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Programm akt. Woche

  Kino Eintrittspreis:      
  Mo - So 6,50 Euro    
  Jeden Tag 3,00 Euro für Freundeskreis-Mitglieder  more
Ab 130 Minuten Filmlänge plus Euro -,50
  Ab 150 Minuten Filmlänge plus Euro 1,-
  Kinderfilm 4,- Euro Gruppen ab 10 Kinder 2,50 Euro  
  Bei Sonderveranstaltungen gesonderte Preise (laut Aushang)
 
 
 

FILMJAHR 2009

 
 

Coco Chanel – Der Beginn der Leidenschaft

  F 2009, R: Anne Fontaine , mit Audrey Tautou, Benoît Poelvoorde, Marie Gillain, Emmanuelle Devos, 35mm, 110 Min
  Ein kleines Mädchen, das irgendwo im tiefsten Frankreich mit seiner Schwester in einem Waisenhaus lebt und jeden Sonntag vergeblich darauf wartet, vom Vater abgeholt zu werden. Eine Varietésängerin mit schwacher Stimme, die vor einem Publikum aus betrunkenen Soldaten singt. Eine arme Näherin, die im Hinterzimmer einer Provinzschneiderei Säume stichelt. Eine junge, magere Nachwuchskurtisane, die bei ihrem Beschützer Etienne Balsan (Benoît Poelvoorde) Zuflucht findet, unter Kokotten und Lebemännern. Eine Liebende, die weiß, dass sie niemals nur "einem Mann" gehören wird und sogar die Ehe mit Boy Capel (Alessandro Nivola) verweigert, obwohl dieser sie wirklich liebt. Eine Rebellin, die an den Konventionen ihrer Zeit erstickt und die Kleidung ihrer Liebhaber trägt.

Dies ist die Geschichte von Gabrielle Chanel (Audrey Tautou), die ihr Leben als willensstarkes Waisenkind beginnt und sich auf außergewöhnliche Weise zur legendären Modeschöpferin entwickelt, zur Verkörperung der modernen Frau - und zum zeitlosen Symbol für Erfolg, Freiheit und Stil.

Anne Fontaine ("Eine saubere Affäre") inszenierte COCO CHANEL - DER BEGINN EINER LEIDENSCHAFT nach einem Drehbuch, das sie zusammen mit Camille Fontaine und unter Mitarbeit von Christopher Hampton ("Gefährliche Liebschaften") schrieb. Als Vorlage diente das Buch "L’irrégulière" von Edmonde Charles-Roux. In der Titelrolle spielt Audrey Tautou ("Die fabelhafte Welt der Amélie", "The Da Vinci Code – Sakrileg"); weitere Rollen übernehmen Benoît Poelvoorde ("Mann beißt Hund"), Emmanuelle Devos ("Der wilde Schlag meines Herzens"), Marie Gillain ("Wie in der Hölle") und Alessandro Nivola ("Jurassic Park 3").
Text & Foto: Warner Bros.
 
 

Coraline

  USA 2008, R: Henry Selick, 35mm, 101 Min, ab 6 Jahren
  Ein einzigartiges Abenteuer über die Träume eines kleinen Mädchens und seine Prüfungen in einem gefährlichen Reich der Verlockungen. Märchenhafte Unterhaltung in allen drei fantastischen Dimensionen - nach "Der Sternwanderer" kommt nun auch Neil Gaimans mitreißender Kinderbuchbestseller CORALINE auf die große Leinwand. Regisseur Henry Selick, der schon das Stop-Motion-Meisterwerk "Nightmare before Christmas" schuf, steht hinter diesem ersten im 3-D-Verfahren gedrehten Trickfilm über die magischen Erlebnisse der kleinen Coraline Jones.
 
