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Programm akt. Woche

  Kino Eintrittspreis:      
  Mo - So 6,50 Euro    
  Jeden Tag 3,00 Euro für Freundeskreis-Mitglieder  more
Ab 130 Minuten Filmlänge plus Euro -,50
  Ab 150 Minuten Filmlänge plus Euro 1,-
  Kinderfilm 4,- Euro Gruppen ab 10 Kinder 2,50 Euro  
  Bei Sonderveranstaltungen gesonderte Preise (laut Aushang)
 
   
  CHRISTA WOLF                        FILMSTADT BERLIN
   
 

FILMSTADT BERLIN

  Immer mittwochs um 20 Uhr in Ihrem Kino Babylon – außer DI 15.11.
   
 

MI 21.12. Günter-Stahnke-Doppel: von PROGRESS: Der Frühling braucht Zeit

 

+ Vorfilm „Monolog für einen Taxifahrer“

  DDR 1965/90, R: Günter Stahnke, mit Eberhard Mellies, Günther Simon, 35mm, 76 Min
  Sie sind erbitterte Kontrahenten: der Ingenieur Solter und Werkdirektor Faber, ein Mann im Machtrausch. Die kritische Auseinandersetzung mit Problemen der Wirtschaft und der Allmacht der Partei, zugespitzte moralisch-ethische Fragestellungen und eine für das Jahr 1965 ungewohnte, avantgardistische Bildsprache zeichnen den Film aus, verhinderten jedoch seinen Kinostart. Die vernichtende Kritik der DDR-Medien adelte ungewollt den dritten verbotenen Film von Regisseur Günter Stahnke, indem sie zum Vergleich Antonioni und Fellini bemühen.
   
 

MI 28.12. Der Mann, der nach der Oma kam

 

+ Vorfilm „Monolog für einen Taxifahrer“

  Was tun, wenn die Oma ihr eigenes Leben wieder entdeckt und heiratet, ohne die Kinder zu fragen? Für das viel beschäftigte Künstlerehepaar Piesold und ihre Kinder kündigt sich eine Katastrophe an. Erst allmählich wird dem Fernsehkomiker und der Schauspielerin klar, dass sie sich von nun an selbst um Kinder und Haushalt kümmern müssen. Chaos bricht aus – es fehlt an Zeit und Übung. Abhilfe soll ein Inseratgesuch nach der „Perle“ bringen. Doch die stellt sich ganz ungewöhnlich dar: Jung, gut aussehend, charmant und - männlich.

Drehorte: u.a. Alexanderplatz, Frankfurter Allee, Tierpark, Treskowallee

„Filmstadt Berlin“ – Bestellen Sie auch den dazugehörigen PROGRESS Jahreskalender 2012
www.progress-film.de
Immer mittwochs um 20 Uhr in Ihrem Kino Babylon
   
 

MI 04.01. 20:00 Solo Sunny

  Sunny lebt in einem schäbigen Hinterhof im Prenzlauer Berg, in dem die Tauben nisten und die alte Nachbarin immer etwas an ihr auszusetzen hat. Kompromisslos ist sie auf der Suche nach dem Glück. Als Schlagersängerin tingelt sie durch die Provinz und lernt so Ralf kennen, einen Philosophen, der altindische Musik hört und das passende Hemd dazu trägt. Auf der Stelle verliebt sich Sunny in den stillen Mann, aber ihr Hinterhofglück ist nicht von langer Dauer. Auch ihre Band wirft sie raus. Doch Sunny lässt sich nicht verbiegen…

Drehorte: u.a. Kopenhagener Straße, Schönhauser Allee, Friedhof Pappelallee
   
 

MI 11.01. Vergesst mir meine Traudel nicht

  Zum ersten Mal fährt Wolfgang Auer seine „neue Braut“ aus, eine MZ 250, und da kommt es schon beinahe zu einem Unfall. So lernt er Traudel kennen, die unbedingt nach Berlin will. Sie ist kokett, naiv, eigenwillig und hat immer eine kleine Lüge parat. So wirbelt sie den Haushalt von Wolfgang Auer und dessen Freund, dem Polizisten Hannes Wunderlich, gehörig durcheinander. Ihr erster Einkauf in einem Großstadt-Kaufhaus endet mit einem Desaster - einem Kleid in atmungsaktivem Perlon. Erfolgreicher jedoch ist Hannes‘ Suche nach der Identität des Mädchens…

