aushang)
 
   
 

Nachtschicht

  Wo „Die Freunde des schrägen Films“ aufgehört haben, macht die „Nachtschicht“ weiter. Einmal monatlich am späten Samstagabend gibt es im Babylon wieder ein Programm für alle, die altes Zelluloid und wildes Kino jenseits von Arthouse und Mainstream lieben.
   
 

DIE NACHTSCHICHT am Samstag, 1. August 2015 um 22 Uhr im BABYLON

 

NOTLANDUNG IM WELTALL

  USA 1964, R: Byron Haskins, B: Ib J. Melchior, John C. Higgens, Ka: Winton C. Hoch, Special Effects: Lawrence Butler, D: Paul Mantee, Vic Lundin, Adam West, 35mm, CinemaScope, deutsche Fassung, 96 Minuten
TRAILER
Mit Vorfilm!

Die stets gut informierte „Bild“-Zeitung berichtete letztens über einen Wettbewerb, an dem immerhin 200.000 Menschen teilgenommen hatten: Sie alle wollen bei einer Expedition dabei sein, deren Ziel es ist, 2022 zum Mars zu fliegen und dort ab 2025 Menschen anzusiedeln. Wie gut, dass unter den 100 Auserwählten auch zwei Deutsche sind, Robert P. Schröder und Lennart Lopin – die können dann den anderen erklären, wie die Abseitsfalle funktioniert oder wie man rheinischen Sauerbraten macht und einen Grand mit Vieren versemmelt. Einen Haken hat die Sache, wie die „Bild“ trocken anmerkt – Herr Schröder und Herr Lopin werden ohne Rückflugticket reisen, „denn die Rückkehr wäre technisch zu aufwendig und zu teuer“.

Nun ist es natürlich einfach, stets und überall ein Haar in der Suppe zu finden. Wir, die NACHTSCHICHT, wollen da nicht mitmachen, sondern all jenen, die auch mit Auswanderungsgedanken spielen, ein paar nützliche Tipps mit auf den Weg geben: Wie leicht kann es passieren, dass die Ingenieure von „Mars One“ ein klein wenig falsch geplant und zuwenig Sprit getankt haben. Dann heißt es, Notlandung im Weltall. Glücklich all jene, die in so einer unerfreulichen Lage den „Robinson Crusoe“ in der platzsparenden Dünndruck-Ausgabe des Insel-Verlags in der Jackentasche stecken haben. Denn die alte Schiffbrüchigen-Saga bietet nicht nur angenehmen Zeitvertreib, sondern dient zugleich als praktische Überlebenshilfe. Nun ist auch uns, den Bildungsaposteln von der NACHTSCHICHT, nicht entgangen, dass die jungen Leute heutzutage ungern gedruckte Bücher anfassen – geschweige denn lesen. Da hilft nur die sogenannte Visualisierung, um die Lesefaulen zu inkludieren. Auf Deutsch: Filme gucken.

Zugegeben, der Vorspann war lang, also zur Sache: In NOTLANDUNG IM WELTALL (Originaltitel: ROBINSON CRUSOE ON MARS) (USA 1964) muss das Raumschiff „Mars Gravity Probe 1“ auf dem Roten Planeten notlanden, wo einer der beiden Astronauten bald umkommt. Commander Kit Draper ist nun auf sich allein gestellt – sein einziger Begleiter ist der Affe Mona. Kit muss lernen, in einer feindlichen Umwelt zurechtzukommen – und mit den ständigen Erinnerungen an seinen toten Partner umzugehen. Aus Tagen werden Monate, und Rettung ist nicht in Sicht. Vielmehr landet ein von Aliens gesteuertes Raumschiff. Einer ihrer Sklaven flieht und befreundet sich mit Kit – woraufhin die Aliens anfangen den Mars zu bombardieren. Finden Robinson und Freitag einen Ausweg aus dem Schlamassel?

Der in der Nähe des Zabriskie Points im Death Valley gedrehte SciFi-Film kann mit einem namhaften Team aufwarten, darunter Regisseur Byron Haskins (u.a. THE WAR OF THE WORLDS, 1953), Drehbuchautor Ib Melchior (u.a. JOURNEY TO THE SEVENTH PLANET, 1962), der Oscar-prämierte Kameramann Winton Hoch und Special Effects-Experte Lawrence Butler (u.a. 20 MILLION MILES TO EARTH, 1957). Dennoch war der Film an der Kinokasse kein großer Erfolg. Erst viel später wurde ROBINSON CRUSOE ON MARS von Fans und Forschern als ein Film mit besonderen inhaltlichen und auch ästhetischen Qualitäten anerkannt: Als ein Werk, das nicht die übliche Färbung durch den Kalten Krieg aufweist und stattdessen – Kit und der ehemalige Sklave Freitag werden zu Brüdern – im Zusammenhang mit der Bürgerrechtsbewegung und als Kommentar zum Kolonialismus verstanden werden kann. Mittlerweile gilt der Film als Klassiker des SciFi-Genres und brachte es sogar zu einer Veröffentlichung in der renommierten Criterion Collection, dem Olymp des Heimkinos.

Der Trailer zu NOTLANDUNG IM WELTALL: