| |
George Grosz in Amerika George Grosz, geboren am 26. Juli in Berlin,
bissiger Zeichner und Maler des ‚Gesichts der herrschenden Klasse‘,
enfant terrible der 1920er Jahre, angeklagt wegen Pornographie und
Gotteslästerung, war einer der populärsten bildenden Künstler der
Weimarer Republik. Kaum bekannt ist jedoch, dass Grosz die Hälfte seines
künstlerisch produktiven Lebens in den USA verbrachte, bevor er 1959
nach Berlin zurückkehrte. Wie kaum ein anderer bildender Künstler hat
Grosz neben seinem bildnerischen ein schriftstellerisches Werk
hinterlassen, das in Gedichten und Briefen seine eigene Situation zur
Sprache bringt: Sein widersprüchlicher Weg vom engagierten
kommunistischen Künstler der 1920er Jahre zum Zweifler an jeglicher
‚Weltverbesserungs-Ideologie‘ und an der Wirkung von Kunst überhaupt
kommt darin ebenso zum Ausdruck wie seine Abrechnung mit den einstigen
politischen Freunden, die zum Teil wider besseres Wissen an ihren
Idealen festhielten. Angesichts der weltpolitischen Veränderungen der
letzten Jahre gewinnen diese Texte von George Grosz erneute Aktualität
und Brisanz. |