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Programm akt. Woche

  Kino Eintrittspreis:      
  Mo - So 9,00 Euro Kino 1                
  Mo - So 7,00 Euro Kino 2/3  
  Jeden Tag 4,00 Euro für Freundeskreis-Mitglieder  more
Ab 130 Minuten Filmlänge plus Euro -,50
  Ab 150 Minuten Filmlänge plus Euro 1,-
  Kinderfilm 4,- Euro für Kinder bis 14 Jahre  
  Bei Sonderveranstaltungen gesonderte Preise (laut Aushang)
  Kino Karten/Kasse/Informationen: Fon: +49 - (0)30 - 24 25 969 (ab 17.00 Uhr)
 
 
   
  03. bis 28.02.2018
  Wolfgang Kohlhaase - Knapp 40 Werke in 4 Wochen – und Eintritt frei!
  Programm       Alle Filme der Retrospektive   Filminfos        Zitate von und über Wolfgang Kohlhaase       Biografie
  PRESSEHEFT       Pressekontakt
  KEINE RESERVIERUNGEN MÖGLICH! Tickets-Online oder an der Babylon Kasse!
  WICHTIG: Nach Beginn der Veranstaltung kein Einlass! Rechtsweg ausgeschlossen!
 

Wolfgang Kohlhaase: „Schreib nicht cool und denke, damit bist du nah am Leben. Auch Dialoge brauchen eine Haltung. Dazu gehört, was man nicht sagt.“

Vom 03. bis 28.02. ehrt das Babylon den großen Berliner Drehbuchautoren Wolfgang Kohlhaase und zeigt sein beeindruckendes Filmschaffen von 1953 bis 2017.

Sie haben noch einmal die Gelegenheit, Wolfgang Kohlhaase live zu erleben: 28.02. 19:30 Uhr mit "Der nackte Mann auf dem Sportplatz“ (R: Konrad Wolf). Es moderiert Regine Sylvester. Don’t miss it! --- Eintritt FREI!   TICKETS-ONLINE

Im Anschluss signiert Herr Kohlhaase Bücher – die BUCHBOX bietet einige seiner Bücher an.

Gesprächsthemen sind Kohlhaases Heimatstadt Berlin, Pubertät und Weltgeschichte. Denn das Ende des Zweiten Weltkriegs hatte eine große Auswirkung auf den jungen Kohlhaase, es war für ihn wie eine „Explosion“. Auf einmal waren Dinge für ihn möglich wie niemals zuvor. Kohlhaase selbst meint, dass er ohne dieses weltgeschichtliche Ereignis wahrscheinlich nicht Drehbuchautor geworden wäre.


„Drehbücher schreibst du bei offener Tür“ – damit unterstreicht Kohlhaase, wie bedeutend für ihn die Zusammenarbeit beim Film ist - mit so bedeutenden Regisseuren wie Gerhard Klein, Konrad Wolf, Frank Beyer, Bernhard Wicki, Andreas Dresen und Matti Geschonneck. Häufig begleitet er auch die Dreharbeiten.

Knapp 40 Werke in 4 Wochen – und Eintritt frei! U.a. „In Zeiten des abnehmenden Lichts (OmeU)“, „Als wir träumten (OmeU)“, „Whisky mit Wodka“, „Solo Sunny“, „Berlin – Ecke Schönhauser (OmeU)“, „Der Aufenthalt“, „Der Hauptmann von Köpenick“, „Ich war neunzehn (OmeU)“, „Der nackte Mann auf dem Sportplatz

„Is ohne Frühstück!“ „Und ist auch ohne Diskussion“, erklärt Sunny (Renate Krößner) zu Filmbeginn ihrem Liebhaber der letzten Nacht.

   
   
  Alle Filme der Retrospektive

Alarm im Zirkus (1954, R: Gerhard Klein)
Als wir träumten (2015, R: Andreas Dresen), OmeU
Der Aufenthalt (1982, R: Frank Beyer)
Baby (2002, R: Philipp Stölzl), OmeU
Berlin – Ecke Schönhauser (1957, R: Gerhard Klein), OmeU
Berlin um die Ecke (1965/1990, R: Gerhard Klein), OmeU
Der Bruch (1988, R: Frank Beyer)
Der Fall Gleiwitz (1961, R: Gerhard Klein), OmeU
Der nackte Mann auf dem Sportplatz (1973, R: Konrad Wolf)
Der schweigende Stern (1959, R: Kurt Maetzig)
Eine Berliner Romanze (1956, R: Gerhard Klein)
Fisch zu viert (1970, R: Knut Jung-Alsen)
Der Hauptmann von Köpenick (1997, R: Frank Beyer)
Haus und Kind (2009, R: Andreas Kleinert)
I phone you (2011, R: Dan Tang)
Ich war neunzehn (1967, R: Konrad Wolf), OmeU
In Zeiten des abnehmenden Lichts (2017, R: Matti Geschonneck), OmeU
Josef und alle seine Brüder (1982, R: Erwin Stranka)
Lasset die Kindlein... (1976, R: Evelyn Schmidt)
Leben in Geschichten - Wolfgang Kohlhaase (2006, R: Lutz Pehnert)
Leichensache Zernik (1972, R: Helmut Nitzschke)
Mama, ich lebe (1976, R: Konrad Wolf), OmeU
Nagel zum Sarg (2011, R: Philipp Döring), OmeU
Solo Sunny (1979, R: Konrad Wolf)
Sommer vorm Balkon (2005, R: Andreas Dresen)
Sonntagsfahrer (1963, R: Gerhard Klein)
Die Stille nach dem Schuss (2000, R: Volker Schlöndorff)
Die Störenfriede (1953, R: Wolfgang Schleif)
Turek erzählt (1973, R: Richard Cohn-Vossen)
Whisky mit Wodka (2009. R: Andreas Dresen)
Die Zeit, die bleibt (1985, R: R: Lew Hohmann)
Zeitzeugengespräch Wolfgang Kohlhaase (D 2005, Interviewer: Ralf Schenk)
 

   
   
  Zitate von und über Wolfgang Kohlhaase
  Wolfgang Kohlhaase: „Der verwegene Gedanke, die Geschichten unseres Alltags könnten sich für den Film eignen, wäre mir ohne die italienischen Neorealisten nie gekommen." (vierundzwanzig.de)

„Schreib nicht cool und denke, damit bist du nah am Leben. Auch Dialoge brauchen eine Haltung. Dazu gehört, was man nicht sagt.“

„Das Beste, was man schaffen kann, dem Publikum gegenüber, ist der gewünschte Schluss. Und wenn man den verweigert, das gibt auch einen Effekt, aber das muss einen guten Grund haben.“
„Wolfgang Kohlhaases Filme sind aus der Beobachtung gespeist; auf die Frage, woher er seine Stoffe beziehe, hat er einmal geantwortet: Da muss ich nur vor meiner Haustür treten.“ (Ralf Schenk, Filmdienst, 2010)

„Ich kann drei Tage lang erzählen, woran man denken sollte, wenn man ein Drehbuch schreibt. Am vierten Tag würde man merken, dass ich es auch nicht genau weiß. Die Antwort muss jeder finden, man kann nur die richtigen Fragen stellen.“
(Aus einem Interview in: Berliner Zeitung, 06./07.02.2010 von Anja Reich und Frank Junghänel)
   
   
  Biografie
Am 13. März 1931 in Berlin geboren.

1947 Volontär und Redakteur bei der Jugendzeitschrift „Start“, später bei der Zeitung „Junge Welt“.

1950-52 Dramaturgie-Assistent bei der DEFA. Seit 1952 freischaffender Drehbuchautor und Schriftsteller. Seit „Alarm im Zirkus“ (1954) Zusammenarbeit mit Regisseur Gerhard Klein: Vier Berlin-Filme nach neorealistischem Vorbild sind das Ergebnis. Der wichtigste der 1950er Jahre ist „Berlin – Ecke Schönhauser“.

1965 wird „Berlin um die Ecke“, ein Film über Alltag und Arbeit zweier junger Männer in der nun geteilten Stadt, nach dem 11. Plenum des Zentralkomitees der SED nicht fertig gestellt; Aufführung der Rohschnittfassung erst 1987 anlässlich der 750-Jahrfeier Berlins. Unter Kohlhaases Mitarbeit entsteht 1990 eine Spielfilmfassung.

Ab Mitte der 1960er Jahre beginnt die Zusammenarbeit mit Konrad Wolf für insgesamt vier Werke, darunter einige der wichtigsten DEFA-Filme: „Ich war neunzehn“ (1967) und „Solo Sunny“ (1979).

Seit 1972 Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste.

Ab 1982 auch Drehbücher für Frank Beyer.

1985 Mitglied der Internationalen Jury der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Kohlhaase setzt seine Karriere nach der Vereinigung Deutschlands mühelos fort. Er arbeitet u.a. mit Volker Schlöndorff, Andreas Dresen und Andreas Kleinert und zählt heute zu den bekanntesten deutschen Drehbuchautoren.

Kohlhaase wird vielfach ausgezeichnet: 1990 mit dem Ernst Lubitsch-Preis für den Film „Der Bruch“ sowie den Helmut-Käutner-Preis der Stadt Düsseldorf und 2005 in San Sebastián mit dem Preis für das beste Drehbuch („Sommer vorm Balkon“).

2007 erhält der das Bundesverdienstkreuz.

2010 ehrt ihn die Berlinale mit einer Hommage und dem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk. Außerdem erhält er für seine herausragenden Leistungen im deutschsprachigen Film- und Fernsehschaffen einen Stern auf dem Boulevard der Stars am Potsdamer Platz in Berlin (insgesamt 40 Filmschaffende, von denen folgende Künstler auch eine Verbindung zur DEFA haben: Armin Mueller-Stahl, Corinna Harfouch, Götz George, Hildegard Knef, Angelica Domröse Domröse und Konrad Wolf).

Am 08. April 2011 erhält er den Ehrenpreis der Deutschen Filmakademie – Er bedankt sich in seiner typisch lakonischen Weise: „Ich bin nicht nur erfreut, sondern auch ermutigt. Und das braucht man in jedem Alter.“ Im selben Jahr zeichnet ihn das Bundesland Brandenburg mit dem Verdienstorden des Landes aus.

2015 ehrt das Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern Kohlhaase mit dem „Goldenen Ochsen“.


Wolfgang Kohlhaase was born in Berlin on March 13, 1931. He joined the DEFA Studio for Feature Films as an assistant dramaturg in the early 1950s.

Kohlhaase, who has written scripts for over six decades, is one of Germany’s best-known and most successful scriptwriters. He is known for working closely with directors, in that his contribution does not end with the delivery of the script; instead, he remains involved throughout the production. His work includes some of the most important titles in German film history, made in collaboration with leading filmmakers, including: Gerhard Klein, Konrad Wolf, Frank Beyer, Heiner Carow, Andreas Dresen, Andreas Kleinert, Volker Schlöndorff and Matti Geschonneck.

More: https://ecommerce.umass.edu/defa/people/495

   
   
  Filminfos
   
  Alarm im Zirkus DDR 1954, R: Gerhard Klein. DB: Wolfgang Kohlhaase, Hans Kubisch, mit Erwin Geschonneck, Uwe-Jens Pape, Ulrich Thein, Ernst-Georg Schwill, 83 Min

08.02. 18:30; 21.02. 17:45, 27.02.

Berlin, amerikanischer Sektor, Anfang der 1950er Jahre. Täglich trainieren die beiden Jugendlichen Max und Klaus im Hinterhof vom „Kleinen Ballhaus Klott“. Ihr Traum ist ein gemeinsames Paar Boxhandschuhe.

Da kommt ihnen ein kleiner Hilfsdienst für Jimmy, den Handlanger des zweifelhaften Tanzlokalbesitzers Klott, gerade gelegen. Gleich 20 Mark verspricht Jimmy für eine weitere Aktion in Ostberlin. Was die beiden zunächst nicht wissen, ist, dass die Pferde vom Zirkus Barlay gestohlen werden sollen…

Der Kassenschlager des Jahres 1954 mit 3,6 Millionen Besuchern geht auf einen authentischen Fall zurück. Besonders erstaunlich dabei ist, wie schnell das Duo Gerhard Klein und Wolfgang Kohlhaase in ihrem ersten Berlin-Film auf die wahre Begebenheit aus dem Jahr 1953 reagierten. Das Drehbuch basiert auf Vernehmungs- und Gerichtsakten.

Drehorte: u.a. Friedrichstraße, Kleine Hamburger Straße, Koppenplatz

„aus der genauen Kenntnis des Milieus gespeist…, präzise Reflexionen über junge Leute in der geteilten Stadt mit der offenen Grenze.“ (Ralf Schenk, Berliner Zeitung, 04.09.2011) 

   
   
  Als wir träumten D 2015, R: Andreas Dresen, DB: Wolfgang Kohlhaase, mit Merlin Rose, Joel Basman, Julius Nitschkoff, 117 Min, OmeU

06.02.19:45, 12.02. 17:30, 23.02.

Als wir träumten war der Stadtrand von Leipzig die Welt. Die DDR war weg und wir waren noch da. Pitbull war noch kein Dealer. Mark war noch nicht tot. Rico war der größte Boxer und Sternchen war das schönste Mädchen, doch sie hat mich nicht so geliebt, wie ich sie.

Alles kam anders. Aber es war unsere schönste Zeit.

Dani, Mark, Rico, Pitbull und Paul leben im Rausch einer besonderen Zeit. Jahre, in denen Gesellschaften und Systeme aufeinander prallen und alles, wirklich alles möglich scheint. Die Jungs sind 13, als die Geschichte in der DDR beginnt, 17, als sie im neuen Deutschland endet.
Kraftvoll, wild und zärtlich verfilmte Regisseur Andreas Dresen („Halbe Treppe“, „Halt auf freier Strecke“) mit ALS WIR TRÄUMTEN den gleichnamigen Erfolgsroman von Clemens Meyer. Das Drehbuch schrieb Wolfgang Kohlhaase. Nach „Sommer vorm Balkon“ und „Whisky mit Wodka“ ist es die dritte Zusammenarbeit mit Andreas Dresen. „Als wir träumten“ war offizieller Wettbewerbsbeitrag der 65. Internationalen Filmfestspiele Berlin 2015.

„Und so ist man als Kinozuschauer glücklich, aufgewühlt, berührt – weil es Dresen gelungen ist, wie Meyer die Geschichten mit melancholischer Liebe zu seinen Figuren zu erzählen: zu diesen verlorenen Träumern, die uns – mit allen ihren Fehlern, Härten und zerstörerischem Wahnsinn – an die eigene Jugend erinnern, an die Freiheit vor der Weggabelung zwischen Bürgerlichkeit und Scheitern.“ (Münchener Abendzeitung)

„Der packende Ensemblefilm mit seinen hervorragenden jungen Darstellern verbindet eine große Genauigkeit im Detail, soziale Härte und Schonungslosigkeit mit einem zärtlichen Blick auf die brennenden Nöte sich selbst überlassener Heranwachsender.“ (Knut Elstermann/ rbb)

Trailer: www.youtube.com/watch?v=iukZqcCFM2w

As We Were Dreaming - The Leipzig suburbs, shortly after the collapse of East Germany. Rico, Daniel, Paul and Mark, until recently still Pioneers in their red neckerchiefs, are growing up in the maelstrom of the newly reunited country. Yesterday's rules no longer count today.

They turn night into day and the streets into an adventure playground. The boys run wild and hang out in the neighbourhood, steal cars, experiment with drugs and try out the new swingers' club. They open their own disco which is soon besieged by neo-Nazi skinheads. Everything is in a state of flux and decay, everyone is overflowing with dreams: Rico longs for a boxing career; Daniel yearns to have a grand love affair with Little Star, the most beautiful girl Leipzig has ever known ...

Screenwriter Wolfgang Kohlhaase and director Andreas Dresen have condensed the 2006 multi-award-winning debut novel from Leipzig author Clemens Meyer into a cinematic parable about friendship and betrayal, hope and illusion, brutality and tenderness. They tell the story of a lost youth and at the same time present a tale of rebellion and the perpetual Utopian dream of great happiness. (Source: Berlinale)

Trailer: www.youtube.com/watch?v=4tRr3w4dnkY

   
   
  Der Aufenthalt DDR 1982, R: Frank Beyer, DB: Wolfgang Kohlhaase, mit Sylvester Groth, Fred Düren, Klaus Piontek, 102 Min

07.02. 17:30, 10.02. 18:00, 14.02. 17:30, 18.02. 14:00, 22.02.

Warschau – Oktober 1945. Mitten aus einem Transport von Kriegsgefangenen wird der 19-jährige Mark Niebuhr herausgeholt und in Einzelhaft gebracht. Eine Polin glaubt in ihm den SS-Mann wiedererkannt zu haben, der während einer Razzia ihre Tochter ermordet hat.

Verhöre mit einem gleichaltrigen polnischen Leutnant folgen, in denen Niebuhr immer wieder seine Unschuld beteuert. Als er in eine Gemeinschaftszelle kommt, erfährt er den Hass der polnischen Gefangenen, lebt mit Verachtung und nicht selten mit Todesangst.

Doch die Hölle erlebt er erst, als er zu den deutschen Mithäftlingen verlegt wird, viele von ihnen fanatische Kriegsverbrecher. Als einer der Ihrigen aufgenommen, kann sich Niebuhr erst langsam von deren Denken distanzieren. Nach acht Monaten ist seine Unschuld im Mordfall bewiesen und doch hat der junge Deutsche seine Mitschuld an der verbrecherischen Vergangenheit erkannt.

Die Geschichte geht auf den gleichnamigen Roman von Hermann Kant zurück und basiert auf biographischen Erlebnissen. So beurteilt der Autor seine eigene Geschichte nach drei Jahrzehnten: „Mir ist ... klar geworden, dass ich mit der Gefangennahme eine Chance bekommen hatte, weil sie mich aus einer viel tieferen Gefangenschaft befreite.“

Dialogzitat: Mark Niebuhr (Sylvester Groth) wird bei den polnischen Gefangenen als vermeintlicher SS-Mann mit „Heil Hitler“ begrüßt. Der Anführer lässt ihn niederknien: „Darauf haben wir sechs Jahre gewartet. Wir stehen – und die SS kniet.“

„Wolfgang Kohlhaase, einer der besten Autoren der Defa, schuf aus dem gleichnamigen Roman von Hermann Kant eine dramatische Vorlage voller Paradoxien“ (Hans-Jörg Rother, FAZ 2008)

„Mit diesem Film legt er [Frank Beyer] erneut ein Meisterwerk vor. Er besticht durch seine psychologische Genauigkeit und die differenzierte Sicht auf die unmittelbare Nachkriegszeit.“ (F.-B. Habel: Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme. Berlin, 2000)

   
   
  Baby D 2002, R: Philipp Stölzl, DB: Wolfgang Kohlhaase, David Hamblyn, mit Alice Dwyer, Lars Rudolph, Filip Peeters, 104 Min, OmeU

14.02. 22:00

Die zwei Freunde Frank und Paul schlagen sich als Kleinkriminelle durchs Leben. Gemeinsam haben sie Franks Tochter Lilli großgezogen, die sich nun mit 15 als durchtriebene Lolita mit ersten Liebeleien entpuppt.

Dann wird der frühreife Teenager schwanger, offensichtlich nachdem Lilli ihren Zweitvater Paul verführt hat! Der ahnungslose Frank hält einen jungen Freund der Tochter für den Verursacher und tötet ihn im Affekt - in Panik fliehen Lilli und Paul als denkbar undenkbares Liebespaar auf die Insel-Idylle Texel, doch Frank verfolgt sie...

„Zwei Loser und ein Mädchen… ‚Baby‘, das Spielfilmdebüt des erfolgreichen Videoclip-Regisseurs Philipp Stölzl, bewegt sich schlafwandlerisch sicher im Niemandsland zwischen Realismus und Märchen.“ (FAZ, 2004)

Trailer: www.youtube.com/watch?v=6DYZvOpTAw8

Baby - In a tragic car accident, Lilli’s mother and Paul’s wife are killed. Little Lilli, her father Frank and his friend Paul survive.

Thirteen years later, Lilli is a teenager and the two men have become failed characters who scrape a living together by working as barmen and bouncers in a strip club. The disaster unfolds when Lilli seduces Paul and gets pregnant. In the heat of the moment, her father shoots a boy whom he suspects of raping his daughter. And as fate would have it, they end up again where the accident happened all those years ago. (Source: german-films.de)

   
   
  Berlin – Ecke Schönhauser DDR 1957, R: Gerhard Klein, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Ekkehard Schall, Ilse Pagé, Ernst-Georg Schwill, 81 Min, OmeU

03.02. 22:30, 08.02. 20:00, 19.02. 17:45, 23.02.  18:15, 28.02.  17:45

Berlin, Prenzlauer Berg. Unter dem U-Bahnbogen an der Ecke Schönhauser Allee trifft sich täglich das junge Deutschland. Die Erwachsenen stören sich an der Gruppe Jugendlicher, den Halbstarken, ohne zu fragen, warum sie auf der Straße ihre Freiheit suchen.

Einer von ihnen ist „Kohle“, dessen Stiefvater versucht, ihm mit Schlägen Anstand beizubringen. Angela macht stundenweise Platz für den Liebhaber der Mutter, einer Kriegswitwe, die die Einsamkeit nicht mehr aushält. Dieter liebt Angela und ist ein anständiger Kerl, der sich aber von niemandem etwas sagen lässt und deshalb überall aneckt. Einzig und allein Karl-Heinz, ein Junge aus behütetem Elternhaus, ist auf die schiefe Bahn geraten. Am Bahnhof Zoo versucht er das schnelle Geld zu machen.

Als er seine Freunde Dieter und „Kohle“ mit in die Sache hineinzieht, müssen die beiden vor der Polizei in den Westsektor der Stadt fliehen. Im Auffanglager kommt „Kohle“ tragisch ums Leben und Dieter muss erneut um seine innere Freiheit kämpfen. Am Ende kehrt er zu Angela zurück - denn nun weiß er, was er tut.

Der dritte gemeinsame Berlin-Film von Gerhard Klein und Wolfgang Kohlhaase ist im Stil des italienischen Neorealismus gedreht. Er zählt laut Deutscher Kinemathek zu den 100 wichtigsten deutschen Filmen, nicht nur für Berlin-Fans. 2005 wurde er in der Retrospektive „Rebels with a cause“ im Museum of Modern Art in New York präsentiert.
„Heute gilt ‚Berlin – Ecke Schönhauser’ als eine der besten DEFA-Arbeiten der 1950er-Jahre, vielleicht als wichtigster Gegenwartsfilm dieser Zeit“ (Filmdienst, 2007)

Die Premiere fand am 30. August 1957 im Babylon in Berlin statt.

Dialogzitat: Als Angela (Ilse Pagé) beim Verhör sagt, dass sie als Näherin bei „Fortschritt“ arbeitet, antwortet der Kommissar: „Interessant. Ich habe mir neulich einen Anzug gekauft. Da fielen schon am 4. Tag die Knöpfe ab.“

Wolfgang Kohlhaase erinnert sich an „Berlin – Ecke Schönhauser“: „Bei irgendeiner Abnahme hatte ein hochrangiger Mann geäußert, er hätte jetzt einmal hingesehen. Das sei ja wohl ein Film über das Alltagsleben der Jugend in der DDR, … und in diesem Film scheine nur dreimal die Sonne. … Ich weiß noch, wie ich erwiderte – wir waren ja nicht so verängstigt: ‚Um zu einer solchen Beobachtung zu kommen, muss man allerdings bis drei zählen können.’“ (aus: Spur der Filme. Hrsg. Ingrid Poss, Peter Warnecke. 2006)

„Berlin blieb … Kohlhaases großes Thema. Bis heute. Das Erstaunliche ist, wie zeitlos seine Kiez-Dramen in ihren Dialogen wirken - und wie sehr sie doch stets objektives Dokument jener Zeit sind, in der sie entstanden. … Die Teilung der Stadt war vielleicht in keinem anderen Film so präsent wie in ‚Berlin, Ecke Schönhauser‘ 1956, wo die jungen Menschen die Selbstfindung in einer Metropole übten, die gerade ihre Mitte verlor.“ (Der Spiegel, Christian Buß, 08.04.2011)

Trailer: www.youtube.com/watch?v=Gw7Nga-dBpg

Berlin - Schoenhauser Corner - This classic 1950s teen cult film is a perceptive social portrayal of a city in which political and economic division has affected the entire population. Young Germans meet on the Schoenhauser corner. When they have to flee from the police and one of them dies, they have to make a decision.

   
   
  Berlin um die Ecke DDR 1965/ 1990, R: Gerhard Klein, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Dieter Mann, Monika Gabriel, Kaspar Eichel, Erwin Geschonneck, Hans Hardt-Hardtloff, 85 Min, OmeU

05.02. 18:15, 08.02. 18:15, 12.02. 17:45, 16.02. 20:00, 25.02.  18:15

Olaf und Horst sind privat und auf der Arbeit gute Kumpel, die nicht auf den Mund gefallen sind. Olaf liebt seine Lederjacke und sein Motorrad und will damit einen guten Eindruck auf Karin machen. Horst hingegen hat, seitdem er nach seiner Flucht in den Westen wieder freiwillig nach Hause zurückgekehrt ist, Probleme mit seinem Vater.

Genauso wie ihre alten Arbeitskollegen versuchen die zwei jungen Männer zu tricksen und damit ihren Lohn aufzubessern. Doch als das Ganze auffliegt, bricht ein Generationenkonflikt auf.

Beeinflusst vom italienischen Neorealismus erzählen Gerhard Klein und Wolfgang Kohlhaase vom Leben kleiner Leute im Berlin der 1960er Jahre. „Berlin um die Ecke“, der vierte Film aus ihrer Berlin-Reihe, schildert kenntnisreich und voller Sympathie den Alltag im Kiez und in den Betrieben. So entstand ein sensibles Stimmungsbild jener Jahre, das zunächst verboten, erst 25 Jahre später den Weg in die Kinos fand.

Drehorte: u.a. Karl-Marx-Allee, „Konnopkes Imbiss“ an der Schönhauser Allee, Alexanderplatz

„Es ist ein wunderbares Stück Berlin-Kino“ (Kerstin Decker, Tagesspiegel, 15.12.2000)
„Bei aller dramatischen Zuspitzung in der Liebe und im Betrieb ist dies ein leichter, auch kantiger und rauer Film, voller Frechheiten seiner jugendlichen Helden, voller Open-Air-Helligkeit, Durchsichtigkeit.“ (Wilhelm Roth, epd Film 4/1990)

Berlin, Around the Corner - The friends Olaf and Horst are angry and bitter about the working climate in their factory. They actively want to change things, always supported by their fatherly friend, Paul Krautmann. Paul’s sudden death affects them deeply because he was their only friend and mentor in the factory.

When both got criticized in the factory’s internal bulletin, they are hurt and Olaf attacks physically the responsible editor. It is a film about the mistrust of fathers in the views of their sons, who don’t want to be only thankful but have their own ideas.

Gerhard Klein and Wolfgang Kohlhaase, influenced by the Italian neorealism narrate the life of the ordinary people in Berlin of the 60s. “Berlin, around the corner” is the fourth film from their Berlin series and shows knowledgably and full of sympathy the every-day life of the suburbs and the factories in. That’s how they create a sensitive atmosphere of those years. The film was originally forbidden and found its way into the cinemas 25 years after his making.

“It is a wonderful piece of Berlin-cinema.” (Kerstin Decker, Tagesspiegel, 15th of December 2000)

   
   
  Der Bruch DDR 1988, R: Frank Beyer, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Götz George, Rolf Hoppe, Otto Sander, Ulrike Krumbiegel, 119 Min

04.02. 20:30, 21.02. 21:45, 26.02.

Berlin, 1946. Die einen hoffen auf die erste Liebe, die anderen auf das sichere Geld. Während Julian und Bubi noch grün hinter den Ohren sind und sich trotzdem beim Tango mit Tina mehr erhoffen, baut das Einbrecher-Trio Graf, Markward und Lubowitz auf langjährige Erfahrung.

Denn die Einnahmen der Berliner Reichsbahn in den Tresoren der Verkehrs-Kredit-Bank versprechen einen sicheren Coup. Der Zufall bringt alle zusammen. Ihnen auf den Fersen sind Kriminalisten, die erst wenige Monate im Dienst sind.

Zu viele Mitwisser und die Sprengkraft weiblicher Eifersucht lassen den Bankcoup nicht ohne Hindernisse vonstatten gehen. Bald heften sich drei Kriminalisten, die erst seit ein paar Monaten im Dienst sind, an die Fersen der Ganoven, die wiederum auf ihre langjährige Erfahrung vertrauen.

Ein köstlicher Plot, detailgenau und witzig von Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase erzählt, mit einem gesamtdeutschen Starensemble besetzt und meisterhaft von Frank Beyer inszeniert. Der Berlinfilm, der auf einem spektakulären Bankeinbruch in die Verkehrskreditbank aus dem Jahr 1951 basiert, lief 1989 erfolgreich im Berlinale Wettbewerb außer Konkurrenz.

1990 Ernst-Lubitsch-Preis für Frank Beyer und Wolfgang Kohlhaase.

Drehorte: u.a. Dircksenstraße, S-Bahnbogen Friedrichstraße

„Mir ist, logisch, diese Stadt immer wichtig gewesen. Ich lebe hier und die Erinnerung an die Zeit nach dem Krieg, die so dunkel war, wie sie hell war, ist mir wichtig.“ - Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase über Berlin, in dem Geld nicht mehr das ist, was es mal war, eine Stadt deren Bewohner gegen das tägliche Chaos kämpfen und die dennoch unerschütterlich an ihre Zukunft glauben.

„Warum er nicht längst über alle Berge sei, fragt der Polizist. Darauf hat der alte Ganove eine ebenso simple wie einleuchtende Antwort: ‚Was soll ich da – ich bin Berliner.’ Ein Satz …, für den allein schon man Otto Sander lieben muss, ebenso Frank Beyer und Wolfgang Kohlhaase“ (Andreas Conrad, Tagesspiegel 2007)

   
   
  Eine Berliner Romanze DDR 1956, R: Gerhard Klein, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Annekathrin Bürger, Ulrich Thein, Uwe-Jens Pape, 81 Min

10.02. 17:30, 16.02. 18:15, 24.02.

Groß-Berlin ist eine aufregende Stadt, bestehend aus zwei Welten und Währungen. Das junge Mädchen Uschi weiß, was sie will und lässt sich so schnell nichts gefallen. Im Kaufhaus am Alexanderplatz arbeitet sie als Lehrling, aber eigentlich träumt sie von einer Karriere als Mannequin.

Deshalb fühlt sie sich auch hingezogen zu der glanzvollen Atmosphäre am Kurfürstendamm mit seinen Kinos und Leuchtreklamen. Dort lernt sie Lord kennen, der ihr imponiert. So hat sie anfänglich gar keine Augen für die dessen Freund Hans.

Um ihr Herz zu gewinnen, übernimmt sich Hans mit seinen Einladungen und Geschenken, denn eigentlich bringt er sich, seine Mutter und Schwester nur mit wechselnden Gelegenheitsarbeiten durch.

Für Uschi hingegen entsteht so das Bild vom goldenen Westen. Als sie sich mit ihren Eltern verkracht, läuft sie weg und sucht Zuflucht bei Hans in Westberlin. Erst jetzt entdeckt sie, dass auch sein Leben von Schwierigkeiten und Armut begleitet ist.

Nach „Alarm im Zirkus“ ist diese hinreißende Liebesgeschichte der zweite Berlin-Film des Gespanns Gerhard Klein und Wolfgang Kohlhaase. Für die junge Annekathrin Bürger war es ihr Debüt. Dabei spielte sie mit Ulrich Thein so perfekt das Liebespaar, dass es auch im wirklichen Leben funkte.

Drehorte: u.a. Bahnhof Friedrichstraße, Alexanderplatz, Frankfurter Allee, Bahnhof Grünau

„Erzählt wird eine alltägliche Liebesgeschichte im geteilten Berlin vor dem Mauerbau, sensibel und unpathetisch vom Regisseur gestaltet.“ (filmtage-merseburg.de, 2010)

„Gemessen an anderen DEFA-Filmen, die hier und heute spielen, ist Eine Berliner Romanze überraschend, ja geradezu bahnbrechend ... wie diesmal an das Thema herangegangen wurde, lernten wir bislang nur in guten französischen und italienischen Filmen kennen.“ (Carl Andriessen, Berliner Zeitung, 20.05.1956)

   
   
  Der Fall Gleiwitz DDR 1961, R: Gerhard Klein, DB: Wolfgang Kohlhaase, Günter Rücker mit Hannjo Hasse, Herwart Grosse, Hilmar Thate, 69 Min, OmeU

03.02. 18:00, 09.02. 18:30, 27.02.

„Der Fall Gleiwitz“ behandelt die perfide Aktion der SS, die am 1. September 1939 den Zweiten Weltkrieg auslöste. Mit sachlicher Genauigkeit, spannend und mit reportagehaften Zügen, schildert der Film die Vorgänge um den Reichssender Gleiwitz, der unmittelbar an der damaligen polnischen Grenze lag.

Am 31. August 1939 fingieren SS-Leute einen polnischen Überfall auf den Sender. Sie stürmen das Sendehaus, erschießen einen KZ-Häftling, den sie zuvor in eine polnische Uniform steckten und lassen ihn am Tatort zurück.

Unvergesslich Hilmar Thate als KZ-Häftling, der, im ganzen Film kein Wort spricht, und dennoch ein Charakterbild zeichnet, das alle Empfindungen und Gedanken widerspiegelt.

Der Film entstand nach den Aussagen des SS-Hauptsturmführers Helmut Naujock, die er nach dem Krieg einer englischen Vernehmungsbehörde zu Protokoll gab. Mittels einer exzellenten Filmsprache wird eine der spektakulären Aktionen entlarvt, durch die der Nationalsozialismus versuchte, die Welt und das eigene Volk über seine Verantwortung am Krieg zu täuschen.

„Ein mit expressiv stilisierten Bildern bestücktes Protokoll der letzten Friedensstunden, in denen sich die Nazis mit dem fingierten ,polnischen Überfall auf den Sender Gleiwitz' einen Vorwand zum Angriff schufen. Bis heute einer der brillantesten DEFA-Spielfilme.“ (Tagesspiegel, April 2000)

”The Gleiwitz Case“ documents the perfidious SS-action that led to the WWII on September 1st, 1939. The film narrates with precision, suspenseful and with journalist style the events at the Radiostation Gleiwitz that lied immediately behind the former Polish frontier.

On August 31st, 1939 the SS troops fake an assault on the station. They storm the installations, shoot a concentration camp prisoner (put into a Polish uniform) and leave him at the crime scene.

Unforgettable is Hilmar Thate in the role of a concentration camp prisoner who does not speak a word throughout the whole film but is able to convey a portrait of his character with all the thoughts and emotions necessary.

The film was made after the witness testimony of SS major Helmut Naujock given by him to English authorities after the war. The film unmasks in its excellent language one of the spectacular events through which the National Socialists tried to fool the world – and their own people - about their involvement with the war.

“It is a protocol, in expressive images, of the last hours of peace, in which the Nazis faked a Polish assault on the radio station Gleiwitz and thus created a reason to attack. Until today, it is one of the most brilliant DEFA films.” (Tagesspiegel, April 2000)

   
   
  Fisch zu viert DDR 1970, R: Knut Jung-Alsen, DB: Wolfgang Kohlhaase, Rita Zimmer mit Inge Keller, Marianne Wünscher, Helga Göring, Herbert Köfer, 83 Min

26.02.

Die drei Schwestern Charlotte, Cäcilie und Clementine nebst Kammerdiener Rudolf führen einen gemeinsamen Haushalt. Der traute Ton ihres Miteinanders täuscht. Rudolf wird sehr schlecht entlohnt; die Damen schenken ihm reihum – heimlich natürlich – ihre Gunst.

Überdies ist strittig, wer wie viel vom Familienvermögen aus der Bierbrauerei erben würde. Eines Tages serviert Rudolf vergifteten Fisch. Da er nicht davon isst, kredenzt ihm Clementine ein Gläschen Likör.

Wolfgang Kohlhaase und Rita Zimmer haben „Fisch zu viert“ zunächst als Hörspiel geschrieben, wenig später wurde es verfilmt. Die schwarze Kriminalkomödie mit ironischen Anspielungen auf „Arsen und Spitzenhäubchen“ läuft bis heute erfolgreich auf deutschen Theaterbühnen.

   
   
  Der Hauptmann von Köpenick, D 1997, R: Frank Beyer, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Harald Juhnke, Udo Samel, Katharina Thalbach, 100 Min

Der Schuster Wilhelm Voigt, der bereits sein halbes Leben im Gefängnis verbracht hat, wird nach fünfjähriger Haftstrafe entlassen und möchte nun ein ehrliches Dasein bestreiten. Doch als "Ex-Knacki" ohne Pass und gültige polizeiliche Anmeldung ist seine Arbeitsuche im preußischen Berlin schier aussichtslos. Schon bald gerät er in den Teufelskreis der Bürokratie, denn: Ohne Anmeldung gibt es keine Arbeit und ohne Arbeit keine Anmeldung.

Seine redlichen Versuche ein anständiges Leben zu führen, enden schließlich wieder hinter Gittern. Doch auch nach seiner Entlassung geht der Spießrutenlauf wieder von vorne los. Wilhelm Voigt ersteht in einem Trödelladen eine Uniform und rekrutiert als „Hauptmann von Köpenick“ kurzerhand einen Trupp Soldaten, mit denen er das Rathaus besetzt, um endlich einen gültigen Pass zu erhalten.

„Regisseur Frank Beyer und Autor Wolfgang Kohlhaase haben für ihre Adaption des Carl-Zuckmayer-Stücks die Geschichte von allen volkstümelnden Neckigkeiten und Witzigkeiten entkleidet. … Beyer und Kohlhaase gönnen der Geschichte nicht ihren versöhnlichen Schluß. … Die Zeit der Märchen ist vorbei. … Juhnke spielt den Voigt als gebrochenen Mann, der nicht weiß, wohin er sich wenden soll. … Bei der Personage griffen Beyer und Kohlhaase auf die Ensembles aller wichtigen Berliner Theater zurück. Bis in die kleinsten Rollen ist "Der Hauptmann von Köpenick" erstklassig besetzt.“ (Berliner Zeitung, Frank Junghänel, 1997)
Teaser: www.youtube.com/watch?v=MFD4Nc1l028
   
   
  Haus und Kind D 2009, R: Andreas Kleinert, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Stefan Kurt, Marie Bäumer, Gudrun Ritter, Lilly Marie Tschörtner, 90 Min

Bernd Neubauer ist ein angenehmer Mann Mitte 40 - fünf, sechs Jahre spielt er mühelos weg. Aber die zwei Frauen in seinem Leben bringen ihn in komische Lagen. Oder in verzweifelte.

Es scheint, nicht der Professor leistet sich eine Kellnerin, sondern sie leistet sich ihn. Es scheint, er ist auch zu Hause entbehrlich. Zum Schluss haben Bernd und Lena ein Haus auf dem Land erworben, aber Else Maschke, die dort seit ihrer Kindheit wohnte, hat ihren Lebensabend verloren.

Melanie erwartet ein Kind und auch Lena ist schwanger. Ein gnädiges Ende wird gebraucht, doch gibt es das?

„Kohlhaase lieferte auch die Vorlage für die Kinokomödie "Sommer vorm Balkon", im Wesentlichen ging es um die Freundschaft zweier Frauen, ihre Suche nach Bindung. Der Mann spielte da eine eher fabelhaft lächerliche Nebenrolle, was ihm bei "Haus und Kind" erspart bleibt. Hier kommt er ganz groß heraus. … Kohlhaase hat schon sehr genau hingesehen und die Verlogenheit in Beziehungen als bipolares Kräftefeld beschrieben mit dem einen, der betrügt, und der anderen, die sich betrügen lässt. Denn so einfach, dass einer die Schuld trägt, ist es ja doch fast nie.“ (Süddeutsche Zeitung, Christopher Keil, 06.10.2009)
   
   
  I phone you D 2011, R: Dan Tang, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Jiang Yiyan, Florian Lukas, Wu Da Wei, 95 Min

Liebe in Zeiten von World Wide Web. Fern ist man sich nah. Nah ist man sich fern. Eine amüsante chinesisch-deutsche Liebesgeschichte nach einem Drehbuch von Lola-Ehrenpreis-Träger 2011 Wolfgang Kohlhaase (»Sommer vorm Balkon«, »Whisky mit Wodka«, »Solo Sunny«).

Ling (Jiang Yiyan), Mitte zwanzig, lebt in Chongqing. Dort lernt sie Yu (Wu Da Wei) kennen, einen chinesischen Reisenden in Geschäften, der in Berlin wohnt. Zum Abschied hat er ihr ein iPhone geschenkt.

Sie beginnen eine zärtliche Beziehung per Telefon. Als Ling nach Berlin fliegt, um Yu zu sehen, erwartet sie ein anderer Mann, Marco (Florian Lukas). Er ist Yus deutscher Bodyguard. Er soll sich darum kümmern, dass Ling wieder zurückfliegt.

Zwei Tage lang lernt Ling Türken, Polen und Berliner kennen, Kellner, Polizisten und Huren, auch ein Hund schließt sich ihr an. Dem Bodyguard macht sie mehr Kummer als Freude, doch sie beginnt ihm zu gefallen.

„Wolfgang Kohlhaase ist der Rockstar unter den deutschen Drehbuchautoren. … er ist jetzt 80 Jahre alt, die Welt liebt ihn. Und er liebt uns zurück, denn er schreibt immer noch. Und ist sich nicht zu fein, mit jungen Talenten zusammen zu arbeiten. … Kohlhaase hat eine leichte Sommerkomödie geschrieben, mit ein paar seiner typischen rührend-schwermütigen Momente (besonders schön: der kurze Auftritt von Marie Gruber als Obdachlose ohne Namen)“ (Der Spiegel, Daniel Sander, 26.05.2011)

„...gelassen, klug und komisch....“ (Financial Times Deutschland)
„Eines der charmantesten Regiedebüts der letzten Jahre!“ [Unicum]

Trailer: www.youtube.com/watch?v=-9CY-QgGL4Q
   
   
  Ich war neunzehn DDR 1967, R: Konrad Wolf mit Jaecki Schwarz, Wassili Liwanow, Alexej Ejboshenko, 119 Min, OmeU

April 1945. Gregor Hecker kehrt als Soldat der Roten Armee ins Land seiner Eltern zurück. Es ist der Blick eines 19-Jährigen, neugierig, verständnislos, immer wieder entsetzt. Ein Junge, der sich verliebt und der den Tod seines Freundes in den letzten Stunden des Krieges nicht fassen kann.

Ein bewegender Film ohne Sentimentalität – ein Glücksfall der Filmgeschichte. Es ist Konrad Wolfs eigene Geschichte. Der Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase bezeichnet „Ich war neunzehn“, die erste Zusammenarbeit der beiden, als den wichtigsten Film von Konrad Wolf. „Ich war neunzehn“ wurde von führenden Filmhistorikern und –journalisten im Verbund Deutscher Kinematheken ausgewählt als einer der 100 wichtigsten deutschen Filme aller Zeiten.

Die Zitadelle Spandau wurde für den Film in Babelsberg nachgebaut.

„Zweifelsohne zählt ‚Ich war neunzehn‘ … zu den bedeutenden DEFA-Produktionen und den wichtigen Filmen des deutschen Kinos überhaupt, war er doch stilistisch dem konventionellen Kino weit überlegen, das in den 50er- und 60er-Jahren in der Bundesrepublik Deutschland den Ton angab. … ein bemerkenswert inszenierter Film voller unvergesslicher Bilder. Zeitlupen, Standbilder und andere Stileffekte werden sehr behutsam eingesetzt, um die angestrebte Authentizität zu wahren.“ (arte.tv)

„Ein jugendlicher Blick auf ein historisches Ereignis. … Wolf und Kohlhaase waren eben keineswegs auf einfache didaktische Handreichungen aus. Im Gegenteil: Was es zu sehen gab, provozierte mehr Fragen als Antworten … So lobte der Dichter Stephan Hermlin nicht von ungefähr, ‚Ich war neunzehn‘ sei ‚unter allen Kriegsfilmen der am meisten beredte und der verschwiegenste‘.“ (bpb.de, Ralf Schenk, 16.4.2010)

Teaser: www.youtube.com/watch?v=Lps4PsZPiS0

“I Was Nineteen” is an almost autobiographical film of Konrad Wolf. The film is a piece of art with a mind of its own, serious, with many stories from the last days of war.

Gregor Hecker fled as a child with his parents to Russia. Now he comes back to Germany in April, 1945 with the Russian troops. He is a soldier just like the others, but not quite, because for him it means coming home to his people. He is a winner in this war but also
a looser and now tries to understand the Germans he meets in his way.

It is the point of view of a nineteenyear-old, curious, sometimes not understanding, always shocked when he is confronted with the lies and the crimes. He is a young man who falls in love and who cannot understand the death of his friend in the last days of the war - one of so many dead along the lengthy way from Moscow to Berlin.

A very moving film without being sentimental – a lucky strike in film history.
   
   
  In Zeiten des abnehmenden Lichts D 2017, R: Matti Geschonneck, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Bruno Ganz, Hildegard Schmahl, Sylvester Groth, Alexander Fehling, 101 Min, OmeU

Ostberlin, im Frühherbst 1989. Wilhelm Powileit (Bruno Ganz), hochdekoriertes SED-Parteimitglied und Patriarch der Familie, wird heute 90 Jahre alt. Für die DDR, in die er 1952 aus dem mexikanischen Exil zurückkehrte und die er aus Überzeugung mit aufbaute, naht der 40. Geburtstag – es wird der letzte sein.

„Matti Geschonneck ist mit der Verfilmung von Eugen Ruges Generationenroman ein kleines Meisterwerk geglückt. Ein klaustrophobisches Kammerspiel voller Witz und Wehmut über eine Gesellschaft, die den drohenden Zusammenbruch einfach nicht wahrhaben will.“ (ZDF Aspekte)

Regisseur Matti Geschonneck während der Berlinale-Pressekonferenz: "Wolfgang Kohlhaase ist ein Meister der Auslassung, aber auch ein Meister darin, dem Regisseur die Aufgabe zu überlassen, diese Auslassung zu beleben. Das war auch für mich eine große Herausforderung." (www.rbb24.de/kultur/berlinale/beitraege/2017/berlinale-achter-tag-donnerstag.html)

„Der Roman sei nicht kürzbar, hat Drehbuchautor Kohlhaase erklärt, einen Fernsehmehrteiler aber hätte er daraus auch nicht machen wollen. Indem sich der Film frech von seiner Vorlage löst, kann er ihr aber doch gerecht werden. Kohlhaase genügen oft nur wenige Dialogsätze, um ganze Biografien auszuformulieren. … Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase ist mittlerweile 86 - und in absoluter Bestform“ (Süddeutsche Zeitung, Martina Knoben, 31.05.2017)

„Eine wunderbare Roman-Adaption. Ein Werk von eigener Kraft und Schönheit. Und von einem feinen Humor." (Berliner Zeitung)

Trailer: www.youtube.com/watch?v=n90Jn87O3R8


In Times of Fading Light - East Berlin in the early autumn of 1989. Wilhelm Powileit is grinning and bearing his 90th birthday with stoic indifference. There’s not much the old man hasn’t seen. A staunch communist for the past 75 years, he fled from Nazi Germany and lived in exile in Mexico.

Meanwhile his stepson Kurt was arrested in Moscow as an alleged counter-revolutionary. After his return to East Germany, Wilhelm had only limited possibilities of a party career in the SED due to being an ‘émigré from the West’. But today the Young Pioneers are serenading him and he is being decorated with medals.

Whilst Wilhelm vehemently denies that his ideal of a better world was nothing but a fantasy and that the high hopes of yesteryear have been smothered by bureaucracy and fear, the younger generation is leaving the country. And cracks have appeared in his own family that are also beyond repair ...
Screenwriter Wolfgang Kohlhaase turns Eugen Ruge’s best-selling novel into a study of lost dreams. A cinematic portrait of society which uses the story of a disintegrating family to retrace the course of the twentieth century. (Source: Berlinale)
   
   
  Josef und alle seine Brüder DDR 1982, R: Erwin Stranka, DB: Karl Georg Egel, Wolfgang Kohlhaase mit Ekkehard Schall, Marianne Wünscher, Siegfried Kilian, Hans Hardt-Hardtloff, 81 Min

Die Sterne stehen leider nicht günstig für den Möchtegern-Geheimagenten Josef aus West-Berlin. Beim Tresordiebstahl lässt er sich erwischen und wandert ins Gefängnis, doch dann kommt die ersehnte Chance: Es gelingt ihm, sowjetische Kasernen zu fotografieren.

Als er die Bilder den Engländern zuspielen will, hat ihn die Volkspolizei schon im Visier. Wieder landet er hinter Gittern. Josef gibt nicht auf. Kaum entlassen, versucht er über eine alte Freundin, die Prostituierte Lucie, an einen direkten Kontakt ins Polizeipräsidium zu gelangen.

Der würde den amerikanischen Geheimdienst bestimmt interessieren. Doch die Volkspolizei hält ihm schon die Zelle frei ... Was Josef auch anfasst, immer landet er im Gefängnis. Am Ende sitzt er zwei Wochen für England, 30 Monate für Amerika, 4 Jahre für Frankreich und auch in eigener Sache.
 
   
   
  Lasset die Kindlein... DDR 1976, R: Evelyn Rauer (Evelyn Schmidt), DB: Eberhard Geick, Evelyn Schmidt, literarische Vorlage: Wolfgang Kohlhaase mit Jörg Panknin,
Herwart Grosse, Elsa Grube-Deister, 54 Min

Der Rentner Josef Biesener (Herwart Grosse), früher als Zimmermann tätig, lebt mit seiner Frau (Elsa Grube-Deister) in einem Siedlungshäuschen am Rande einer Kleinstadt. Ihr Sohn Jochen (Jörg Panknin), inzwischen auch schon 30 Jahre alt und noch unverheiratet, arbeitet auf einer entfernten Großbaustelle und besucht seine Eltern gelegentlich am Wochenende. Die sind schon ungeduldig, weil er immer noch keine Braut mitbringt.

Bei einem seiner Wochenendbesuche erfahren die Eltern, dass er heiraten will. Ihre Freude wird getrübt, als Jochen einräumt, dass seine Zukünftige schon ein Kind in die Ehe mitbringen werde. Bei seinem nächsten Wochenendbesuch gesteht Jochen ein, dass seine Braut sogar schon zwei Kinder habe. Und vage Andeutungen von Jochen lassen die Mutter vermuten, dass es möglicherweise drei Kinder sind, die seine Braut mit in die Ehe bringt.

Vater Biesener scheint seinen Sohn für einen Trottel zu halten, denn erst findet er über zehn Jahre und mehr gar keine Frau, und nun nimmt er eine mit zwei oder noch mehr (fremden) Kindern!

Dagegen muss Josef protestieren und den Vater vor einer “Narretei” bewahren, ihm also zur Seite stehen und „helfen“.

Wolfgang Kohlhaase schrieb das Szenarium für diesen Fernsehfilm auf der Grundlage seiner gleichnamigen Erzählung.


Leben in Geschichten - Wolfgang Kohlhaase D 2006, R: Lutz Pehnert, 45 Min    INFOS IN KÜRZE
   
   
  Leichensache Zernik DDR 1972, R: Helmut Nitzschke, DB: Gerhard Klein, Joachim Plötner, Wolfgang Kohlhaase, Helmut Nitzschke mit Alexander Lang, Kurt Böwe, Hans Hardt-Hardtloff, Lissy Tempelhof, Rolf Hoppe, 99 Min

Berlin 1948 – Die Polizei arbeitet in der in vier Sektoren aufgeteilten Stadt unter erschwerten Bedingungen. Kompetenz- und Machtgerangel zwischen den vier Militärbehörden lassen die Polizisten nicht nur gegen Verbrecher kämpfen, sondern auch gegen die inneren Strukturen.

Im sowjetischen Sektor in Berlin-Buch passiert der zweite Frauenmord, das Opfer ist wieder mit konzentrierter Schwefelsäure unkenntlich gemacht. Kriminalrat Stübner, Leiter der Mordkommission im sowjetischen Sektor, fürchtet einen Serientäter. Der Wettlauf gegen die Zeit beginnt, Stübner fordert eine Zusammenarbeit aller Sektoren.

Doch die politischen Wirren machen ihm einen Strich durch die Rechnung, der Täter findet weitere Opfer. Kriminalanwärter Horst Kramm findet mit sicherem Spürsinn und unkonventionellen Methoden eine erste heiße Spur.

Hunger, Hamsterfahrten, Stromsperren und Ruinen – Ungewöhnliche Themen für einen Krimi. Der Film knüpft an die Tradition von „Affaire Blum“ an, die im gleichen Jahr gedreht wurde, in dem „Leichensache Zernik“ spielt. Durch die gelungene Verbindung von Dokumentar- und Spielszenen entstand ein spannendes Zeitdokument, das nicht mit Humor spart.
 
   
   
  Mama, ich lebe DDR 1976, R: Konrad Wolf, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Peter Prager, Uwe Zerbe, Eberhard Kirchberg, Donatas Banionis, 103 Min, OmeU

„Mama, ich lebe“ schreibt ein deutscher Kriegsgefangener auf einen Zettel, in der Hoffnung, dass sein Kamerad, der das Lager verlassen kann, ihn nach Deutschland bringt. Der aber geht einem neuen Einsatz entgegen, der sein Leben verändern wird.

Freiwillig will er mit drei anderen deutschen Kriegsgefangenen den Krieg auf der Seite der Roten Armee beenden. Doch der Wechsel der Identität gelingt ihnen nicht so leicht wie der Tausch ihrer Uniform.

Sie werden von den eigenen Leuten verachtet und sind zunächst fremd in der neuen Gruppe. Wie kompliziert ihre Lage ist, begreifen sie erst, als sie vor ihrem ersten Einsatz stehen.

Die leisen Töne, nicht actionreiche Kriegsszenen stehen hier im Vordergrund. Konrad Wolf geht es in diesem wie auch seinen anderen Werken darum, die Beweggründe von Menschen und deren innere Kämpfe auszuloten.

„Sie sind abgefahren – und noch nicht angekommen“, sagt Konrad Wolf über seine vier Protagonisten – Menschen in einem Schwebezustand.

Ausgangspunkt für den Filmstoff war Kohlhaases Hörspiel „Fragen an ein Foto“.

„Der Film des DDR-Regisseurs Wolf, in ruhigem, formal anspruchslosem Erzählstil inszeniert, wurde bei der Berlinale 1977 sehr kontrovers diskutiert. Rühmten ihn die einen 'für seine Differenzierungen und seine Aufrichtigkeit', so kritisierten ihn andere, 'weil da kein Krieg stattfinde und weil es zu glatt, zu versöhnlich und zu idyllisch zuginge.“ (Lexikon des Internationalen Films, 1987)

„dem Team Wolfgang Kohlhaase/Konrad Wolf (ist) mit „‘Mama, ich lebe‘“ ein eher leiser, nachdenklicher Film geglückt: Kein heldenhafter Kampf für die Weltrevolution“ (Sonntagsnachrichten Herne)

Trailer: https://www.youtube.com/


“Mama, I’m alive” is the message that a German war prisoner writes on a piece of paper hoping that a comrade who is leaving the camp can take to Germany. But he himself takes a different route; together with three others he decides to terminate the war on the side of the Russian army.

But changing his identity is not as easy as changing a uniform. They are disrespected by their own people and strangers in the new troops. They do not realize how complicated their situation has become until they are to engage in their first battle.

Subtle elements, not action loaded war scenes, is what we get. Konrad Wolf - as usual – is more interested in the reasons why people act and to enlighten the inner battles. “They left but have not yet arrived” is what he said about his characters. They are people in a limbo.

“This formally plain and calm film of the GDR director Wolf was controversially discussed during the 1977 Berlinale. There were those who acclaimed the differentiation and honesty and others who criticizedthat everything seemed to be too idyllic, condescending and easy.” (Lexikon des Internationalen Films, 1987)
   
   
  Der nackte Mann auf dem Sportplatz DDR 1973, R: Konrad Wolf, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Kurt Böwe, Ursula Karusseit, Martin Trettau, Katharina Thalbach, Ursula Werner, Matti Geschonneck, 100 Min

Wortkarg und verschlossen ist der knapp 40-jährige Bildhauer Herbert Kemmel, seine Werke sollen für sich sprechen. Mit seiner Frau Gisi und seinem Sohn Michael lebt er am Rande von Berlin in dörflicher Atmosphäre. Wenn er im Atelier arbeitet, vergisst er alles um sich herum, die Familie zieht da den Kürzeren.

Gern kommen Nachbarn zu Besuch, aber die meisten reagieren verunsichert auf Kemmels Kunst oder dessen Gedanken über den Krieg, den er noch selbst erlebt hat. An Kriegsverbrechen, wie in der Schlucht von Babi Jar, will er künstlerisch erinnern. Auch die Bauersfrauen, die den Entwurf zu einer Relief-Auftragsarbeit begutachten sollen, wissen nicht recht, was sie sagen sollen.

Zur Einweihung bitten sie ausgerechnet Kemmel, eine Rede zu halten. Als dieser extra dafür anreist, kann er sein Relief im Ort nicht entdecken – denn es ist im Feuerwehrturm abgestellt. Schwierigkeiten hat er auch mit einem ehemaligen Wismut-Arbeiter, den er zunächst vergeblich bittet, ihm Modell zu sitzen.

Eine Ausnahme ist da ein junges Paar, das, obwohl es in Kürze sein erstes Kind erwartet, gern eine Zeichnung des Künstlers erwerben will. Als Kemmel wieder in seinem thüringischen Heimatdorf zu Besuch ist, schlägt er seinem ehemaligen Fußballverein vor, für sie ein Denkmal zu entwerfen. Lange sucht Kemmel nach dem richtigen Motiv, tastet sich heran und gestaltet – einen nackten Läufer.

Das direkt nach „Goya“ gedrehte, gelungene Gegenwartswerk beschäftigt sich erneut mit der widerspruchsvollen Situation des Künstlers in der Gesellschaft. Vorbild ist nun der Bildhauer Werner Stötzer, der im Film den Bürgermeister spielt.

Mit einer subjektiven Handkamera und überzeugenden Darstellern – allen voran Kurt Böwe – gelingt eine authentische Atmosphäre, die dem Zuschauer auch viel über ein untergegangenes Land erzählt. Persönliche Erfahrungen von Konrad Wolf sind ebenso in den Film eingeflossen, so z.B. eine Anspielung auf seinen knapp 15 Jahre unter Verschluss gehaltenen Wismut-Film „Sonnensucher“. Wolfgang Kohlhaase über den Film: „Er war nicht modern und wird deshalb auch nicht unmodern.“ Gedreht wurde in Alt-Glienicke im und um den Haus von Werner Stötzer.

Konrad Wolf über seinen Film: „Manchmal haben wir uns schon selbst gesagt: Müsste er in irgendeiner Szene nicht mehr aus sich herausgehen, emotionaler reagieren? Vielleicht. Erst als ich den Film mal im Zusammenhang sah, kam mir der Gedanke: vielleicht hat er auch ein bisschen von dir selbst... Ich hatte jedenfalls ein großes Vertrauen gerade in das Statuare, bar jeder äußerlichen, d.h. aufgesetzten Emotionalität. Es ist eben ein anderer Künstler, nicht wie man ihn sich landläufig vorstellt - der immer verklärt mit dem Pinsel im Maul ungeheuer drauf losgeht.“

„wahrhaftige, authentische Atmosphäre bis in die kleinste Geste, das unscheinbarste Detail. Das setzt eine Zeitreise in Gang, zurück in ein versunkenes Land, dessen Präsenz für anderthalb Stunden geradezu physisch zu spüren ist. Womöglich ist der Film für die Zukunft entstanden, fürs Heute – um echte Erinnerungen zu bewahren, die von der Flut fremder Interpretationen nahezu verschüttet sind.“ (Ugla Gräf, Potsdamer Neueste Nachrichten, 27.04.2009
   
   
  Nagel zum Sarg D 2011, R: Philipp Döring, DB: Wolfgang Kohlhaase, Philipp Döring mit Ursula Werner; Robert Kuchenbuch, 27 Min, OmeU

Ein Polizist steht vor der Tür. Man hat ihn hierher geschickt, weil in einem Grab ein Skelett mit einem Nagel im Kopf gefunden wurde. Die Tür öffnet sich, eine ältere Dame lächelt den Polizisten an. „Ich habe dreißig Jahre auf Sie gewartet!“, sagt sie.

Was nun im Laufe dieses hochgradig spannenden und kammerspielartigen Kurzfilms von Regisseur Philipp Döring passiert, ist das Lebensgeständnis einer Frau, die aus purer Verzweiflung eine Menge Schuld auf sich geladen hat. Nicht viele Einstellungen benötigt der Filmemacher, um den Gewissenskonflikt der Frau, intensiv gespielt von Ursula Werner, deutlich zu machen.

Ein reduzierter, enorm dichter und atmosphärischer Film. (Quelle: FBW)

Prädikat Besonders wertvoll – Jurybegründung: „Da ist zum ersten die starke literarische Vorlage von Wolfgang Kohlhase, durch die wie sonst selten Verständnis und Empathie für eine grausam vom Schicksal geprüfte Täterin geweckt wird. Und mit Ursula Werner hat Döring auch eine Darstellerin gefunden, die diese Figur mit ihrem absolut natürlichen Spiel lebendig werden lässt. So wird hier ein langer Monolog, (der, anders als im Theater, im Kino meist unglaubwürdig und artifiziell wirkt,) in sich plausibel und mit erschütternder Intensität in Szene gesetzt.“
   
   
  Der schweigende Stern DDR/ PL 1959, R: Kurt Maetzig, DB: Jan Fethke, Wolfgang Kohlhaase, Günter Reisch, Günther Rücker, Alexander Graf Stenbock-Fermor, Kurt Maetzig mit Yoko Tani, Oldrich Lukes, Günther Simon, Ruth-Maria Kubitschek, Eva-Maria Hagen, 94 Min

Stanislaw Lems Roman „Planet des Todes“ bildet die Grundlage für den ersten DEFA-Science-Fiction-Film. Kurt Maetzig wagte anno 1959 einen Blick in die Zukunft: Im Jahre 1970 fliegt eine internationale Expedition von acht Wissenschaftlern zur Venus wegen einer rätselhaften, in der Wüste Gobi entdeckten Spule. Auf dem Weltraumflug entschlüsselt der US-amerikanische Atomphysiker Hawling die darauf gespeicherte, bedrohliche Nachricht: eine nukleare Kriegserklärung an die Erde.

Als das Raumschiff auf der Venus landet, stoßen die Wissenschaftler auf die radioaktiv verseuchten Überreste einer zerstörten, intelligenten Zivilisation. Offensichtlich hat sich die Bevölkerung mit ihren eigenen, eigentlich gegen die Erde gerichteten Waffen ausgelöscht. Eine große Kraftanstrengung ist nun nötig, damit die Raumschiffbesatzung mit der erlösenden Nachricht den Heimflug antreten kann.

Das ehrgeizige DEFA-Projekt kam im Februar 1960 in die Kinos, nachdem den Russen wenige Monate zuvor die Mondlandung des ersten unbemannten Flugkörpers gelang. Zu einer Zeit, als der Glaube an Wissenschaft und Technik seinen Höhepunkt erreichte, schien in nächster Zukunft vieles machbar. In der Bundesrepublik startete der Film ein halbes Jahr später unter dem Titel „Venus antwortet nicht“, auch in den USA faszinierte „First Spaceship on Venus“.

1964 auf dem Utopischen Filmfestival Triest mit dem Goldenen Raumschiff ausgezeichnet; im neuen Jahrtausend u.a. 2006 auf dem Utopiales Internationales Science-Fiction Festival Nantes in der Retrospektive „Invaders from Marx!“ gelaufen.

Wolfgang Kohlhaase in seiner Laudatio zum 100. Geburtstag von Kurt Maetzig über diesen Science Fiction Film: „Kurt Maetzig beließ es nicht bei seinem schnellen Ruhm. Er suchte Stoffe in vielen Genres, verlor die Politik nicht aus dem Auge aber auch nicht die Kinosäle, die leer blieben, wenn sie nur der Belehrung dienen sollten. Er wollte unterhalten, allerdings auf erhellende Weise.
So erklärt sich, dass er noch vor Gagarin im Weltraum war. Eine gemischte Menschheit bestieg in Babelsberg ein Raumschiff; und wir sahen in der wenig schönen Kantine eine schöne Japanerin.“

„‘Der schweigende Stern‘ entstand 1959 - die Supermächte hatten ihr Wettrüsten begonnen, es drohte ein Atomkrieg. Vor diesem Hintergrund bietet der erste Science-Fiction-Film der DEFA eine interessante Verbindung von wissenschaftlich-technologischer Utopie und politischer Warnung als Ausdruck einer sozialistisch-pazifistischen Ideologie. Das damalige Publikum war beeindruckt von den ambitionierten Trickeffekten und Set-Bauten, die auch heute einen faszinierenden Blick auf eine ‚vergangene Zukunft‘ eröffnen.“ (arte.tv)

Trailer: www.youtube.com/watch?v=UD5HPUddI2Y
   
   
  Solo Sunny DDR 1979, R: Konrad Wolf, Wolfgang Kohlhaase, DB: Wolfgang Kohlhaase, Konrad Wolf mit Renate Krößner, Alexander Lang, Dieter Montag, 104 Min

05.02. 17:30, 10.02. 20:00, 14.02.  18:00 , 20.02. 20:00,   27.02.  20:00

Sunny lebt in einem schäbigen Hinterhof im Prenzlauer Berg, in dem die Tauben nisten und die alte Nachbarin immer etwas an ihr auszusetzen hat. Kompromisslos ist sie auf der Suche nach dem Glück.

Als Schlagersängerin tingelt sie durch die Provinz und lernt so Ralf kennen, einen Philosophen, der altindische Musik hört und das passende Hemd dazu trägt. Auf der Stelle verliebt sich Sunny in den stillen Mann, aber ihr Hinterhofglück ist nicht von langer Dauer. Auch ihre Band wirft sie raus. Doch Sunny lässt sich nicht verbiegen…

Renate Krößner erhielt für ihre Rolle 1980 einen Silbernen Bären der Berlinale. Die Sunny war nicht nur für eine Generation von Frauen stilprägend. Mit toller Musik und prägnanten Dialogen ist sie bis heute im Kino erfolgreich. „Solo Sunny“ kann wie die Urfassung von „Sommer vorm Balkon“ von Andreas Dresen gesehen werden. Beide Protagonistinnen verabschieden ihren Liebhaber nach einer gemeinsamen Nacht kühl: „Is ohne Frühstück!“

Drehorte: u.a. Kopenhagener Straße, Schönhauser Allee, Friedhof Pappelallee

Dialogzitate: „Is ohne Frühstück!“ „Und ist auch ohne Diskussion“, erklärt Sunny (Renate Krößner) zu Filmbeginn ihrem Liebhaber der letzten Nacht.
Als ihr Bandkollege Norbert versucht, sie von seiner eigenen Attraktivität zu überzeugen: „Ick versteh dich einfach nicht, Sunny. Ick z.B. steh auf so einen Mann wie mich… Keen Bauch, nettes glattes Gesicht“ kontert Sunny: „Weil Falten vom Denken kommen“

„Krößner hat sie gespielt, trotzig und traurig, mit einer Unverzagtheit, die einem immer noch ans Herz greift.“ (Fritz Göttler, Süddeutsche Zeitung, 10.09.2009)

„Berlin blieb … Kohlhaases großes Thema. Bis heute. Das Erstaunliche ist, wie zeitlos seine Kiez-Dramen in ihren Dialogen wirken - und wie sehr sie doch stets objektives Dokument jener Zeit sind, in der sie entstanden. … Nie wurde die poetische Tristesse der Mauerstadt pointierter in Szene gesetzt als in dem Musikerdrama ‚Solo Sunny‘“ (Der Spiegel, Christian Buß, 08.04.2011)

Trailer: www.youtube.com/watch?v=KcOj5QOJU6I

   
   
  Sommer vorm Balkon  D 2005, R: Andreas Dresen, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Nadja Uhl, Inka Friedrich, Andreas Schmidt, Christel Peters, 105 Min

Ein Sommer in Berlin. In einem alten Mietshaus wohnen die Freundinnen Katrin (Inka Friedrich) und Nike (Nadja Uhl). Nike hat einen Balkon, Katrin hat einen Sohn, Ronald fährt einen Truck, Tina ist Kellnerin, Oskar und Helene sind alt und allein.

Ob mitten im Leben oder fast am Ende, sie alle fragen sich das Gleiche: Dauert die Liebe über die Jahreszeiten? Oder ist sie nur ein Botenstoff im Hirn, der kommt und geht? Es wird gelebt und geliebt, und es ist immer noch Sommer in Berlin.

Mit präzisem Blick und großer Liebe zu den Figuren hat Regisseur Andreas Dresen die Geschichte von zwei Freundinnen verfilmt. Zwischen Himmel und Erde sitzen sie auf dem Balkon und blicken auf das bunte, schwierige Dasein, in dem die richtigen Männer oft die falschen sind und in dem man besser durchkommt, wenn man nicht nur schön ist, sondern auch stark.

Der Autor Wolfgang Kohlhaase, ein Spezialist für lakonische Dialoge, erzählt davon mit Leichtigkeit, und der Film hält ohne Mühe die Balance zwischen Komik und Tragik. Nicht zuletzt dank eines großartigen Darsteller-Ensembles (Inka Friedrich, Nadja Uhl, Andreas Schmidt u.a.) ist Andreas Dresen mit SOMMER VORM BALKON eine bezaubernde Komödie gelungen, getragen von Wärme, Herzlichkeit und hinreißendem Humor.
So ist das Leben. Aber wirklich!

Auszeichnungen: Silver Shell for Best Screenplay (Preis der Internationalen Jury für das Beste Drehbuch), San Sebastian International Film Festival 2005; Silver Hugo Award – Best Actress (Preis der Internationalen Jury für die besten Darstellerinnen) für Inka Friedrich und Nadja Uhl, Chicago International Film Festival; Bayerischer Filmpreis 2005 Beste Regie – Andreas Dresen; Ernst-Lubitsch-Preis 2006 für die beste komödiantische Leistung im deutschsprachigen Kino

Dialogzitat: Auf Helene (Christel Peters): „Wenn mein Gesicht doch noch so glatt wär wie mein Arsch“ antwortet ihr Nike (Nadja Uhl): „Dann hast du deinen Arsch aber lange nicht mehr gesehen, Helene.“

„Diese Geschichte zweier ungleicher Frauen, sie ist eigentlich eine Geschichte zweier ungleicher Männer: die von Regisseur Andreas Dresen und Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase. Kohlhaase, Jahrgang 1931, war schon damals eine Defa-Legende, Drehbuchautor von Regisseuren wie Gerhard Klein und Konrad Wolf. Keiner hat wohl so viele, schöne Berlin-Filme geschrieben wie er.“ (Berliner Morgenpost, Peter Zander, 30.10.2016)

„Kohlhaase und Dresen haben denselben (Blick): wach, unmanipulierbar, aber niemals ganz schonungslos. Die beiden verorten ihre Figuren pointiert in einem bestimmten Milieu, ohne sie komplett zu Gefangenen der Verhältnisse zu machen. … Wie schreibt oder dreht ein Mann eigentlich eine Frauengeschichte? ‚Das Wie ist kompliziert‘, gesteht Kohlhaase ein. ‚Die Frage nach dem Weshalb kann ich schneller beantworten: Ich habe in meinem Leben einfach so viele interessante Frauen kennen gelernt.‘ Kompagnon Dresen bestätigt: ‚Oh ja, Wolfgang kennt wirklich sehr viele Frauen. Und die Dunkelziffer ist hoch!‘“ (Der Spiegel, Christian Buß, 03.01.2006)

„Ein ganz wunderbarer, berührender, witziger Film über das Leben.“ (programmkino.de)

Trailer: www.youtube.com/watch?v=QWBup_wvyuk
   
   
  Sonntagsfahrer DDR 1963, R: Gerhard Klein, DB: Karl-Georg Egel, Wolfgang Kohlhaase mit Harald Halgardt, Herwart Grosse, Angelica Domröse, 87 Min

Leipzig, 12. August 1961. Ein Mercedes, ein Wartburg, ein Trabant und ein paar Leipziger Familien bilden eine Reisegruppe der besonderen Art mit dem ersten Etappenziel Berlin. Aus Angst vor einem angeblich bevorstehenden Krieg wollen sie fast ihr gesamtes Eigentum zurücklassen und in den Westen fliehen.

Herr Spiessack ist in seinen Vorbereitungen besonders gründlich: Er zerstört die Wohnung samt Einrichtung trotz Klagen seiner Frau. An der Wand hinterlässt er die Botschaft „Wir kommen wieder“. Bei den Teicherts hat die Gemahlin das Heft in der Hand und schreibt für ihren hypochondrischen Mann die Kündigung, offen und schonungslos.

Der Mediziner Dr. Denker zweifelt aus zweierlei Gründen an dem Vorhaben. Seine Frau befindet sich auf Mittelmeerreise und zudem erhält er endlich nach langem Warten sein Röntgengerät. Friseurmeister Rosentreter dagegen lässt seinen 30 Jahre alten Mercedes generalüberholen und für knapp 100 Mark voll tanken.

Nur die Jugendlichen Sabine Spiessack und Gerulf Teichert ahnen nichts von den Plänen ihrer Eltern und werden davon überrollt. Es folgt eine Reise mit Hindernissen: Die Autobahn nach Berlin ist gesperrt, der altersschwache Mercedes liegt nicht nur einmal brach, Armeelastwagen und sogar Panzer sind unterwegs. Dies scheint den drohenden Kriegsbeginn zu bestätigen. In einem Waldunterschlupf treten die Charaktere der Einzelnen, nicht zuletzt dank russischen Alkohols, offen zutage.

Die zeithistorisch interessante (Roadmovie-) Satire über den Mauerbau kam 1963 in die Kinos. Verständlicherweise traf sie in ihrem ironischen Ton nicht auf die Bedürfnisse des damaligen Publikums. Denn Spiessacks Prognose „Jetzt greifen die Amerikaner ein und in zwei, drei Tagen ist alles erledigt“ war nicht eingetreten.
   
   
  Die Stille nach dem Schuß D 2000, R: Volker Schlöndorff, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Bibiana Beglau, Richard Kropf, Nadja Uhl, Martin Wuttke, 102 Min

Erzählt wird die Geschichte von Rita Vogt, die vom Land in die Städte und über die heitere Anarchie zu den Terroristen kam, verführt durch Gerechtigkeitssinn und durch Liebe. Als sie das Scheitern der RAF erkennt, flieht sie in die DDR, um dort unterzutauchen. Die Stasi verschafft ihr eine „Legende“, d.h. einen anderen Namen und eine andere Biografie. Wie sie damit umgeht, muss sie selbst entdecken.

Zunächst einmal lebt sie das ganz normale Leben der Arbeiterklasse. Sie ist allein, sie findet Freunde, eine junge Kollegin will weg in den Westen. Rita will ankommen. Sie verlieben sich. Kurz darauf wird Rita erkannt. Sie muss über Nacht verschwinden und ihre Freundin verraten. Noch eine Legende und ein vertauschtes Leben in einer anderen Stadt. Wieder eine Liebe, vielleicht ein Kind – da öffnet sich die Mauer.

„Der Film behandelt sein Thema nicht in Form einer dramatisierten Dokumentation“, sagt Autor Wolfgang Kohlhaase. „Die Ereignisse sind genau recherchiert, die Personen, ihre Charaktere und der Bogen der Erzählung sind jedoch frei erfunden. Alles ist so gewesen, nichts war genau so. Die Geschichte einer jungen Frau, wie sie wohl nur in Deutschland geschehen konnte.“ (Quelle: Berlinale)

„Drehbuch-Autor Wolfgang Kohlhaase sagte bei der Premiere, der Film zeige eine Geschichte, wie sie so nur in Deutschland geschehen konnte und die ‚den doppelten Blick verträgt‘ - den des westdeutschen Regisseurs Volker Schlöndorff und des ostdeutschen Autors Wolfgang Kohlhaase.“ (zitiert nach Der Spiegel, 11.09.2000)

Der Tagesspiegel: „Sie treiben Ihre Heldinnen immer über Liebesgeschichten ins politische Engagement. – Volker Schlöndorff: Das ist leicht zu beantworten. Wolfgang Kohlhaase und ich sind Männer, die es aufregender finden, die Geschichte einer Frau zu erzählen. Terrorismus und bestimmte weibliche Eigenschaften haben viel miteinander zu tun: eine gewisse Radikalität in der Haltung, die bei Männern Machismus wäre.“ (Interview vom 12.09.2000)

Trailer: www.youtube.com/watch?v=vdyCRp-Fjxo
Produktionsmaterial zum Film: http://schloendorff.deutsches-filminstitut.de/sammlung/die-stille-nach-dem-schuss-produktionsunterlagen-storyboards-filmanfang/
   
   
  Die Störenfriede DDR 1953, R: Wolfgang Schleif, DB: Hermann Werner Kubsch, Wolfgang Kohlhaase mit Susanne Pleger, Günther Kruse, Werner Sajonz, 92 Min

Franz und Schorsch sind der Schrecken aller Lehrer. Ständig zu Unfug bereit, wissen sie den Unterricht erfolgreich zu stören. Der Rest der Klasse beobachtet das Geschehen.

Nur die neue Schülerin Vera wendet sich gegen diese Gewohnheit. Mit Hilfe ihres Vaters findet sie einen Weg, den Tatendrang der Jungen in neue Bahnen zu lenken: Nachdem sie entdeckt hat, wie sehr sich Franz und Schorsch für Eisenbahnen interessieren, organisiert Vera für die Klasse eine Besichtigung des Lokomotivwerks der Stadt.

„Die Störenfriede“ zählt mit seinen gut 4,4 Millionen Zuschauern zu den 20 erfolgreichsten DEFA-Kinderfilmen. Wolfgang Kohlhaase war bei seinem ersten Film erst 21 Jahre alt.

„Der Film beginnt mit einer spektakulären Kamerafahrt über die Dächer Schwerins. Paulskirche, Schelfkirche, Pfaffenteich und der Markt sind zu sehen.“ (svz.de, 28.04.2017)

Trailer: www.youtube.com/watch?v=rfJGpsWlcu4
   
   
   
  Turek erzählt DDR 1973, R: Richard Cohn-Vossen, DB: Wolfgang Kohlhaase, 58 Min

Der Schriftsteller Ludwig Turek (1898-1975) erzählt aus seiner Autobiografie, die unter dem Titel „Ein Prolet erzählt“ publiziert ist, über den Zeitraum 1900-1930. Die DEFA verfilmte ihn 1957 unter dem Titel „Gejagt bis zum Morgen“.
   
   
  Whisky mit Wodka D 2009, R: Andreas Dresen, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Henry Hübchen, Corinna Harfouch, Sylvester Groth, 104 Min

Alle lieben die Wahrheit und jeder lügt! - Der Schauspieler Otto Kullberg (Henry Hübchen) ist ein Mann, den die Frauen lieben und die Männer mögen. Gelegentlich trinkt er zu viel.

Als er deshalb einen Drehtag seines neuen Films verpatzt und auszufallen droht, wird ein jüngerer Kollege (Markus Hering) engagiert, mit dem alle Szenen zur Sicherheit ein zweites Mal gedreht werden: Leo, der Produzent, will kein Geld verlieren.

Otto Kullberg, ein Sprücheklopfer und Mittelpunktmensch, muss seine Rolle im Film behaupten, im Kostüm der 20er Jahre, als Mann zwischen zwei Frauen. Und er versucht, seine Rolle im Leben neu zu verstehen.

Viele Filme zurück gab es eine Liebesgeschichte zwischen Otto und seiner Partnerin Bettina (Corinna Harfouch), die jetzt die Frau des Regisseurs (Sylvester Groth) ist. Geraten Kino und Wirklichkeit durcheinander? Im Duell der Darsteller will keiner verlieren.

„Das Drehbuch stammte von Wolfgang Kohlhaase. Und der hat nun wieder eine Zeile geschrieben, an die man sich noch lange erinnern wird: ‚Ich bin nicht der Eimer, in den jeder scheißt.‘ Es ist der verzweifelte Ausruf eines Regisseurs, der es allen recht machen muss.“ (Die Welt, Peter Zander, 05.09.2009)

„Der Film um verletzte Eitelkeiten, Ehrgeiz, Einsamkeit und Würde bedient die Register des großen Kinos“ (programmkino.de)

„eine liebevolle, melancholische Komödie über das Filmemachen“ (Die Zeit, Birgit Glombitza, 03.09.2009)

„‘Whisky mit Wodka‘ ist eine echte Perle, wie man sie in der eher grobhumorigen deutschen Lustspiellandschaft nur selten findet.“ (epd-Film, Martin Schwickert, 01.09.2009)

Trailer: www.youtube.com/watch?v=0vFIETqqpaU
   
   
  Die Zeit, die bleibt DDR 1985, R: Lew Hohmann, DB: Wolfgang Kohlhaase, Lew Hohmann, Christiane Mückenberger, Regine Sylvester, 114 Min

Eine filmische Reise zu den Lebensstationen von Konrad Wolf, bedeutender deutscher Regisseur, Jahrgang 1925: Kindheit in Baden-Württemberg, Jugendjahre in der Moskauer Emigration ab 1933, zehn Jahre später Einberufung zur Roten Armee und bei Kriegsende Rückkehr als Soldat nach Deutschland, später Regisseur der DEFA und von 1965 bis zu seinem Tod 1982 Präsident der Akademie der Künste der DDR.

Den roten Faden des Films bildet „Die Troika“, die Geschichte einer lebenslangen Freundschaft dreier Männer über die politischen Systeme hinweg: In Moskau lernten sich die Emigrantenjungen Konrad Wolf und Lothar Wloch, geflohen aus Nazideutschland, und der Amerikaner Viktor Fischer kennen. Die Verfilmung dieser autobiografischen Geschichte war Wolfs Herzensangelegenheit, die er aber vor seinem Tod nicht mehr verwirklichen konnte.

Mit leiser Melancholie blickt der Film auf ein sich zwischen deutscher und russischer Identität bewegendes Leben zurück. Es ist ein bis heute beeindruckendes und sensibles, zugleich aber auch politisches und zeitgeschichtliches Dokument.