 

Die Päpstin

  D 2009, R: Sönke Wortmann, mit Johanna Wokalek, David Wenham, John Goodman, Jördis Triebel, 35mm, 148 Min

Im Jahr 814 nach Christi ist Johanna (Johanna Wokalek) zu einem Leben als Frau verdammt. Ihr Lebensweg scheint vorbestimmt: arbeiten, Kinder kriegen und früh sterben. Doch Johanna lehnt sich auf, gegen den strengen Vater, gegen die Regeln der Kirche, für ihre Überzeugung und ihren Glauben. Denn sie spürt, dass ihre Bestimmung eine andere ist, dass Gott ihr einen anderen Weg weist. Doch der Preis dafür ist hoch. In Dorstadt besucht Johanna die Domschule und begegnet Graf Gerold (David Wenham), einem Edelmann am Hofe des Bischofs. Aus ihrer Freundschaft wird Liebe. Als Gerold in den Krieg zieht, erinnert sich Johanna ihrer Bestimmung. Ihr Ziel aber kann sie als Frau nicht erreichen. Johanna trifft eine folgenreiche Entscheidung: Unter dem Namen Bruder Johannes tritt sie als Mann verkleidet ins Benediktinerkloster Fulda ein und lebt dort als heilkundiger und geachteter Arzt. Als ihre wahre Identität droht, aufgedeckt zu werden, flieht sie nach Rom. Dort trifft sie Gerold wieder und bemerkt, dass sie eines nicht länger verleugnen kann: ihre Liebe. Immer weiter steigt Johanna in der kirchlichen Hierarchie auf, immer größer wird die Gefahr der Entdeckung und immer stärker spürt sie, dass sie sich entscheiden muss: Will sie ihr Herz Gott schenken oder einem Mann? Doch ihr bleibt keine Wahl. Als Papst Sergius (John Goodman) stirbt, wird Johanna zu seinem Nachfolger gewählt. Ihre Gefühle für Gerold sind jedoch stärker als ihre Angst, durchschaut zu werden - Johannas Feinde aber warten nur auf eine Gelegenheit, um sie vom Thron zu stürzen …

Ihre Existenz war ein Geheimnis, ihr Name wurde aus den Geschichtsbüchern getilgt. Dennoch wurde das Leben der Johanna, die als Papst Johannes Anglicus im 9. Jahrhundert die katholische Kirche lenkte, zur Legende. Den Weltbestseller von Donna Woolfolk Cross bringt Sönke Wortmann ("Deutschland. Ein Sommermärchen", "Das Wunder von Bern") als packendes Historienepos auf die Leinwand. In einer längst vergangenen Epoche tritt eine Frau furchtlos gegen Bigotterie und ein religiöses Patriarchat an, gelenkt durch ihren Glauben, versucht durch ihre Liebe. Neben Johanna Wokalek ("Der Baader Meinhof Komplex") gehören John Goodman ("Evan Allmächtig", "The Big Lebowski") als Papst Sergius, David Wenham ("Australia", "300", "Der Herr der Ringe") als Gerold, sowie Anatole Taubman ("Ein Quantum Trost") als Johannas Gegenspieler Anastasius zur internationalen Starbesetzung.

 
  Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte
  USA 2009, R: Michael Moore, 35mm, 127 Min
  Mit Humor und Empörung erkundet der Film ein Tabuthema: Welchen Preis zahlt Amerika für seine Liebe zum Kapitalismus? Vor vielen Jahren schien diese Liebe so unschuldig zu sein. Heutzutage allerdings gleicht der amerikanische Traum mehr einem Albtraum, in dem Familien den Preis mit ihren Jobs, ihrem Zuhause und ihren Ersparnissen zahlen.
Moore nimmt uns mit zu den Menschen, deren Leben komplett auf den Kopf gestellt wurde und sucht dabei nicht nur in Washington, D.C. nach Erklärungen. Was er findet sind die nur allzu bekannten Symptome einer Liebesgeschichte auf Abwegen: Lügen, Missbrauch, Betrug … und 14.000 Arbeitsplätze, die jeden Tag gestrichen werden.
 
  Verblendung
  Schweden 2009, R: Niels Arden Oplev, mit Michael Nyqvist, 35mm, 152 Min
  Harriet Vanger verschwindet spurlos während eines Familientreffens. Jahrzehnte bleibt ihr Schicksal ungeklärt. Jahrzehnte, in denen Henrik Vanger (Sven-Bertil Taube) zum Geburtstag stets das gleiche Geschenk erhält: eine gepresste Blüte hinter Glas. Vor ihrem Verschwinden hatte er es von seiner Lieblingsnichte bekommen. Doch auch danach wiederholt sich das Ritual - in unfehlbarer Regelmäßigkeit findet Henrik Vanger die Blüte in seiner Geburtstagspost, Absender unbekannt. Was nur ist damals mit Harriet geschehen? Mittlerweile 82 Jahre alt, lässt Henrik Vanger diese Frage keine Ruhe. Ein letztes Mal versucht er, doch noch eine Antwort zu finden, und kontaktiert den renommierten Enthüllungsjournalisten Mikael Blomkvist (Michael Nyqvist). Gemeinsam mit der ebenso genialen wie kompromisslosen Hackerin Lisbeth Salander (Noomi Rapace), von der er unerwartet Unterstützung erhält, stößt Blomkvist schnell auf erste Spuren. Schon bald tauchen die beiden immer tiefer in die Geschichte der einflussreichen Industriellenfamilie Vanger ein - und entdecken dabei Grausames, Erschreckendes, Unerträgliches ...
VERBLENDUNG ist die Verfilmung des gleichnamigen ersten Romans der "Millennium-Trilogie", die Stieg Larsson zu einem der populärsten und erfolgreichsten Autoren der vergangenen Jahre machte.
 
  Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
  D 2009, R: Margarethe von Trotta, mit Barbara Sukowa, Heino Ferch, Hannah Herzsprung, Joachim Król, 35mm, 111 Min
  Als Achtjährige kommt die aus einer adeligen Familie stammende Hildegard ins Benediktinerkloster Disibodenberg. Dort wächst sie unter der Obhut Jutta von Sponheims auf, die sie u.a. Heilkunde lehrt und auch ihre musikalische Begabung fördert. Als Hildegard als Erwachsene gesteht, Visionen von Gott zu haben, sind die Kirchenoberen entsetzt, betrachten sie als Ketzerin. Doch Hildegard lässt sich nicht beirren. Sie setzt u.a den Bau des Frauenkloster Rupertsberg durch.
 
  Whisky mit Wodka:
  D 2009, R: Andreas Dresen, mit Henry Hübchen, Corinna Harfouch, Sylvester Groth, Peter Kurth, 35mm, 104 Min
  Der Schauspieler Otto Kullberg (Henry Hübchen) ist ein Mann, den die Frauen lieben und die Männer mögen. Gelegentlich trinkt er zu viel. Als er deshalb einen Drehtag seines neuen Films verpatzt und auszufallen droht, wird ein jüngerer Kollege (Markus Hering) engagiert, mit dem alle Szenen zur Sicherheit ein zweites Mal gedreht werden: Leo, der Produzent, will kein Geld verlieren. Otto Kullberg, ein Sprücheklopfer und Mittelpunktmensch, muss seine Rolle im Film behaupten, im Kostüm der 20er Jahre, als Mann zwischen zwei Frauen. Und er versucht, seine Rolle im Leben neu zu verstehen.

Viele Filme zurück gab es eine Liebesgeschichte zwischen Otto und seiner Partnerin Bettina (Corinna Harfouch), die jetzt die Frau des Regisseurs (Sylvester Groth) ist. Geraten Kino und Wirklichkeit durcheinander? Im Duell der Darsteller will keiner verlieren. Alle lieben die Wahrheit und jeder lügt. Man soll übrigens Whisky mit Wodka nicht mischen.

Mit der melancholischen Komödie WHISKY MIT WODKA knüpfen Regisseur Andreas Dresen ("Wolke 9") und Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase ("Solo Sunny") an ihre erfolgreiche Zusammenarbeit bei "Sommer vorm Balkon" an: Sensibel, mit Leichtigkeit und lakonischem Humor erzählen sie von Einsamkeit und Älterwerden, von Chancen und Träumen und von kleineren und größeren Lügen. Das wunderbare Ensemble (u.a. mit Corinna Harfouch, Sylvester Groth und Markus Hering) wird angeführt von Henry Hübchen ("Alles auf Zucker!"), der einen Gewinner darstellt, einen Hauptrollenspieler in Film und Leben, der doch nahe am Abgrund wohnt. Mit komödiantischem Reichtum verleiht er seiner Figur eine berührende Verletzlichkeit und Tiefe. Dresens eindringlicher Blick richtet sich auf die Rollenspiele, die wir im Kino sehen können, wenn wir wollen - und die uns im Leben betreffen, auch wenn wir nicht wollen.
Text & Foto: Senator