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2011, R: Jens Rübsam und Dagmar Wittmers, Redaktion: Gabriele Conrad –
RBB, 45 MinPremiere mit Franziska
Troegner, Jaecki Schwarz & den Regisseuren
„Erwin, Erwin!“ jubelten die Leute dem Schauspieler auf der Straße zu.
Erwin Geschonneck war der „Kalle“ in „Karbid und Sauerampfer“, der
dämonisch Holländer -Michel in dem Märchenfilm „ Das kalte Herz“, der
Getto- Friseur Kowalski in „Jakob der Lügner“, dem einzigen Film der
DEFA, der für einen Oscar nominiert war. Seine Rollen sind Spiegel
seines gelebten Lebens mit all den Irrtümern und Kämpfen und auch
Erfolgen des Jahrhunderts. Hier schöpft er Material für das lebenslange
Rollenspiel: 1906 wird Erwin Geschonneck in Ostpreußen geboren, früh
kommt er mit den Eltern nach Berlin und wächst in der Ackerstraße im
Armenviertel am Alexanderplatz auf. Drei KZ-Höllen überlebt er:
Sachsenhausen, Dachau,
Neuengamme.
Erwin Geschonneck kann sich retten als englische Flugzeuge in den
letzten Kriegstagen 1945 die „Cap Arkona“ bombardieren, auf der 7000
Häftlinge sterben und nur 350 überleben. Geschonneck ist Anfang 40, als
seine Karriere endlich beginnt. Er wird Brechts Bühnenstar im neu
gegründeten Berliner Ensemble. Aber Erwin Geschonneck will zum Film und
hier wird er ein ganz Großer. Er genießt Privilegien, bekommt in der DDR
Höchstgagen, doch gleichzeitig werden Filme – wie „Sonnensucher“, in dem
er die Hauptrolle spielt, verboten. Geschonneck kann es sich sogar
leisten, die Kulturpolitik zu kritisieren. Der Film erzählt das bewegte
Leben des Schauspielers, mit all seinen Widersprüchen und zeigt ihn in
seinen berühmtesten Rollen. Arnim Müller –Stahl, Inge Keller, Regine
Lutz und seine Söhne Matti und Alexander erinnern sich an den
eigenwilligen Menschen und Charakterdarsteller, der sich mit Humor und
Lebenslist durch die Zeiten geschlagen hat.
Eine Veranstaltung des rbb Fernsehen mit freundlicher Unterstützung vom
Progress Film-Verleih & der DEFA-Stiftung |
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2011, R: Lutz Rentner und Frank Otto Sperlich, Redaktion: Gabriele
Conrad – RBB, 45 Min
Premiere mit Gojko
Mitić.
Sie nannten ihn im Westen „den Roten Winnetou“, im Osten hieß er
„Chefindianer der DEFA“. Den ersten ostdeutschen Indianerfilm „Die Söhne
der großen Bärin“, gedreht im Jahr 1965, als gleichzeitig viele
zeitkritische Gegenwartsstoffe abgesetzt wurden, sahen allein 11
Millionen Zuschauer. Das Kino liefert dem Publikum einen Hauch von
„weiter Welt“. Gojko Mitić wurde in der DDR ein Superstar.
Entdeckt hatten den serbischen Sportstudenten die Westdeutschen Arthur
Brauner und Horst Wendlandt. Sie besetzten ihn im in den
Karl-May-Verfilmungen und im Abspann stand sein Name – weit hinter
Pierre Brice, Lex Barker, Klaus Kinski noch eingedeutscht: Georg Mitic.
Mitić
wuchs in einer Bauernfamilie in dem kleinen serbischen Ort Strojkovce,
250 Kilometer südlich von Belgrad, auf. Sein Vater kämpfte bei den
Partisanen gegen die Nazis. Seine Großmutter wurde die wichtigste
Bezugsperson für den Jungen, der nach ihrem Wunsch eigentlich Arzt
werden sollte, damit sie immer einen Doktor im Haus hätte. Doch er
studiert Sport in Belgrad und verdiente sich ein wenig Geld mit Stunts
im internationalen Film. Dass er später immer nur die Hauptrollen, den
Häuptling spielen würde, war damals für ihn undenkbar.
Die Dokumentation von Lutz Rentner und Frank Otto Sperlich erzählt das
Leben des wohl bekanntesten Gesichts der DEFA als ein Stück
Zeitgeschichte: die Kindheit in Serbien, die Erfolgsjahre in der DDR,
die Nachwendezeit, als Gojko Mitić – wie er heute sagt – zunächst die
„ewigen Jagdgründe“ drohten und er dann in Bad Segeberg und an
verschiedenen Theatern, ebenso in etlichen Filmen, wieder die großen
Rollen spielen durfte.
Gojko Mitić, heute über 70, reitet immer noch, steht vor der Kamera, und
er reist als ehemaliger „Berufsindianer“ der Defa in den Wilden Westen,
um die Hochachtung der Sioux oder der Blackfeet zu erleben, deren Leben
er seinerzeit im Kino gezeigt hat.
Eine Veranstaltung des rbb Fernsehen |