Zu Wort kommen sein Bruder Markus Wolf, Geheimdienstchef des Staatssicherheitsdienstes der DDR und lange der „Mann ohne Gesicht“, der sich 1986 auf eigenen Wunsch aus dem Dienst verabschiedet, Freunde und Kollegen wie die Amerikaner Viktor und George Fischer, Drehbuchautor Angel Wagenstein, der Bildhauer Wieland Förster, Kameramann Werner Bergmann und der Schauspieler Kurt Böwe.

Persönliche Zeugnisse des jungen Konrad werden verflochten mit Szenen aus seinen Werken und zahlreichen historischen Filmausschnitten, u. a. den Originalaufnahmen von Wolfs erstem Filmauftritt 1935 in „Der Kämpfer“ von Gustav von Wangenheim.

Regisseur Lew Hohmann blieb der Wolf-Familie in seinen nächsten Filmen verbunden: 1988 porträtierte er den Vater Friedrich Wolf und 2003 in einer zweiteiligen Fernsehdokumentation den Bruder Markus Wolf.

- 1986 Beitrag auf dem Internationalen Forum für Jungen Film, Berlinale
   
   
  Zeitzeugengespräch Wolfgang Kohlhaase (Kurzfassung), D 2005, Interviewer: Ralf Schenk, 56 Min

In dem am 29. Mai 2001 in Reichenwalde entstandenen Zeitzeugengespräch mit Wolfgang Kohlhaase, geführt von Ralf Schenk, berichtet Wolfgang Kohlhaase über seine Tätigkeit als Autor für die DEFA von 1950-1989. Er schildert seine Arbeit als Entwickler von Stoffen innerhalb gesellschaftspolitischer Zeitströmungen und äußert sich zu verschiedenen Filmprojekten.

Kapitel: Der Start 1953: Debüt als Autor "Die Störenfriede". Arbeit mit Gerhard Klein - Neue Töne, neue Bilder: Die Berlin-Filme. 1961: "Der Fall Gleiwitz". 1965/66 Verboten: "Berlin um die Ecke". Konrad Wolf 1967: "ich war neunzehn". 1979: "Solo Sunny" 1983fff. Arbeit mit Frank Beyer: "Der Aufenthalt". Zensur und Selbstzensur. Filmausschnitte aus "Berlin - Ecke Schönhauser" und "Solo Sunny".
   
   
   
   
  PROGRAMM
 


Mo 19. Februar 2018
17:45 Wolfgang Kohlhaase: Berlin – Ecke Schönhauser DDR 1957, R: Gerhard Klein, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Ekkehard Schall, Ilse Pagé, Ernst-Georg Schwill, 81 Min, OmeU, Eintritt Frei

20:15 Wolfgang Kohlhaase: In Zeiten des abnehmenden Lichts, D 2017, R: Matti Geschonneck mit Bruno Ganz, Hildegard Schmahl, Sylvester Groth, 101 Min, OmeU, Eintritt Frei

22:15 Wolfgang Kohlhaase: Die Stille nach dem Schuss, D 2000, R: Volker Schlöndorff mit Bibiana Beglau, Nadja Uhl, Martin Wuttke 104 Min, Eintritt Frei



Di, 20. Februar 2018
17:30 Wolfgang Kohlhaase: Mama, ich lebe, DDR 1977, R: Konrad Wolf mit Peter Prager, Uwe Zerbe, Eberhard Kirchberg:, 98 Min, OmeU, Eintritt Frei

18:00 Wolfgang Kohlhaase: Die Grünstein-Variante, DDR, BRD 1985, R: Bernhard Wicki mit Fred Düren, Klaus Schwarzkopf, Jörg Gudzuhn, 105 Min, Eintritt Frei

20:00 Wolfgang Kohlhaase: Solo Sunny, DDR 1980, R: Konrad Wolf, Wolfgang Kohlhaase mit Renate Krößner, Alexander Lang, Heide Kipp, Klaus Brasch, 102 Min, Eintritt Frei

21:30 Wolfgang Kohlhaase: Whisky mit Wodka, D 2009, R: Andreas Dresen mit Henry Hübchen, Corinna Harfouch, Sylvester Groth, 108 Min, Eintritt Frei


Mi, 21. Februar 2018
17:45 Wolfgang Kohlhaase: Alarm im Zirkus, DDR 1954, R: Gerhard Klein. DB: Wolfgang Kohlhaase, Hans Kubisch, mit Erwin Geschonneck, Uwe-Jens Pape, Ulrich Thein, Ernst-Georg Schwill, 83 Min, Eintritt Frei

17:45 Wolfgang Kohlhaase: Begräbnis einer Gräfin, D 1991, R: Heiner Carow mit Dieter Montag, Jan Oberndorff, Gudrun Ritter, 77 Min, Eintritt Frei

19:30 Wolfgang Kohlhaase: Ich war neunzehn DDR 1967, R: Konrad Wolf mit Jaecki Schwarz, Wassili Liwanow, Alexej Ejboshenko, 119 Min, OmeU, Eintritt Frei

21:45 Wolfgang Kohlhaase: Der Bruch, DDR 1988, R: Frank Beyer, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Götz George, Rolf Hoppe, Otto Sander, Ulrike Krumbiegel, 119 Min, Eintritt Frei

   
  Do 22.2.

17:45 Wolfgang Kohlhaase: Der Aufenthalt DDR 1982, R: Frank Beyer Sylvester Groth, Fred Düren, Matthias Günther, 101 Min, Eintritt Frei

21:30 Wolfgang Kohlhaase: Leichensache Zernik, DDR 1972, R: Helmut Nitzschke mit Alexander Lang, Gert Gütschow, Norbert Christian,100 Min, Eintritt Frei



FR 23.2.

18:15 Wolfgang Kohlhaase: Berlin – Ecke Schönhauser DDR 1957, R: Gerhard Klein, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Ekkehard Schall, Ilse Pagé, Ernst-Georg Schwill, 81 Min, OmeU, Eintritt Frei

18:30 Wolfgang Kohlhaase: Leben in Geschichten - Wolfgang Kohlhaase D 2006, R: Lutz Pehnert, 45 Min

22:00 Wolfgang Kohlhaase: Als wir träumten D 2015, R: Andreas Dresen mit Merlin Rose: Dani, Julius Nitschkoff, Marcel Heuperman, 117 Min, OmeU, Eintritt Frei


SA 24.2.

18:00 Wolfgang Kohlhaase: Eine Berliner Romanze, DDR 1956, R: Gerhard Klein, mit Annekathrin Bürger, Ulrich Thein, Uwe-Jens Pape, 81 Min, Eintritt Frei

19:45 Wolfgang Kohlhaase: Sommer vorm Balkon D 2005, R: Andreas Dresen, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Nadja Uhl, Inka Friedrich, Andreas Schmidt, Christel Peters, 105 Min, Eintritt Frei



SO 25.2.

14:00 Wolfgang Kohlhaase: Lasset die Kindlein... DDR 1976, R: Evelyn Rauer (Evelyn Schmidt), literarische Vorlage: Wolfgang Kohlhaase mit Jörg Panknin, Herwart Grosse, Elsa Grube-Deister, 54 Min, Leben in Geschichten - Wolfgang Kohlhaase D 2006, R: Lutz Pehnert, 45 Min, Eintritt Frei

15:30 Wolfgang Kohlhaase: Der schweigende Stern DDR/ PL 1959, R: Kurt Maetzig, DB: Jan Fethke, Wolfgang Kohlhaase…, mit Yoko Tani, Oldrich Lukes, Günther Simon, Ruth-Maria Kubitschek, Eva-Maria Hagen, 94 Min, Eintritt Frei

17:30 Kohlhaase: Die Zeit, die bleibt DDR 1985, R: Lew Hohmann, DB: Wolfgang Kohlhaase, Lew Hohmann, Christiane Mückenberger, Regine Sylvester, 114 Min

18:15 Wolfgang Kohlhaase: Berlin um die Ecke DDR 1965/ 1990, R: Gerhard Klein, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Dieter Mann, Monika Gabriel, Kaspar Eichel, Erwin Geschonneck, Hans Hardt-Hardtloff, 85 Min, OmeU, Eintritt Frei




Mo 26.2.

18:00 Wolfgang Kohlhaase: Inge April und Mai, D 1993, R: Gabriele Denecke, Wolfgang Kohlhaase, mit Nadine Böttcher, Tina Haseney, Niels-Bruno Schmidt, 86 Min, Eintritt Frei

18:15 Wolfgang Kohlhaase: Fisch zu viert, DDR 1970, R: Knut Jung-Alsen mit Inge Keller, Marianne Wünscher, Helga Göring, Herbert Köfer, 83 Min, Eintritt Frei

21:30 Wolfgang Kohlhaase: In Zeiten des abnehmenden Lichts D 2017, R: Matti Geschonneck, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Bruno Ganz, Hildegard Schmahl, Sylvester Groth, Alexander Fehling, 101 Min, OmeU, Eintritt Frei

20:00 Wolfgang Kohlhaase: Wolfgang Kohlhaase: Ich war neunzehn DDR 1967, R: Konrad Wolf mit Jaecki Schwarz, Wassili Liwanow, Alexej Ejboshenko, 119 Min, OmeU, Eintritt Frei


Di 27.2.
17:30 Wolfgang Kohlhaase: Alarm im Zirkus, DDR 1954, R: Gerhard Klein. DB: Wolfgang Kohlhaase, Hans Kubisch, mit Erwin Geschonneck, Uwe-Jens Pape, Ulrich Thein, Ernst-Georg Schwill, 83 Min, Eintritt Frei

18:00 Wolfgang Kohlhaase: Der Hauptmann von Köpenick, D 1997, R: Frank Beyer, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Harald Juhnke, Udo Samel, Katharina Thalbach, 100 Min, , Eintritt Frei

18:30 Wolfgang Kohlhaase: Der Fall Gleiwitz, DDR 1961, R: Gerhard Klein, DB: Wolfgang Kohlhaase, Günter Rücker mit Hannjo Hasse, Herwart Grosse, Hilmar Thate, 69 Min, OmeU, Eintritt Frei

20:00 Wolfgang Kohlhaase: Solo Sunny, DDR 1980, R: Konrad Wolf, Wolfgang Kohlhaase mit Renate Krößner, Alexander Lang, Heide Kipp, Klaus Brasch, 102 Min, Eintritt Frei

22:00 Wolfgang Kohlhaase: Haus und Kind, D 2009, R: Andreas Kleinert, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Stefan Kurt, Marie Bäumer, Gudrun Ritter, Lilly Marie Tschörtner, 90 Min, Eintritt Frei


Mi 28.2.

17:45 Wolfgang Kohlhaase: Berlin – Ecke Schönhauser DDR 1957, R: Gerhard Klein, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Ekkehard Schall, Ilse Pagé, Ernst-Georg Schwill, 81 Min, OmeU, Eintritt Frei

18:15 Wolfgang Kohlhaase: Sonntagsfahrer DDR 1963, R: Gerhard Klein, DB: Karl-Georg Egel, Wolfgang Kohlhaase mit Harald Halgardt, Herwart Grosse, Angelica Domröse, 87 Min, Eintritt Frei

19:30 Wolfgang Kohlhaase: Der nackte Mann auf dem Sportplatz, DDR 1973, R: Konrad Wolf, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Kurt Böwe, Ursula Karusseit, Martin Trettau, Katharina Thalbach, Ursula Werner, Matti Geschonneck, 100 Min, Anschließend Gespräch Wolfgang Kohlhaase mit Regine Sylvester, Eintritt Frei

20:00 Wolfgang Kohlhaase: Die Stille nach dem Schuß D 2000, R: Volker Schlöndorff, DB: Wolfgang Kohlhaase mit Bibiana Beglau, Richard Kropf, Nadja Uhl, Martin Wuttke, 102 Min, Eintritt Frei
 

   
   
  Pressekontakt
  Barbara Löblein
  loeblein@babylonberlin.de
  Fon: +49 30 278 919 19