Drehorte: u.a. Alexanderplatz, Frankfurter Allee, Kinzigstraße, Danziger Straße
   
 

MI 18.01. Die Mörder sind unter uns

  Berlin 1945 - Die Stadt hat kapituliert. Häuserskelette ragen in den Himmel, unter dem Schutt liegen Leichen und im Staub spielen die Kinder. Die KZ-Gefangene Susanne Wallner kehrt heim. Aber ihre Wohnung ist von dem Chirurgen Hans Mertens besetzt, der sein Kriegstrauma in Alkohol ertränkt. Susanne arrangiert sich mit der Situation, sie will endlich leben. Langsam entwickelt sich, zunächst einseitig, eine zarte Liebe. Aber Mertens Begegnung mit seinem tot geglaubten Hauptmann, einem Kriegsverbrecher, erschüttert ihn zutiefst.

Drehorte: u.a. Stettiner Bahnhof (heute: Nordbahnhof), Kleine Andreasstraße, Petrikirche
   
 

MI 25.01. Jahrgang 45

  23 Jahre jung ist Al und seit zwei Jahren mit Li verheiratet. Gemeinsam wohnen sie in einer Einzimmer-Altbauwohnung im Prenzlauer Berg. Aber Al will nicht weiterleben wie bisher und reicht die Scheidung ein, obwohl er Li liebt. Zunächst zieht er in eine Kellerwohnung seiner Motorradkumpels. Da er Urlaub hat, lässt Al sich durch die Stadt treiben, trifft Freunde und flirtet mit Mädchen. Aber das, was er sucht, das eigentliche Leben, das kann er nicht finden… Ein künstlerisch gelungener Ausdruck des jugendlichen Lebensgefühls einer Generation, die selbst den Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt hat.

Drehorte: u.a. Gendarmenmarkt, Kollwitzstraße, Christinenstraße,
Pergamon¬museum
   
 

MI 01.02. Berlin um die Ecke

  Olaf und Horst sind privat und auf der Arbeit gute Kumpel, die nicht auf den Mund gefallen sind. Olaf liebt seine Lederjacke und sein Motorrad und will damit einen guten Eindruck auf Karin machen. Horst hingegen hat, seitdem er nach seiner Flucht in den Westen wieder freiwillig nach Hause zurückgekehrt ist, Probleme mit seinem Vater. Genauso wie ihre alten Arbeitskollegen versuchen die zwei jungen Männer zu tricksen und damit ihren Lohn aufzubessern. Doch als das Ganze auffliegt, bricht ein Generationenkonflikt auf.

Drehorte: u.a. Karl-Marx-Allee, „Konnopkes Imbiss“ an der Schönhauser Allee, Alexanderplatz
   
 

MI 08.02. …und deine Liebe auch

  Eine Dreiecksgeschichte im Schatten des Mauerbaus. Ulli wohnt an der Warschauer Brücke. Er mag diesen Ort, wo immer der Wind und der weiße Rauch der Lokomotiven weht. Mit seinem Bruder Klaus, der gutes Geld in Westberlin verdient, gibt es immer Diskussionen. Beide verlieben sich in dasselbe Mädchen. Eva fühlt sich hin- und hergerissen zwischen dem schüchternen Ulli und dem Lebemann Klaus. In der Nacht zum 13. August 1961 wird Ulli in den Betrieb gerufen, wenig später sichert er auf der Oberbaumbrücke die Grenze. Nun ist der Bruderzwist nicht mehr aufzuhalten…

Drehorte: u.a. Warschauer Brücke, Karl-Marx-Allee, Veteranenstraße
   
  „Filmstadt Berlin“ – Bestellen Sie auch den dazugehörigen PROGRESS Jahreskalender 2012
www.progress-film.de
   
 

Christa Wolf 1929 - 2011

 

Filmreihe bis 22.01.2012 im BABYLON

 
 

Fr, 16.12.2011  20:00  Christa Wolf 1929 – 2011 Gedenkveranstaltung

  mit Renate Blume, Therese Hörnigk und Carmen-Maja Antoni, Moderation Paul Werner Wagner anschließend

Der geteilte Himmel DDR 1964, R: Konrad Wolf, Drehbuch: Christa Wolf, Gerhard Wolf, Konrad Wolf, Willi Brückner, mit Renate Blume, Eberhard Esche, Hilmar Thate, 35mm, 110 Min

In Zusammenarbeit mit Progress Filmverleih und Suhrkamp Verlag GmBH
 
  Der geteilte Himmel / Die Toten bleiben jung / Fräulein Schmetterling / Selbstversuch / Till Eulenspiegel / Unsere Kinder / Zeitschleifen — Im Dialog mit Christa Wolf / Christa Wolf liest aus „Was bleibt“ / Christa Wolf liest aus „Störfall“
 
  Christa Wolf liest aus „Was bleibt“
DDR 1989, R: Ingrid Fausak, digital, 86 Min
Sa, 14.01. - 17:45 / Sa, 21.01. - 17:45

CHRISTA WOLF LAS IM NOVEMBER 1989 IM BERLINER ENSEMBLE AUS EINER NOCH UNVERÖFFENTLICHTEN ERZÄHLUNG. SIE BESCHREIBT IHRE ERFAHRUNGEN UND IHR LEBEN IN BERLIN IN DEN JAHREN 1978- 1988. ÜBERWACHT VON DER STASI BEDENKT SIE IHRE ROLLE UND MÖGLICHKEITEN ALS SCHRIFTSTELLERIN.

Mit freundlicher Unterstützung der Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs-GmbH & des Deutschen Rundfunk Archivs (DRA) zeigt das Babylon die Lesung von Christa Wolf aus dem November 1989 aus dem Berliner Ensemble.

Christa Wolf liest aus „Störfall“
DDR 1987, R: Ingrid Fausak, digital, 58 Min
So, 15.01. - 14:45 / So, 22.01. - 14:45

Das Geschehen von Tschernobyl veranlasste die Autorin, über den Nutzen und die Gefahren der Kernenergie nachzudenken. Das Stück Literatur, aus dem sie liest, ist ein eindrucksvolles Bekenntnis zu gemeinsamer Verantwortung für unsere Zukunft.

Mit freundlicher Unterstützung der Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs-GmbH & des Deutschen Rundfunk Archivs (DRA).
 
  Der geteilte Himmel
DDR 1964, R: Konrad Wolf, DB: Christa Wolf, Gerhard Wolf, Konrad Wolf, mit Renate Blume, Eberhard Esche, Hilmar Thate, 35mm, 110 Min

Fr, 16.12. - 20:00 / Sa, 17.12. - 19:30 / So, 18.12. - 18:00 / Mi, 21.12. - 19:30

Lange hat sie das Vergessen gesucht. Jetzt hat sie Angst, die Zeit zu vergessen, als sie aus dem Vollen schöpfte und glaubte, das glückliche Leben könne nie zu Ende gehen. Das junge Mädchen Rita Seidel und der zehn Jahre ältere Manfred Herrfurth sind ein ungleiches Paar, aber ihre Liebe scheint gegen äußere Widrigkeiten Bestand zu haben. Manfred, ein Zweifler und Spötter, der seine Träume schon begraben hat, erhofft sich durch seine jüngere Freundin neue Lebensfreude. Doch als der Betrieb sein erfolgreich erprobtes Verfahren ablehnt, verfällt er wieder in den alten Zynismus und sieht keinen anderen Ausweg als die Flucht nach Westberlin. Rita folgt ihrem Geliebten, doch als sie Manfred im Westen begegnet, wird ihr klar, dass sie sich das letzte Mal sehen. In ihrem Debüt stellt Renate Blume überzeugend die Ambivalenz von Kraft und Verletzlichkeit dar. Gelungene, elegische Verfilmung eines Romans von Christa Wolf über die Problematik des geteilten Deutschlands. Die Premiere fand in einer Zeit der vorsichtigen Liberalisierung statt, was eine positive Aufnahme durch die Presse begünstigte. Nach dem Ende des politischen "Tauwetters“ jedoch wurde „Der geteilte Himmel“ immer häufiger der Ideologiekritik ausgesetzt.

 
 
  Die Toten bleiben jung
DDR 1968, R: Hans-Joachim Kunert, Drehbuch / Szenarium: Christa Wolf u.a., mit Barbara Dittus, Günther Wolf, Klaus Piontek, Peter Borgelt, Michael Gwisdek, 35mm, 112 Min
Mo, 19.12. - 17:45 / So, 01.01. - 19:30 / Di, 03.01. - 17:30 / Fr, 06.01. - 17:30 / So, 08.01. - 19:30

Deutsche Schicksale zwischen 1918 und 1945. Der Spartakuskämpfer Erwin wird im Dezember 1918 von reaktionären Offizieren erschossen. Das Arbeitermädchen Marie erwartet von ihm ein Kind. Zusammen mit dem sozialdemokratischen Arbeiter Geschke zieht sie Erwins Sohn groß. Geschke beteiligt sich mit seinem kommunistischen Freund Triebel an der Niederschlagung des Kapp-Putsches, seine politische Haltung wird dann jedoch immer passiver, resignierender …

Fräulein Schmetterling
DDR 1966, R: Kurt Barthel; Buch: Christa und Gerhard Wolf (nach dem Rohschnitt abgebrochen); Dramaturgie: Klaus Wischnewski; mit Melania Jakubisková, Christa Heiser, Rolf Hoppe, Manfred Krug, Carmen Maja Antoni, 118 Min

Sa, 17.12. - 17:15 / SO, 18.12. - 13:45 / Di, 20.12. - 19:30 / Mo, 26.12. 17:15 / Do, 29.12. - 15:30

Christa und Gerhard Wolf hatten gemeinsam mit dem Regisseur Kurt Barthel die Geschichte des Fräulein Schmetterling aufgeschrieben. Ihr Drehbuch beginnt in einer Alt-Berliner Straße, zwischen Mietskasernen der Gründerjahre, vor deren Haustüren Gerümpelhaufen liegen, wie sie sich über Jahrzehnte auf Dachböden angesammelt haben. Bald wird dieses Viertel verschwunden sein, denn schon nähern sich die Abrissbagger. Aber noch spielt eine Gruppe von Kindern mit den Überbleibseln der Vergangenheit: einem Sessel ohne Beine, einem Schaukelstuhl, einem goldenen Bilderrahmen, einer alten Gardine, einem Zylinder, einem Schleier. Passanten bleiben stehen und lachen. Eine junge Frau kommt hinzu. Anmutig stellt sie sich auf die Zehenspitzen, ihre Füße lösen sich vom Boden, sie hebt ab in die Lüfte, schwebt durch die Häuserschlucht, hoch über der Stadt… 
Ein poetisches Gegenwartsmärchen über das Lebensgefühl junger Leute, eine Parabel über den Ausbruch aus Enge und Normalität, über den Traum vom Glück. Erst im Juni 2005 fand die Erstaufführung des noch existierenden, rekonstruierten Filmmaterials statt.

Selbstversuch
DDR 1989, R: Peter Vogel, Buchvorlage: Christa Wolf, mit Johanna Schall, Henry Hübchen, Katrin Klein, Andrea Solter, 35mm, 105 Min
Sa, 31.12. - 15:00 / So, 01.01. - 14:00

Die junge Wissenschaftlerin Johanna stimmt ihrer Umwandlung zum Mann zu. Am eigenen Leib erfährt sie die Grenzen der Forschung zum angeblichen Wohle der Menschheit. Der aufwändige Film nach Christa Wolfs gleichnamiger Erzählung spielt in einer gedachten Zukunft, die nicht zufällig durch Symbole westlichen Fortschritts gezeichnet ist.

Till Eulenspiegel
DDR 1973, R: Rainer Simon, deutsches Volksbuch und Filmerzählung von Christa & Gerhard Wolf, mit Winfried Glatzeder, Cox Habema, Eberhard Esche, Michael Gwisdek, 35mm, 104 Min

Sa, 17.12. - 16:00 / Di, 27.12. 14:30 / Mo, 02.01. - 17:30 / Do, 05.01. - 17:30 / Mo, 09.01. - 17:30

Mit Witz und List gegen Kaiser, Pfaffen und Patrizier. Am Vorabend des Bauernkrieges zieht Till Eulenspiegel heimatlos umher, ein Narr und Provokateur, der gesellschaftliche Missstände mit Hohn und Spott geißelt. Am Hof des Fürsten übernimmt er die Ausmalung eines Festsaales. Monatelang lässt er sich bestens verköstigen, um dann die Folgen seiner wüsten Farborgie als heilige Kunstwerke zu präsentieren, die nur diejenigen verstehen, die des rechten Glaubens sind. Fast legt sich die Schlinge um seinen Hals, aber noch einmal kommt er mit dem Leben davon – um ins nächste Abenteuer zu schlittern.
Christa und Gerhard Wolf schrieben zu den derb-grotesken Abenteuern der legendären Gestalt die Filmerzählung, auf der diese Filmadaption basiert. Die anarchische Lebensgeschichte haben sie in das 16. Jahrhundert, in die Zeit des Bauernkrieges, verlegt und ihr damit historische und soziale Tiefe gegeben.

Unsere Kinder
DDR 1989, R: Roland Steiner, mit Christa Wolf & Stefan Heym, 35mm, 88 Min

Mi, 21.12. - 17:45 / Do, 29.12. - 12:30 / So, 01.01 – 17:45 / Mi, 04.01. - 18:15 / Sa, 07.01. - 17:00

1986 beginnen die Dreharbeiten über Neonazis, Skinheads, Anti-Skins, Punks und Grufties in der DDR. Das Filmteam um Roland Steiner widmet sich erstmals diesem Tabuthema: Denn insbesondere rechtsradikale Jugendsubkulturen durfte es offiziell nicht geben in einem Staat, der stolz auf seine antifaschistische Tradition war. Vergehen der rechten Szene wurden deshalb stets als Rowdy-Prozesse getarnt und hart bestraft. Steiner zeigt auch eines dieser Verfahren. Ein emotional besonders anrührender Moment entsteht durch den offenherzigen Brief von einem der Angeklagten an seine Mutter: "Alle haben mich verkannt. Keiner hat je verstanden, was ich wollte. … Weil ich anders sein wollte und nichts mit diesen ewigen Lügen, dem Neid zu tun haben wollte. … Ich war gebrandmarkt. Mich wollte keiner, und da wollte ich auch nicht."

Steiner verurteilt nicht, spricht Stefan Heym und Christa Wolf zum Thema an und versucht zu ergründen, warum Jugendliche ihrem Land eine Kampfansage machen. Genannt werden die wiederholten Demütigungen, das herrschende Misstrauen und die ständige Kontrolle durch den Staat. Letztere erfährt Steiner unmittelbar, als ihn vor laufender Kamera ein Volkspolizist auf dem Berliner Alexanderplatz überprüft. 1989 auf der Leipziger Dokumentarfilmwoche mit der Silbernen Taube und dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet, 1990 Einladung zum Forum der Berlinale.

Zeitschleifen — Im Dialog mit Christa Wolf
DDR 1990, R: Karlheinz Mund, DB: Daniela Dahn, mit Christa Wolf, Lew Kopelew, Hans Mayer, digital, 100 Min

Fr, 16.12. - 18:00 / So, 18.12. - 20:00 / Di, 20.12. - 17:30 / Mi, 28.12. - 16:15 / Fr, 30.12. - 15:45

In der Literatur- und Geistesgeschichte der DDR war Christa Wolf immer eine zentrale Figur. Als Idol verehrt oder hasserfüllten Angriffen ausgesetzt, ist eine der prominentesten deutschsprachigen Schriftstellerinnen zu einer fast öffentlichen Institution geworden. Wie hat sie damit gelebt, was waren die Motive dafür, in der DDR zu bleiben und zu schreiben?

Ein außergewöhnlicher Film, in dem die prominenteste deutschsprachige Schriftstellerin, die sich seit der Kampagne um sie fast ganz aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, in einem Exklusiv-Interview Auskunft gibt über ihre Motive, Irrtümer, Hoffnungen und Ängste. In diesem gleichzeitig sehr persönlichen Gespräch mit der zur nächsten Generation gehörenden Autorin Daniela Dahn geht es u.a. darum, wie und warum Christa Wolf in der DDR gelebt und gearbeitet hat, angefeindet und verehrt zugleich. Film- und Videoarchivszenen dokumentieren die wichtigsten Aktivitäten von Christa Wolf seit dem Herbst 1989: u.a. die Reden in der Erlöserkirche und auf dem Alexanderplatz, ihre Arbeit in der unabhängigen Untersuchungskommission, einen erregten Diskussionsbeitrag im Berliner Schriftstellerverband, eine Diskussion in der Akademie der Künste mit Prof. Kurt Biedenkopf, zusammen mit Lew Kopelew und Prof. Hans Mayer bei der Vortragsreihe "Nachdenken über Deutschland".